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Mönchengladbach: Alte Obstsorten wachsen jetzt in Neuwerk

Aktion der Katholischen Hauptschule : Alte Obstsorten wachsen jetzt in Neuwerk

Gemeinsam mit der Kolpingfamilie pflanzten die Schüler Bäume und Blumen an. Die Wiese soll ein Ort der Begegnung werden und Natur erlebbar machen.

Schafsnase und Winterrambour: Das sind zwei alte rheinische Apfelsorten, die nun auf der Grünfläche an der Ecke Loosenweg und Adlerstraße in Neuwerk wachsen dürfen. Gemeinsam mit Kirsch-, Pflaumen- und alten Birnenbaumsorten wurden sie jetzt dort von Schülerinnen und Schülern der Katholischen Hauptschule Neuwerk gepflanzt, unterstützt durch Lehrer und Eltern. „Das ist eine gemeinsame Aktion der Schule mit der Kolpingfamilie Mönchengladbach“, sagte Brigitte Vieten.

Neben den Bäumen sollen dort auch Blumen wachsen. Dafür ist die Garten-AG der Schule verantwortlich, geleitet von Jasmin Köner, die ebenso wie Brigitte Vieten bei der Kolpingfamilie aktiv ist. Die Garten-AG, zu der 13 bis 14 Jahre alte Schülerinnen und Schüler gehören, werde zudem noch drei Hochbeete mit Kräutern und Salatpflanzen anlegen und betreuen.

„Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen und im Laufe eines Kalenderjahres Natur erlebbar machen“, sagte Vieten. Allerdings brauche es noch Geduld, bis die ersten Früchte geerntet werden könnten. Jasmin Köner rechnet in drei bis fünf Jahren damit. Wenn dann die erste Ernte ansteht, soll es ein Nachbarschaftsfest geben. „Wir wollen eine Obstwiese für Insekten, aber auch für die Schüler und die Anwohner“, sagte Vieten. Die meisten Nachbarn hat sie für eine Baumpatenschaft gewinnen können, damit die Bewohner die Bäume nicht aus den Augen lassen. Eine von ihnen ist Rita Eisenblätter. „Ich finde das Projekt, bei dem die Kinder Zugang zur Natur finden, sehr gut.“ Im Übrigen werde auf dieser Wiese Natur erlebbar gemacht und es entstehe kein Gebäude. „Wir haben mit der Stadt einen Gestattungsvertrag für dieses Grundstück abgeschlossen“, berichtete Brigitte Vieten. Sie hat sich an den Naturpfleger Günter Wessels gewandt, der ein Experte für alte Obstsorten ist. „Er hat uns eine Liste gegeben, dann konnten sich die Anwohner einen Baum für die Patenschaft aussuchen.“

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„Diese alten Obstsorten sind wieder sehr gefragt“, sagte Günter Wessels. Er habe 13 Bäume von einer Baumschule in Erkelenz besorgt. „Ein Walnussbaum ist zudem von einem Nachbarn gespendet worden“, sagte Wessels. Er selbst pflanze als Mitglied des Naturschutzbundes viele Bäume im Stadtgebiet. „Alte Sorten sind eine Auflage der Stadt, um sie zu fördern.“

In Neuwerk werden die jungen Bäume vor dem Pflanzen mit Kaninchendraht umgürtet, bis tief in die Wurzeln hinein. „Das hält Wühlmäuse ab“, sagte Wessels. Noch bedrohlicher für die heranwachsenden Bäume aber sei die Trockenheit, deshalb sei es immer sinnvoller, Bäume im Herbst zu pflanzen. Wessels hat die Standpunkte für die Bäume vermessen, damit jeder Baum genug Platz zur Entfaltung hat. „Wir haben jeweils zehn Meter Abstand eingehalten und geprüft, dass die Obstsorten nicht durch bestehende Großbäume beschattet werden.“

(ruf)