Elephants Grevenbroich spielen in verrückter Liga Basketball

Basketball : Elephants spielen in verrückter Liga

Trotz des 90:63-Kantersieges vor einer Woche in Herford sehen sich die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich im Heimspiel gegen den SV Hagen-Haspe nicht als Favorit. Der am Knie verletzte US-Profi Jahad Thomas fällt weiter aus.

Hört sich komisch an, ist aber so: Obwohl die NEW’ Elephants am vergangenen Samstag die zu den heißen Aufstiegskandidaten gehörende BBG Herford fast schon verprügel hatten (90:63), gehen die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich am Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle am Torfstecherweg in Gustorf) keineswegs als Favoriten ins Duell mit dem Tabellenvorletzten SV Haspe 70. „Es gibt in dieser Saison keine leichten Spiele“, mahnt Manager Hartmut Oehmen und fügt mit erhobenem Zeigefinger hinzu: „Ich hoffe, bei uns glaubt niemand, er wäre besser als Haspe, obwohl wir mit denen auf einer Wellenlänge sind.“

In Herford hatten die personell selber stark angeschlagenen Elephants auch von den Problemen der Gastgeber profitiert, die ohne  Topscorer Derylton Hill, Ole Wendt und Jan Brinkmann nur die Hälfte wert waren. Komplett tritt allerdings auch das Team aus Hagen nicht an: Neben Luca Bambullis (Bänderriss), der den Schlossstädtern in der vergangenen Saison bei  deren Niederlage an der Volme heftigst zugesetzt hatte, musste Trainer Martin Wasielewski im Training auch auf die erkrankten Marco Braun und Oscar Luchterhandt verzichten. Ihr Einsatz an der Erft soll fraglich sein. Nicht nur darum gibt sich der Gästecoach vor der Partie eher vorsichtig. „Grevenbroich hat seine Form gefunden“, sagt er und fügt ziemlich kleinmütig hinzu: „Für uns geht es eher darum, dass wir uns für die wichtigen Spiele gegen Wulfen, Deutz oder Leverkusen einspielen.“

Davon lässt sich Oehmen freilich nicht auf die falsche Fährte locken. Er weiß nur zu gut, welch hohes Tempo Haspe anzuschlagen weiß. Die Pace gibt dabei der Kanadier Jordan Rose vor. Der misst zwar nur knapp mehr als 1,80 Meter und ist mit seinen 32 Jahren nicht mehr ganz taufrisch, „aber schnell wie Speedy Gonzales“, sagt Oehmen. Mit 14,9 Punkten im Schnitt hat er vor allem mit Luchterhandt (12,9), Bampoulis (12,4) und  Tyson Kanseyo  (11,4) dafür gesorgt, dass die 70er genauso viele Punkte auf ihrem Konto haben wie die schwach gestarteten Grevenbroicher. Die bisherigen Auftritte der Hagener sind für Oehmen ein Paradebeispiel für die außer Rand und Band geratene Liga: „Haspe gewinnt in Recklinghausen mit 93:81, Recklinghausen wiederum schlägt Tabellenführer RheinStars Köln mit 68:67.“ Daraus schließt er: „Diese Liga ist verrückt.“

Sich auch noch mit diesen Kapriolen zu belasten, kommt den Elephants freilich überhaupt nicht in den Sinn. Schließlich haben sie mehr als genug eigene Probleme. Das Hauptproblem zurzeit: US-Profi Jahad Thomas liegt mit seiner vor knapp anderthalb Wochen im Training erlittenen Knieverletzung weiterhin auf Eis. Noch steht nicht fest, ob er sich den dritten Kreuzbandriss seiner Karriere zugezogen hat, was die Saison und womöglich auch seine Laufbahn als Basketball-Profi beenden würde. Gewissheit soll noch vor dem Wochenende eine Kernspintomographie (kurz MRT) bringen. Spielen kann der 24 Jahre alte Unglückstropf gegen Haspe auf keinen Fall. Angeschlagen ist zudem Simon Königs. Der Shooting Star im Team der Elephants hatte in Herford mit elf Punkten in nicht mal 13:30 Minuten ein phänomenales Debüt abgeliefert. Am Tag darauf zog sich der 24-Jährige im mit 106:51 gewonnenen Pokalspiel gegen Osterrath einen mit vier Stichen genähten Cut an der Oberlippe zu. An Training war damit nicht zu denken.

Ein wichtiges Element der Vorbereitung war die Weiterbildung von Jamal Smith. Dem US-Amerikaner mit niederländischem Pass will Coach Jason Price in Angriff ein größeres Waffenarsenal verpassen. Oehmen: „Er soll seine Athletik nutzen, um auch mal zum Korb zu ziehen und sich nicht nur auf seinen Dreier verlassen.“

Mehr von RP ONLINE