Vorschulkinder sind Waldkönner Waldkindergarten „Wilde Hummeln“ ausgezeichnet

Mönchengladbach · Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat ein Auszeichnungsverfahren ausgelobt. Der Waldkindergarten „Wilde Hummeln“ beteiligte sich, und die Vorschulkinder mussten dafür einige Aufgaben erfüllen, unterem Gemüse anbauen.

Johanna bastelt aus Blüten ein Bild. Das macht sie am liebsten draußen in der Natur.

Johanna bastelt aus Blüten ein Bild. Das macht sie am liebsten draußen in der Natur.

Foto: bauch, jana (jaba)

Die Kinder des Waldkindergarten „Wilde Hummeln“ in Rheydt sind bei wirklich jedem Wetter draußen. Dort wird mit allem, was die Natur so hergibt, gebastelt, gebaut und gespielt. „Wir pflanzen auch eigenes Obst und Gemüse an“, sagt Vorschulkind Johanna, die in ihrer Draußen-Kinderküche einen leckeren Salat aus Johannisbeeren und Brennnesseln zaubert. „Wir dürfen die Dinge, die wir hier im Kindergarten finden, aber nur essen, wenn wir vorher die Erzieher gefragt haben“, ergänzt Johannas Freund Benjamin. In die gemütlichen Bauwagen am Eingang des Kindergarten zieht es die 33 entdeckungsfreudigen Kinder und ihre Erzieherinnen sowie Erzieher übrigens nur selten. „Wir sind wirklich die meiste Zeit draußen, die Kinder haben immer gute Klamotten an, die sie vor Nässe und Kälte schützen“, erklärt Einrichtungsleiterin Janine Tüsche. Ein Konzept voller Engagement und Vielfalt, dass den Kindern unheimlich viel mitgibt – vor allem im Bereich der Natur.

Da lag es für Janine Tüsche und ihre Kollegen nahe, am Auszeichnungsverfahren der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e.V. teilzunehmen, das Anfang 2021 ins Leben gerufen wurde. Dieses Verfahren richtet sich an Organisationen und Einrichtungen, die eine langfristige und regelmäßige Einbindung von wald- und naturpädagogischen Inhalten in ihrem Bildungsalltag vorweisen können. Die SDW möchte damit die waldbezogene Bildungsarbeit unterstützen und auf besonderes Engagement aufmerksam machen, um möglichst viele zur Nachahmung zu motivieren.

Die Arbeit des Kindergarten „Wilde Hummeln“ wurde jetzt vom SDW Landesverband NRW gewürdigt. Marie-Luise Fasse, Stellvertretende Bundesvorsitzende der SDW, hatte die Ehre, die Waldkönner-Auszeichnung im Waldkindergarten selbst zu überreichen. „Ich mache das seit 20 Jahren, aber das schönste im Ehrenamt sind immer solche Treffen hier“, sagt sie in Richtung der gespannten Kinder. „Ein Waldkindergarten ist etwas ganz Tolles, hier kann man sich dreckig machen und niemand schimpft“, sagt sie lachend. Das Fasse die Waldkönner-Auszeichnung nach Rheydt gebracht hat, liegt übrigens nicht an der Tatsache, dass es sich bei den „Wilden Hummeln“ um einen Waldkindergarten handelt und sie ohnehin viel in der Natur unterwegs sind. Vielmehr musste sich die Einrichtung die Auszeichnung in den vergangenen Monaten noch einmal besonders verdienen. In einer waldbezogenen Bildungsarbeit wurden verschiedene Projekte realisiert. „Unter anderem haben wir das Projekt zum Anbau von Gemüse und Kräutern, ,Wir ackern für Bildung‘, durchgeführt“, sagt Leiterin Tüsche. Und auch ein Waldknigge wurde erstellt. „Wir haben mit den Kindern besprochen, wie man sich im Wald verhält, was geht und was nicht geht. Denn wir sind ja nur zu Besuch“, erklärt sie.

Darüber hinaus hat die Einrichtung auch eine Umweltpatenschaft für die angrenzende Wiese am Seniorenzentrum übernommen. „Hier sammeln wir mit den Kindern immer wieder Müll und lernen auch das Trennen der verschiedenen Materialien“, sagt Tüsche. „Am meisten Spaß gemacht hat mir das herstellen eines eigenen Naturparfüms“, sagt Kindergartenkind Jonathan. „Da haben wir Blüten mit Wasser gemischt“, ergänzt er. Die Waldkönner-Auszeichnung ist Teil des größten Bildungsprojektes der SDW „Bildungsnetzwerk Wald und Klima – Die Klimakönner“.

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