Radevormwald: SPD-Fraktion äußert sich zum Altro-Mondo-Problem

Wohnungspolitik in Radevormwald : SPD sieht sich bestätigt durch Altro-Mondo-Probleme

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dietmar Stark fordert, dass die Stadt mehr Möglichkeiten bekommen muss, um beim Thema Wohnraum als Akteur tätig zu werden.

Der Konflikt zwischen Mietern der Siedlung „Auf der Brede“ und dem Vermieter Altro Mondo schlägt hohe Wellen in Radevormwald. Weil die Immobilienfirma trotz kalter Jahreszeit die Heizungen aus Wohnungen entfernen wollte, weigerten sich Mieter, die Handwerksbetriebe reinzulassen (die BM berichtete).

Die SPD-Fraktion in Radevormwald hatte bereits vor Monaten eine Umkehr in der Wohnungspolitik gefordert. „Die Vorgänge im Zusammenhang mit Altro Mondo bestätigen meine Meinung, dass hier etwas getan werden muss“, erklärt SPD-Fraktionsvorsitzender Dietmar Stark. Die Stadt müsse mehr Möglichkeiten bekommen, beim Thema Wohnraum als Akteur tätig zu werden. „Ordnungspolitisch gibt es ja ein Instrumentarium, um Vermieter, die die Menschen in ihrer Wohnung frieren lassen, zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bringen.“ Allerdings hatte Stark bereits im Sommer die Idee einer neuen Wohnungsgenossenschaft in die Diskussion gebracht. Er gab zu bedenken, dass die Sozialbindung von etwa 100 Wohnungen im Radevormwalder Stadtgebiet ablaufen wird, was für Menschen, die einen erschwinglichen Wohnraum benötigen, die Lage noch schwieriger macht. „Politik und Stadtverwaltung müssen da etwas tun“, bekräftigt Stark.

In Metropolen wie Berlin ist die Lage, was das Problem von steigenden Mietern betrifft, bereits so groß, dass über eine Mietpreisbremse verhandelt wird. Wie steht Stark zu diesem Instrument? „Da bin ich eher zurückhaltend“, meint der Sozialdemokrat. „Es gibt andere Wege, Maßnahmen im Rahmen der Wohnungsordnungspolitik, mit denen man diese Probleme angehen kann.“

Die Stadt Radevormwald hat mit so genannten Problemvermietern wie Altro Mondo seit Jahren einschlägige Erfahrungen gemacht. So beschwerten sich Anwohner darüber, dass die Grundstücke nicht ausreichend von Abfall befreit würden, auch fragwürdige Rechnungen, die an die Mieter verschickt wurden, hatten in den vergangenen Jahren für Aufregung gesorgt.