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2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen verliert beim ThSV Eisenach

Handball : TSV Bayer zeigt wieder sein Auswärtsgesicht

Nach zehn Minuten 4:0 geführt, am Ende 24:28 verloren – Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen macht wie so oft in fremden Hallen auch im Gastspiel beim ThSV Eisenach viel zu viele Fehler.

Acht Punkte hat der TSV Bayer Dormagen in dieser Saison in fremden Hallen geholt. Ein Blick auf den Spielplan lässt befürchten, dass keine weiteren mehr hinzu kommen. Zumindest nicht, wenn der Handball-Zweitligist bei seinen Gastspielen in Lübbecke, Coburg, Gummersbach, Dresden, Bietigheim und Essen so auftritt wie am Samstagabend vor 1683 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle.

4:0 führten die Dormagener nach zehn Minuten beim zuvor fünf Mal in Folge sieglosen ThSV Eisenach. Doch wer erwartet hatte, dass sich nun Verunsicherung breit machen würde bei den Hausherren, sah sich getäuscht. Sechs Minuten und eine Auszeit von Trainer-Routinier Sead Hasanefendic später lag der Aufsteiger mit 5:4 in Front, ließ die Bayer-Handballer nur noch ein Mal (beim 5:5) zu einem Gleichstand kommen, hatte fortan eindeutig das Heft in der Hand und stoppte schließlich mit einem verdienten 28:24-Sieg den Sturz in die Abstiegszone –vom TSV sind die Eisenacher nur noch einen Punkt entfernt.

Vom begeisternden Tempo-Handball, den die Dormagener sechs Tage zuvor beim 32:23 über den HSV Hamburg aufs heimische Parkett gelegt hatten, war nichts zu sehen am Samstagabend. Und das kann nicht allein daran liegen, dass zum Ausfall des schon gegen Hamburg fehlenden André Meuser sich der von Heider Thomas hinzu gesellte, der nach einer Minute mit Schmerzen im Oberschenkel auf der Bank Platz nahm. Sicher, ohne den Routinier wirkte die Abwehr nicht so sattelfest wie sonst.

Entscheidend waren aber die Unmenge Fehler, die sich die Dormagener auf der anderen Seite leisteten. 14 Mal an Torhüter Blaz Voncina zu scheitern, dessen Vertragsverlängerung die Eisenacher vor dem Anpfiff bekannt gegeben hatten, mag noch angehen. Viel schlimmer waren aber die Pass- und/oder Fangfehler, die ungenauen Zuspiele selbst bei Gegenstößen oder in der zweiten Welle, die Szenen, in denen die Gäste das Spielgerät einfach aus der Hand gaben.

Und es war nicht das erste Mal, dass die Dormagener so auftraten in dieser Saison, vor allem dann, wenn eine körperlich starke Abwehr so kompromisslos zupackt wie die der Eisenacher, was auch in der Verteilung der Zeitstrafen (10:2 Minuten) seinen Niederschlag fand. „Wir haben gut angefangen, dann aber viel zu viele freie Bälle verworfen. Und in der Abwehr standen wir nicht so wie wir wollten,“ gab Trainer Dusko Bilanovic zu. Das Bedenkliche: Die Fehlerquote zog sich ohne Ausnahme durch den gesamten Kader, einziger Lichtblick war Neuzugang Moritz Görgen, der seine ersten beiden Treffer für den TSV Bayer erzielte.

Die Partie in Eisenach machte erneut deutlich: Bayer fehlt es, vor allem in den kniffligen Auswärtsspielen, an einer ordnenden Hand, an einem Regisseur und Spielmacher. Das dürfte in der kommenden Saison nach dem Weggang von Eloy Morante Maldonado noch gravierender zu Tage treten – ob der TSV da gut beraten ist, die Vakanz auf der Mittelposition wie angekündigt „aus den eigenen Reihen“ zu besetzen, sollte sich die Sportliche Leitung noch mal durch den Kopf gehen lassen. Denn mit acht Auswärtspunkten spielt man nicht an der Spitze mit.