Radevormwald: Baustellen sind nervig, haben aber durchaus ihren Sinn

Ansichtssache : Baustellen sind nervig, haben aber durchaus ihren Sinn

Für Verkehrsteilnehmer ist es bisweilen schwierig, sich ihren Weg innerhalb von Rade zu bahnen. Vielleicht öffnet die Stadtbücherei irgendwann auch mal sonntags – schön wär’s ja...

Ferien sind wunderbar – zumindest für jene, die Urlaub machen können. Doch wer während der Herbstferien daheim bleiben und arbeiten muss, dem bleibt neben dem Neid auf die Reisenden auch der Ärger mit den vielen Baustellen, die während der Ferienwochen eingerichtet werden. Wie die Pilze im Herbstwald, so schießen die rot-weißen Baken aus den Fahrbahnen, so scheint es.

In Radevormwald mussten die Autofahrer in diesem Jahr schon öfters die Zähne zusammenbeißen. So war die Bundesstraße 229 in Richtung Halver während der Sommerferien komplett gesperrt, was nicht nur den Verkehrsteilnehmern auf die Nerven ging, sondern auch den Bewohnern der anliegenden kleinen Ortschaften, durch welche sich die Blechlawine jener Fahrzeuge quälte, deren Halter die offizielle Umleitung für zu lang hielten. Die Schäden sind bekanntlich noch immer zu sehen.

STEFAN GILSBACH. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Nun trifft es jene, die regelmäßig in Richtung Schwelm oder Ennepetal unterwegs sind. Die B 483 wird saniert, auf einem kleinen Teilstück zwar, aber gesperrt ist nun einmal gesperrt. Und was die Kaiserstraße betrifft, so werden viele Rader allmählich das Gefühl bekommen, dass dort nie wieder normaler Verkehrsfluss möglich sein wird. Denn wenn die jetzigen Arbeiten und die Baustelle am „Knippings Eck“ beendet sein werden, dann steht ja schon die Planung für den Kreisverkehr an, der an dieser Stelle entstehen soll. Und der wird auch nicht in einem Tag gebaut. Nun ist es ja in Ordnung, wenn man seinen Ärger ein wenig raus lässt, aber dann sollten die Kritiker sich darauf besinnen, dass die Baustellen ja ihren Sinn haben und nicht, wie im „Blaumilchkanal“ von Ephraim Kishon, von einem Verrückten verursacht werden. Wenn Straßen in einem schlechten Zustand sind, wird schließlich auch geschimpft. Und das von vielen leidenschaftlich geforderte Glasfasernetz für ein schnelleres Internet muss auch in die Erde verlegt werden. Also gelassen bleiben – jede Baustelle wird einmal beendet, vielleicht sogar die des Berliner Flughafens.

Für Menschen, die gerne lesen, gibt es eine gute Nachricht: Kommunale Bibliotheken können künftig auch sonntags öffnen. Gerade für Berufstätige eine schöne Vorstellung: Einfach mal entspannt in den Bücherregalen stöbern, anstatt gehetzt an Werktagen nach Feierabend noch zur Bibliothek zu eilen. Immerhin bieten viele Einrichtungen bereits die Möglichkeit an, Bücher an Außenschaltern zurückgeben zu können. Doch leider ist es immer noch so, dass die Öffnungszeiten der Stadtbüchereien hauptsächlich Kindern, Jugendlichen und Senioren zugute kommen. Ein Sonntagsangebot steht und fällt mit dem Personal. Daher wird es in Rade wohl erst einmal bei den gewohnten Öffnungszeiten bleiben. Vielleicht gibt es ja in Verbindung mit Veranstaltungen mal die Möglichkeit, sonntags zu stöbern.

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