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2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen verliert beim TuS N-Lübbecke

Handball : Jetzt droht Bayer der Abstiegskampf

Mit nur drei gelernten Rückraumspielern, dafür drei Jugendlichen auf der Bank, war Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen beim TuS N-Lübbecke chancenlos. Jetzt wird die Partie am Freitag gegen TV Emsdetten zum Schlüsselspiel.

Am Freitag, weiß Dusko Bilanovic, „muss die Halle brennen.“ Denn am Freitag entscheidet sich, ob der von ihm trainierte TSV Bayer Dormagen den Rest der Spielzeit im Abstiegskampf der Zweiten Handball-Bundesliga verbringen muss. Noch liegen die Dormagener trotz der bisher höchsten Saisonniederlage, dem 25:36 (Halbzeit 13:18) beim TuS N-Lübbecke, sieben Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt.

Doch der Vorsprung könnte schnell aufgezehrt sein. Denn am Freitag (28. Februar, 19.30 Uhr) kommt der auf eben diesem 17. Tabellenplatz gelistete TV Emsdetten ins Bayer-Sportcenter, der sich im ersten Spiel unter Neu-Trainer Aaron Ziercke (löste unter der Woche Daniel Kubes auf der Bank des TVE ab) mit 31:27 gegen den als Tabellenzweiten angereisten ASV Hamm durchsetzte und zur Pause bereits mit 18:11 gegen den Aufstiegsanwärter führte.

In Form und Verfassung von Samstag dürften die Dormagener da nicht allzu viel entgegen zu setzen haben. Zum Hoffnungsträger könnte jetzt die medizinische Abteilung werden – falls es ihr gelingt, Bilanovic in fünf Tagen einen halbwegs Zweitliga-tauglichen Kader an die Hand zu geben. Davon konnte in Lübbecke nur bedingt die Rede sein. „Nettelstedt hat unseren dünnen Kader ausgenutzt“, stellte der Trainer fest, dem neben den bekannten Ausfällen von André Meuser, Julian Köster, Heider Thomas und Pascall Noll auch noch Eloy Morante Maldonado (Kniebeschwerden) und Jakub Sterba (Schmerzen am Sprunggelenk) fehlten. Damit standen Bilanovic nur drei „gelernte“ Rückraumspieler zur Verfügung, was dazu führte, dass zeitweise Kreisläufer Patrick Hüter die Regieposition in der Mitte übernahm – einen Job, den der Mannschaftskapitän im Übrigen gar nicht so schlecht erledigte.

Das reduzierte die Wechselmöglichkeiten auf ein Minimum. Denn auf der Bank saßen neben Linksaußen Nick Braun nur noch die A-Jugendlichen Matija Mircic, Fynn Johannmeyer und Tim Mast, die Bilanovic klugerweise dort sitzen ließ. „Bei diesem Spielverlauf hätte ich ihnen mit einem Einsatz keinen Gefalen getan, wenn schon gestandene Spieler Probleme gegen die individuell starken Nettelstedter haben,“ begründete der Trainer seine Entscheidung, es beim Positionswechsel zwischen Benjamin Richter (Angriff) und einem der beiden Kreisläufer (Patrick Hüter oder Carl Löfström) zu belassen.

Denn die Gastgeber kannten in ihrem Bestreben, Revanche für die 24:31-Hinspielniederlage zu nehmen, keine Gnade. Selbst als die Partie recht früh schon entschieden war (22:13, 37.), brachten sie weiterhin unnötige Härte ins Spiel, die in einer Roten Karte für Patrick Walczak nach Foul an Carl Löfström (45.) gipfelte. „Wir wussten, dass Dormagen aus personellen Gründen nicht viel wechseln konnte. Und dass wir auch daher als klarer Favorit ins Rennen gehen würden. Aber gerade solche Spiele können dann sehr gefährlich werden,“ erklärte TuS-Trainer Emir Kurtagic, warum er bis zum Schluss volle Konzentration von seinen Spielern forderte.

Die war aber nur bedingt nötig, weil die Gäste neben (zu) vielen Fehlern in der Vorwärtsbewegung (21 Fehlwürfe, davon mehr als die Hälfte durch Benjamin Richter und Ante Grabavac) in der zwangsweise umformierten Deckung überhaupt kein Mittel gegen die Lübbecker Rückraumschützen fanden, die alleine 22 der 36 Tore erzielten. Das muss gegen Emsdetten anders aussehen – „und dabei muss uns auch die Halle helfen,“ sagt Bilanovic. Denn bei einer Niederlage droht der Sturz in die akut abstiegsgefährdete Zone.