Radevormwald erhält maximal 550.000 Euro aus Digitalpakt

Schulen in Radevormwald : Bis zu 550.000 Euro aus dem Digitalpakt

Bevor Geld fließt, muss die Stadt den Bedarf nachweisen. Über die Förderrichtlinien informiert die Bezirksregierung alle Schulträger am Donnerstag. Dann ist auch Jürgen Funke, Leiter des Radevormwalder Schulamtes, vor Ort in Köln.

Vom Digitalpakt des Bundes könnte die Bergstadt mit bis zu 550.000 Euro profitieren. Das teilt Jürgen Funke, Leiter des Amtes für Schule, Kultur und Sport, mit. „Das Geld würde uns zustehen, wir bekommen das aber nicht so einfach geschenkt, sondern müssen unseren Bedarf aufzeigen“, erläutert er. Außerdem müssten die Kommunen die Voraussetzungen des Fördergebers erfüllen. Wie die konkret aussehen, ist noch unklar. Für Donnerstag hat die Bezirksregierung alle Schulträger eingeladen, dann wird sich auch Jürgen Funke aus erster Hand informieren.

„Dann geht es um Details, wie eine Förderung aussieht“, sagt Funke. Generell sei Radevormwald seiner Ansicht nach auf einem guten Weg, schließlich habe man schon Ende 2018 einen Medienentwicklungsplan vorgelegt, der nun als Grundlage diene, um Mittel aus dem Digitalpakt abrufen zu können. Funke weiß auch schon, dass die Stadt Mittel für Projekte abrufen darf, die seit Mai 2019 laufen. Da geht es vor allem darum, dass in einigen Schulen Endgeräte installiert wurden, in erster Linie Projektionsgeräte wie Beamer für die White Boards, aber auch um Vernetzungsarbeiten zur Installierung der neuen Technik.

„Wir müssen jetzt einfach schauen, inwieweit diese Maßnahmen, die wir schon getätigt haben, auch vom Fördergeber akzeptiert werden“, sagt Funke. Er merke, dass die Bezirksregierung nach der Freigabe des Digitalpakts nun langsam in Fahrt komme und die ersten Richtlinien herausgegeben habe. Radevormwald sei da sicher schon ein Stück weiter, müsse jetzt aber erst einmal abwarten. Für Funke gibt es zurzeit noch mehr Fragen als Antworten: Wie wird der Digitalpakt umgesetzt? Wann steht das Geld den Kommunen zur Verfügung? Wie wird es gezahlt? Wie flexibel ist die Ausführung möglich? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Von den 550.000 Euro könnten auf jeden Fall alle Schulformen in Radevormwald profitieren. Bei der Förderschule müsse man schauen, wie Rade an Geld kommt, denn die Bergstadt ist Teilstandort und Hückeswagen der Träger. „Es gibt noch viele Fragen, und wir hoffen auf baldige Antworten“, sagt Funke. Man sei gespannt, weil viele Dinge eben noch offen und ungeklärt seien.

Funke erinnert gerne an das Programm „Gute Schule 2020“, über das die Stadt auch bereits viele digitale Maßnahmen abgerechnet habe. „Uns ist es wichtig, alle Schulen auf einen möglichst gleich guten Stand zu bringen“, sagt er. Jede Einrichtung solle die bestmögliche Ausstattung bekommen. Und da sei die Bergstadt wirklich auf einem guten Weg. „Wir haben auch für alle Schulen einen gewissen Standard festgelegt“, sagt er. Bereits seit 2018 sei man dabei, die Vernetzung und die Installierung von Endgeräten zu forcieren. Wenn in zwei Jahren die Realschule ausläuft, soll die Sekundarschule, die dann das komplette Gebäude an der Hermannstraße nutzt, mit neuester Technik arbeiten können. Deshalb werde dort schon jetzt Schritt für Schritt modernisiert.

Bei den Grundschulen baue man die digitale Infrastruktur ebenfalls sukzessive aus. „Das geht nicht alles in einem Jahr, sondern nur je nach Personalstärke und ist abhängig davon, wie viel Geld jeweils bezuschusst wird“, sagt Funke. Seiner Auffassung nach liege die Stadt aber gut im Zeitplan, das Schulamt pflege einen ständigen Kontakt zu den Schulleitern und tausche sich aus. „Wir wollen möglichst flexibel reagieren, wenn irgendwo ein Bedarf entsteht“, sagt der Schulamtsleiter.

Funke würde gerne so schnell wie möglich die Mittel aus dem Digitalpakt abrufen, schließlich sollen alle im Medienentwicklungsplan dargestellten Maßnahmen für Radevormwald bis 2021/2022 abgeschlossen sein. „Wenn Geld aber erst 2023 fließen sollte, müssen wir unsere Priorisierungen nochmal überarbeiten und den Medienentwicklungsplan dem Digitalpakt anpassen“, kündigt er an. Deshalb möchte Jürgen Funke auch nochmal persönlich mit der Bezirksregierung in Köln sprechen. Das soll nach den Herbstferien möglichst noch im November erfolgen. „Die Bezirksregierung muss jetzt liefern und uns ihre Erwartungen mitteilen“, sagt Funke.

Mehr von RP ONLINE