Büttgen: Klagen über Baustelle im Musikerviertel

Anwohner in Büttgen sauer : Klagen über Baustelle im Musikerviertel

Die Anwohner des Musikerviertels in Büttgen sind sauer. Sie fühlen sich durch eine enge Baustelle an der Ausfahrt im Alltag behindert und fordern Verwaltung und Politik dazu auf, eine Lösung für das Problem zu finden.

Auf der Lichtenvoorder Straße/Ecke Mozartstraße in Büttgen wird ein Einfamilienhaus gebaut. So weit, so gut. Doch die Anwohner des Musikerviertels – dazu zählen die Mozartstraße, Wagnerstraße, Händelstraße und Mendelssohnstraße – sind sauer. Mächtig sauer. Denn sie fühlen sich durch die Baustelle in ihrem Alltag behindert. „Wer von der Mozartstraße aus nach links abbiegen will, hat fast verloren“, sagt ein Mitglied der „Solidargemeinschaft“, die sich in den vergangenen Tagen und Wochen gebildet hat und jeden Tag wächst. Namen wollen die Anwohner noch nicht nennen, doch bei einem Ortstermin ist zu spüren, wie sehr ihnen die derzeitige Situation an die Nieren geht. „Am letzten Donnerstag kamen wir gar nicht mehr hier raus, nur über den Schleichweg, den nicht mal die Leute kennen, die schon 15 oder 20 Jahre hier wohnen“, heißt es weiter. Das Schlimmste daran: Die Sperrung war nicht einmal angekündigt worden – weder mit Schildern noch sonst wie.

Stadtsprecher Peter Böttner räumt auf Nachfrage ein, dass das zuständige Bauunternehmen an diesem Tag einen Fehler in der Planung gemacht habe. „Eigentlich sollte es nur eine Teilsperrung geben, die Straße wurde jedoch voll gesperrt“, sagt Böttner. Doch nicht nur über diesen Tag regen sich die Anwohner auf. Vor allem morgens, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen, herrscht Alarmstufe Rot auf der Mozartstraße. Dann wird diese teilweise zu einer „Ersatz-Rennstrecke“, wie ein Anwohner sagt. Dort, wo jetzt das Einfamilienhaus auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück gebaut wird, war vorher ein Parkplatz, auf dem die Eltern geparkt haben und von dort aus zu Fuß zur Schule gegangen sind. „Die Stadt versiegelt überall, gerade in Büttgen. Das kann so nicht weitergehen“, sagt ein Anwohner. Ziel der Solidargemeinschaft ist es, einen politischen Partner zu finden, um eine Lösung für das Problem, das seit knapp sechs Wochen besteht, zu finden – am liebsten die CDU, die die größte Fraktion im Stadtrat stellt.

Neben der Problemlösung fordern die Anwohner „eine alles umfassende und ungeschönte Kosten-Nutzen-Rechnung“, wie es in einem Positionspapier der Anwohner heißt. Doch auf diese Rechnung können die Anwohner wohl lange warten. „Eine Kosten-Nutzen-Rechnung kann nicht öffentlich erfolgen, das kann nur in einem nicht-öffentlichen Ausschuss beraten werden“, sagt Böttner. Es hat bereits einen Ortstermin mit Anwohnern, Politik und Verwaltung gegeben, bei dem die Situation noch einmal betrachtet worden ist. Ergebnis: Es sei nicht zu vermeiden, dass es bei Bauarbeiten zu Beeinträchtigungen kommt. Die Planung sei ein einziger „Designfehler“, wie ein Anwohner bemängelt.

„Es muss eine klare Vorfahrtsregelung an dieser Stelle her. Auch wenn dafür Bäume gefällt werden müssen“, meint ein Anwohner. Die Solidargemeinschaft behält sich rechtliche Schritte vor. „Wir möchten nicht mehr durch die Untätigkeit der Verwaltung traktiert werden“, heißt es.

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