Radsport : Rekord gefahren, aber trotzdem das Finale verpasst

Nils Schomber und der deutsche Bahnvierer sind bei der Europameisterschaft in Apeldoorn schneller als je zuvor, werden aber nur Fünfte.

Der deutsche Bahnvierer fährt Rekord, aber die anderen sind noch schneller. Auf diesen Nenner lässt sich der Auftritt von Nils Schomber, Theo Reinhardt, Felix Groß und Domenic Weinstein bei den bahnrad-Europameisterschaften im niederländischen Apeldoorn bringen.

Während die deutschen Frauen ihr Rekordfestival in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung – das Quartett mit Franziska Brauße, Lisa Breinauer, Lisa Klein und Gudrun Stock verbesserte den in der Qualifikation aufgestellten Deutschen Rekord in der ersten Runde noch einmal um zwei Sekunden auf 4:16,328 Minuten – nach ihrer Finalniederlage gegen Großbritannien mit der Silbermedaille krönten, blieb den Männern der Griff nach Edelmetall  verwehrt.

Und das, obwohl Nils Schomber und Co. in der ersten Runde so schnell unterwegs waren wie nie zuvor: In 3:53,974 Minuten unterboten sie die alte Bestleitung um anderthalb Sekunden. Doch das reichte nicht, um das Finale der besten vier Teams zu erreichen, denn Dänemark, das in 3:48,762 Minuten die zweitschnellste je gefahrene Zeit erreichte und den von Australien gehaltenen Weltrekord nur um sieben Zehntelsekunden verpasste, Italien (3:51,604), Großbritannien (3:52,230) und die Schweiz (3:52,860) waren noch schneller als das deutsche Team. „Die Zeit ist in Ordnung und ein guter Einstieg in die Saison,“ kommentierte Domenic Weinstein das Abschneiden, „natürlich wären wir gern nochmal gefahren, aber heute hat ein Quäntchen Glück gefehlt.“ Seine Ausgangsposition im Kampf um einen der nur acht Startplätze für die Olympischen Spielen 2020 in Tokio hat das BDR-Quartett auf jeden Fall nicht verschlechtert, die endgültige Entscheidung fällt wohl bei der Bahnrad-WM in Berlin (26. Februar bis 1. März).

Den Titel in Apeldoorn sicherten sich die favorisierten Dänen. In 3:49,113 Minuten ließen sie im Finale Italien (3:54,117) klar hinter sich. Bronze ging an Großbritannien, das die Schweiz in 3:51,428 zu 3:54,278 Minuten bezwang.