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Jürgen Hardt: Seit 2009 fürs Städtedreieck in Berlin

Jürgen Hardt aus Wuppertal : Seit 2009 fürs Städtedreieck in Berlin

Jürgen Hardt (CDU) will den bergischen Wahlkreis 103 zum vierten Mal in Folge gewinnen. Ein Spätsommertag-Gespräch auf Schloss Burg.

Eigentlich ist Schloss Burg derzeit unter der Woche kein idealer Ort für ein ruhiges Gespräch. An vielen Gebäuden gehen Handwerker ihren Sanierungsarbeiten nach. Es ist laut und staubig. Jürgen Hardt hat dennoch gute Gründe, an diesem Spätsommertag die Burg als Treffpunkt vorzuschlagen.

Nicht nur, dass sie eines der wenigen gemeinsamen Symbole der drei bergischen Großstädte ist, die zum Wahlkreis gehören. Hardt (58) hat als amtierender Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 103 durch seinen Einsatz in Berlin insgesamt 15 Millionen Euro an Fördergeldern für die Modernisierung der Anlage ins Bergische gelotst.

Oft geht es um Geld, wenn sich die Rathäuser an ihn wenden. Alle drei Kommunen schieben Schuldenberge vor sich her. „Noch nie ist so viel Geld in die Kommunen geflossen“, sagt Hardt. Um den Städten in der Corona-Krise zu helfen, habe der Bund „enorme Schulden aufgenommen“. Die Folge sei allerdings, dass die Frage, wie die Städte von ihren Altschuldenbergen herunterkommen, weiterhin „ungelöst“ sei.

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Seit 2009 vertritt Hardt das Städtedreieck in Berlin. Er unterhält in allen Städten Büros, wo er sich mit Bürgern zu Gesprächen trifft. Es geht oft um individuelle Probleme. Zuletzt meldeten sich vermehrt Menschen, deren Angehörige noch kurz vor dem Abzug der Truppen aus Afghanistan zu Verwandtenbesuchen aufgebrochen sind – und nun festsitzen. Manchen, aber nicht allen habe er helfen können, sagt Hardt, der als außenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in Berlin ein gefragter Ansprechpartner auch für überregionale Medien ist.

Eine Garantie für den vierten Einzug in Folge in den Bundestag ist all dies nicht. Der Wahlkreis 103 gehört bei der CDU zu jener Kategorie, die man gewinnen muss, um dabei zu sein. „Ich gehe nicht davon aus, dass ich eine Chance habe, über die Liste reinzukommen.“ Hardt hat sich für Armin Laschet als Kanzlerkandidat starkgemacht. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass er unterschätzt und in Teilen unfair behandelt wird“, sagt er mit Blick auf die schlechten Umfragewerte.

Als 17-Jähriger trat Hardt 1981 in Eppstein im Taunus in die CDU ein. Auslöser war wie bei so vielen Politikern seiner Generation die Diskussion um den Nato-Doppelbeschluss. „ Ich habe nicht verstanden, warum nicht vorhandene amerikanische Raketen in Europa schlimmer sind als real vorhandene russische.“ Vor allem Heiner Geißler, neben dem er als 18-Jähriger bei einer Veranstaltung auf dem Podium sitzt, aber auch Norbert Blüm und Helmut Kohl nennt er als Einflüsse.

Vor seinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Heidelberg und später in Köln lässt sich Hardt bei der Bundeswehr zum Marineoffizier ausbilden. Nach dem Studium arbeitet er in der Bonner CDU-Geschäftsstelle im Adenauer-Haus für den Generalsekretär Peter Hintze. Der hat seinen Wahlkreis in Wuppertal. Über seine Kontakte erfährt Hardt, dass die Firma Vorwerk einen Leiter für die Unternehmenskommunikation sucht. Er zieht in die Schwebebahn-Stadt , wo er sich der dortigen CDU anschließt.

Der erfolgreiche Wahlkampf für Peter Jung, der Hans Kremendahl (SPD) 2004 als Oberbürgermeister ablöst, ebnet ihm unter anderem den Weg zur Kampf-Kandidatur im Jahr 2008 gegen den Solinger Fabian Kesseler. 2009 gewinnt er den Wahlkreis gegen den Remscheider Amtsinhaber Jürgen Kucharczyk (SPD). Seitdem pendelt er in den Sitzungswochen regelmäßig mit der Bahn nach Berlin. Mit dem Bus geht es vom Wohnort Uellendahl in Elberfeld zum Hauptbahnhof. Von dort fährt stündlich ein Zug in die Hauptstadt.