Radevormwald: Mehr Optimismus beim Kinder- und Jugendring

Jugend in Radevormwald : Zuversicht beim Kinder- und Jugendring

Nachdem der Vorsitzende Reiner Klausing Anfang 2019 in einem Offenen Brief Kritik am Zustand der Jugendarbeit in der Stadt geäußert hatte, sieht er nun neue vielversprechende Ansätze.

Anfang des Jahres konnte man beinahe glauben, dass Reiner Klausing am liebsten das Handtuch werfen würde. In einem Offenen Brief wandte sich der Vorsitzende des Radevormwalder Kinder- und Jugendrings an die Öffentlichkeit und teilte seine Enttäuschung über die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik mit. Aus dem Rathaus komme zu wenig Unterstützung für die Jugendarbeit vor Ort, und bei der Politik herrsche vor allem Desinteresse an Themen, die junge Menschen interessieren.

Acht Monate später wirkt Reiner Klausing deutlich entspannter, wenn er über dieses Thema spricht. Offenbar habe der Brief doch ein gewisses Aufhorchen bewirkt, daher bereue er diesen Schritt nicht. In der Politik, das habe man ja in der vergangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses gemerkt, würden Themen der Jugendarbeit nun wieder diskutiert. „Da ist eine Menge in Bewegung“, sagt Klausing.

In dieser Sitzung ging es unter anderem um die Pläne, ein Jugendfreizeitgelände in der Stadt zu finden, wo die Jugend sich treffen kann, Skateboard fahren usw. In diesem Zusammenhang soll auch eine aufsuchende Jugendarbeit stattfinden. „Denn ganz unbetreut funktioniert das nicht“, meint Klausing. Viele Rader werden dabei an die BMX-Anlage denken, die inzwischen dicht gemacht wurde. Allerdings, so der Jugendring-Vorsitzende, solle man da den jungen Menschen auch nicht zu viele Vorwürfe machen.

Ein weiteres Projekt der Verwaltung, das der neue Jugendamtsleiter Peter Horn ansprach und das in den Reihen des Kinder- und Jugendrings auf positive Reaktionen stößt, ist die geplante Teilhabe der Jugend an der Kommunalpolitik, etwa über eine Art Jugendparlament. „Die aktuelle Shell-Studie hat ja gezeigt, dass die junge Generation durchaus nicht so unpolitisch ist, wie manche glauben“, sagt Reiner Klausing. Ein weiterer Beleg dafür seien die Demonstration gegen den Klimawandel. Die Jugend dazu zu bewegen, sich auch ganz konkret in der Politik vor Ort zu engagieren, klappe freilich nur, wenn man ihre Möglichkeiten zur Gestaltung erweitere und ihnen die Chance gebe, „selbst wirksam zu werden“, sagt der Vorsitzende. Allerdings müssten die Älteren im Rat dann auch irgendwann den Weg frei machen.

Die genannten Themen werden bei der kommenden Jahreshauptversammlung des Kinder- und Jugendrings zweifellos eine Rolle spielen. Sie findet statt am Montag, 28. Oktober, um 18 Uhr, im Caritashaus an der Hohenfuhrstraße. In der Versammlung geht es zunächst um die Regularien, es steht unter anderem die Wahl des Vorstandes an. Im Anschluss (gegen 19 Uhr) an die eigentliche Tagesordnung findet ein Themenabend mit einem Schulungsangebot zum Thema Kindeswohlgefährdung statt, der etwa zwei Stunden dauern wird. Referent ist Thomas Vaupel vom Jugendamt Wipperfürth. Diese Schulung richtet sich besonders an pädagogische Kräfte in der Kinder- und Jugendarbeit sowie Fachkräfte in Schule und Kindergarten.

Der Radevormwalder Kinder- und Jugendring ist der Zusammenschluss von Jugendverbänden, Sportvereinen und Jugendinitiativen in Radevormwald.

Mo. 28. Oktober, 18 Uhr, Caritashaus, Hohenfuhrstraße 16.

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