Kunst im öffentlichen Raum Gelb-blaue Skulptur im Rathausinnenhof lädt zum Sitzen ein

Mönchengladbach · Atelierstipendiat Viron Erol Vert installierte jetzt seine Abschlussarbeit. Sie wird ein Jahr dort bleiben. Was sie widerspiegelt, und warum sie diese Farbe hat.

 Künstler Viron Erol Vert auf der von ihm gestalteten Skulptur, die hier gerade im Aufbau ist.

Künstler Viron Erol Vert auf der von ihm gestalteten Skulptur, die hier gerade im Aufbau ist.

Foto: Angela Pontzen

In Sonnengelb, Königsblau und dezentem Rosa leuchten die acht Sitzelemente des Künstlers Viron Erol Vert, die jetzt an prominenter Stelle im Innenhof des Rathauses Abtei aufgebaut wurden.

Vert war im Jahr 2021 Atelierstipendiat der Josef-und-Hilde-Wilbertz-Stiftung und lebte und arbeitete für ein halbes Jahr im Atelierhaus an der Steinmetzstraße. Das Stipendium beinhaltet auch die Produktion einer Abschlussarbeit, die während oder nach der Zeit in Mönchengladbach fertiggestellt werden kann. Der jeweilige Künstler kann mit einem Budget von 9000 Euro planen.

 Zunächst müssen die einzelnen Elemente in der richtigen Abfolge zusammengesetzt werden.

Zunächst müssen die einzelnen Elemente in der richtigen Abfolge zusammengesetzt werden.

Foto: Angel Pontzen

„Die Idee zu einem Kunstwerk entwickelt sich, ist ein Prozess“, sagt Vert. Die Arbeit an sich beinhalte den Aufenthalt in der Stadt, das Aufsaugen der Atmosphäre und den Alltag der Bürger sowie den Austausch mit ihnen. Die Anfangsidee zur Skulptur „Flexible Color Circle_II“ entstand bei einem Spaziergang durch die Stadt. Der Weg führte Vert auch in den Rathaus-Innenhof, und für den Künstler formte sich der Wunsch, ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum zu schaffen. „Die sechsmonatige Stipendiatszeit reicht oft nicht aus, um eine Idee und das fertige Kunstwerk zu entwickeln“, sagt Irina Weischedel vom Kulturbüro, die die Atelierstipendiaten betreut. Zeit zum Reflektieren über das Erlebte bliebe oft erst nach dem Aufenthalt in der Stadt. Wenn außerdem ein Werk im öffentlichen Raum errichtet werde, nähmen Abstimmungsprozesse zusätzlich Zeit in Anspruch. Deswegen werde die mobile Skulptur erst jetzt installiert.

Ein Teil des Kreises ist schon zu erkennen.

Ein Teil des Kreises ist schon zu erkennen.

Foto: Angel Pontzen

Ein Jahr lang soll sie in vier wechselnden Positionen zu sehen und zu benutzen sein. „Die erste Formation der acht bankartigen Elemente bildet einen Kreis mit Öffnungsmomenten“, sagt Vert. Im Verlauf der sich ändernden Zusammenstellung öffne und fragmentiere sich die Skulptur immer weiter. Das Kunstwerk symbolisiere die Stadt, die Bewegung der Zeit und die unterschiedlichen Positionen in der Gesellschaft. „Mit jedem Positionswechsel hat das Publikum die Möglichkeit, einen neuen Blick einzunehmen, flexibel zu sein“, so Vert. Die Bänke, die zum Sitzen einladen sollen, sind aus Holz hergestellt und mit wasserfestem seidenmatten Lack koloriert. Die Grundfarben greifen die Farben des Stadtwappens auf, das im Innenhof auch präsent ist. Die kubistisch-modernen Formen der Element stünden in einem schönen Kontrast zu den alten Gemäuern des ehemaligen Abteigebäudes. Der Standort habe Vert auch gereizt, weil er die Keimzelle der Stadt sei. „Die Arbeit hält auch den Moment fest, in der sich die Stadt gerade befindet, nämlich in einem Prozess. Umwandlung, Umbauten, Investitionen und Erweiterungen finden sich in der flexibel veränderbaren Struktur der Element wieder.

Hier ist das Kunstwerk fertig aufgebaut: Kreisform mit verschiedenen Öffnungen.

Hier ist das Kunstwerk fertig aufgebaut: Kreisform mit verschiedenen Öffnungen.

Foto: Angela Pontzen

Am Samstag 29. April, wird der „Flexible Color Circle_II“ ab 11 Uhr offiziell eingeweiht. Parallel zeigt das Kulturbüro eine weitere Ausstellung im Rahmen der Reihe „Kunst im Rathaus“ mit Werken von Yolanda Encabo, Klaus Schmitt und Martin Lersch.

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