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Rhein-Kreis: Frühlingshaftes Konzert auf Schloss Dyck in Jüchen

Schlosskonzert in Jüchen : Frühlingshaftes Konzert auf Schloss Dyck

Das Trio Malarmé spielte im ausverkauften Hochschloss unter dem Titel „Frühlingszauber“.

Ein passenderes Motto hätte sich der Verein der Freunde und Förderer von Schloss Dyck nicht aussuchen können: „Frühlingszauber“ hieß das Konzert zum Saisonbeginn und passte so recht zum langsam erblühenden Garten und seinen barocken Strukturen. Das Trio Mallarmé glich sein Programm dem Motto geschickt an und begann das Konzert im vollkommen besetzten Festsaal des Hochschlosses mit einer Triosonate des französischen Barockmeisters Jean-Marie Leclair.

Das Trio kennt sich seit dem gemeinsamen Studium an der Musikhochschule Detmold im Jahr 2002. Martina Overlöper ist inzwischen Soloflötistin bei den Bochumer Symphonikern, Kerstin Beavers ist Vorspielerin der Bratschen bei den Düsseldorfer Symphonikern. Susanne Bürger hat sich nach einigen Jahren als Harfenistin in renommierten Orchestern entschieden, in den Schuldienst zu gehen und leitet an einem privaten Essener Elite-Gymnasium mehrere Ensembles.

Weit mehr als das Leclair-Arrangement bringt Maurice Ravel das Trio in einer Sonatine zur Entfaltung, er mischt die Klänge der Instrumente farbenreich, was die Interpretinnen zu perfekter Harmonie führte. Im Vorgriff auf das Beethoven-Jahr 2020 (250. Geburtstag) hat das Trio seine berühmte „Serenade op. 25“ – eigentlich für Flöte, Violine und Viola – geschmackvoll für seine Instrumente eingerichtet.

Die „Entrata“ beginnt barock, den Höhepunkt bilden die drei Andante-Variationen, die das kantable Thema vielfältig verzieren. Geradezu als Bereicherung durfte man das Spiel auf der Konzertharfe des traditionsreichen italienischen Harfenbauers Salvi genießen. Etwas befremdlich waren die „Fünf Stücke“ des russischen Komponisten César Cui. Der Professor für Befestigungswesen an einer Militärakademie in St. Petersburg schuf in seiner Freizeit erzkonservative, gefällige Salonmusik. Er starb 1918, im gleichen Jahr wie Claude Debussy. Dessen „Sonate für Flöte, Viola und Harfe“ (von 1916) ist Klang gewordene Poesie. Sie entschädigte vollkommen für die Salonmusik.

Debussy sagt zu dieser Kammermusik voller Esprit selbst: „Sie ist schrecklich melancholisch. Ich weiß nicht, ob man dabei lachen oder weinen soll. Vielleicht beides zugleich?“ In der überragenden Interpretation des Trio Mallarmé“vom zarten Pastorale bis zum „Allegro risoluto“-Finale kam beim Publikum  frühlingshafte Freude auf.