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Afghanistan: Aktuelle News und Infos zum Land am Hindukusch

Afghanistan: Aktuelle News und Infos zum Land am Hindukusch (Foto: pixabay)

Afghanistan

  • Hauptstadt: Kabul
  • Amtssprache: Paschto (Paschtunisch) und Dari (Dari-Persisch)
  • Fläche: 652.864 km²
  • Einwohnerzahl: knapp 29 Millionen Einwohner (Stand: 2020)

Im August 2021 zogen sich die internationalen Truppen aus Afghanistan zurück. Kurz darauf erlangten jedoch die Taliban die Kontrolle über das Land. Alle aktuellen Entwicklungen zur Lage in Afghanistan finden Sie in unserem Liveblog.

Seit der Machtübernahme der Taliban blickt die Welt auf Afghanistan und bangt um Menschen- und Frauenrechte im Land. Was Sie über das Land selbst wissen sollten, lesen Sie hier. 

Wo liegt Afghanistan? 

Das Land Afghanistan grenzt im Süden und Osten an Pakistan, im Westen an den Iran, im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan und im Nordosten an China. Das Binnenland verbindet Südasien, Zentralasien und Vorderasien. Im Land herrscht ein kontinentales Klima. 

Der Sommer in Afghanistan ist heiß und trocken, der Winter sehr kalt – doch je nach Region schwankt das Klima. Im Süden herrscht beispielsweise ein wärmeres subtropisches Klima, während der Norden zur gemäßigten Zone zählt, in der im Winter gelegentlich auch Schnee fällt. 

Die Natur in Afghanistan ist divers und beeindruckend, die Kultur und Sehenswürdigkeiten ein Muss für jeden Touristen – nur leider ist Afghanistan aufgrund der instabilen politischen Lage nicht sicher für ausländische Touristen. Selbst für Afghanen und Afghaninnen selbst ist das Land nicht sicher.  

Seit Jahren raten auswärtige Ämter von Reisen in das Land ab. Es ist – laut nach dem Global Terrorism Index 2020 das am stärksten von Terrorismus betroffene Land der Welt. Am 15. August 2021 stürzte die Terrororganisation Taliban die afghanische Regierung in Kabul und übernahm die Kontrolle im Land. 

Was ist die Hauptstadt von Afghanistan? 

Kabul ist die Hauptstadt von Afghanistan. Sie zählt über vier Millionen Einwohner und ist das kulturelle Zentrum des Landes. Die Geschichte von Kabul reicht über 3500 Jahre in die Vergangenheit. Damit hat die Hauptstadt Afghanistans eine der längsten Geschichten der Welt. 

In Kabul ist neben Regierungssitz auch der Sitz des obersten Gerichtshofs. Viele Universitäten, Banken und Firmen haben sich in der größten Stadt Afghanistans angesiedelt. Die Stadt liegt im Osten des Landes. Dari oder Dari-Persisch wird in Kabul am häufigsten gesprochen. 

Wie im Rest des Landes ist der Islam die dominierende Religion. Seitdem die Taliban 2021 die Kontrolle im Land übernommen haben, wird das Land noch stärker durch strenge Strömungen des Islam geprägt. Vor allem Frauen werden im Namen der strengen Interpretation der islamischen Gesetze durch die Taliban stark in Bezug auf Leben, Bildung und Arbeit einschränkt. 

Ist Afghanistan ein Entwicklungsland? 

Afghanistan ist ein wirtschaftliches Entwicklungsland, das seit vielen Jahren unter politischen Konflikten und Kriegen leidet. Afghanistan ist reich an Bodenschätzen, beispielsweise Uran, Öl, Gas und Kohle. Die Vorkommen sind jedoch kaum erschlossen. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft.

Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung lebt in den Städten. Über die Hälfte der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Doch nur wenig Land ist auch landwirtschaftlich nutzbar. Ein größerer Teil der Agrarflächen werden für den Opiumanbau verwendet. 

Das Land ist der größte Opiumproduzent der Welt. Der Handel mit der Droge trägt zu einem Großteil des Bruttoinlandsprodukts bei. Afghanistan gehört zu einem von 20 Ländern mit dem niedrigsten Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf weltweit. Das BIP lag 2020 bei lediglich 580 US-Dollar pro Jahr. 

Viele Menschen leben in Armut und mehr als die Hälfte der Menschen in Afghanistan haben weniger als einen US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Kinderarbeit ist nicht unüblich. Analphabetismus auch nicht. Bereits vor der Machtübernahme der Taliban gehörte Afghanistan zu einem der Länder mit der niedrigsten Bildungsrate. Nur etwa eine von drei Frauen und jeder zweite Mann können lesen.  

Was für Bodenschätze gibt es in Afghanistan? 

Afghanistan ist reich an Bodenschätzen, die durch die andauernden Kriege und Konflikte und die Armut im Land jedoch nie weitläufig erschlossen wurden. Es gibt Vorkommen von Eisen, Kupfer, Lithium, Kohle und Gold. Möglich sind auch Vorkommen von Uran, Öl und Gas. 

Wie viele Bodenschätze im Land vorhanden sind, lässt sich nicht sicher sagen. Etwa 70 Prozent der Landesfläche sind in Bezug auf Rohstoffe noch gänzlich unerforscht. Experten vermuten, dass Bodenschätze im Wert von bis zu drei Milliarden US-Dollar in den Böden Afghanistans schlummern. Der Abbau dieser Rohstoffe könnte Afghanistan von einem armen Land zu einem der führenden Exporteure für Rohstoffe machen. 

Bisher hat die Instabilität im Land den Abbau und Handel mit diesen Schätzen im großen Stil jedoch verhindert. Die Nachbarländer Afghanistans hoffen nun, dass durch die Machtübernahme der Taliban ein Zugang zu den begehrten Rohstoffen erschlossen wird.  

Bisher fehlt jedoch die nötige Infrastruktur, etwa Straßen und Schienen sowie eine funktionierende Bergbauindustrie. Das Land selbst verfügt nicht über die nötigen Mittel, die Bodenschätze zu bergen und ins Ausland zu transportieren.  

Nachbarland China hat der Talibanregierung bereits Hilfe zugesichert. Vorherige Kooperationen zum Abbau von Kupfer waren unter der vorherigen Regierung gescheitert. Auch andere Länder wie Russland, Pakistan und Usbekistan versuchen für gemeinsame Projekte mit der neuen Talibanregierung ins Gespräch zu kommen.

Aktuelle News und weitere Infos zu Afghanistan finden Sie hier.

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