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Naturschutzbund Niederkrüchten bepflanzt Streuobstwiese in Oberkrüchten

Naturschutzbund Niederkrüchten : Mehr Gratis-Obst für Oberkrüchtener

Am Wochenende wurden die ersten Bäume auf der neuen Streuobstwiese des Naturschutzbundes gepflanzt — vor allem alte, regionale Sorten wie „Schöner von Elmpt“. Wann können die Bürger erstmals naschen?

Der Naturschutzbund (Nabu) Niederkrüchten hat rund 5400 Quadratmeter Grünland in Oberkrüchten gepachtet und dort eine neue Streuobstwiese angelegt. Am Samstag haben ehrenamtliche Helfer und Nabu-Fachleute der AG Obstwiesenschutz die Obstbäume gepflanzt.

 

Was wird auf der neuen Streuobstwiese wachsen?

„Es wurden 14 Obstbäume gepflanzt“, erklärt Jürgen Richterich, Ansprechpartner der Nabu-Gruppe Niederkrüchten und Schwalmtal. „Dabei handelt es sich um hochstämmige, alte, regionale Sorten“, erklärt er. Darunter sind Obstsorten wie die Rote Sternrenette, Schöner von Elmpt, Schattenmorelle und Bühler Frühzwetsche. „Wir haben diese Sorten ausgewählt, da sie bereits in kurzer Zeit mit ihren Blüten der Insektenwelt helfen und in einigen Jahren wertvolles Tafelobst und naturbelassene Fruchtsäfte liefern werden.“

 

Wann können erste Früchte geerntet werden?

Die kommenden Jahre sind mehr auf die Erziehung der Bäume ausgerichtet, der Ertrag stehe noch in weiter Ferne. „Bei der Menge an Bäumen die wir hier pflanzen, geht es auch nicht nur um den Ertrag. Die Entwicklung einer naturnahen Fläche steht im Vordergrund“, so Richterich. Erst nach zehn bis 15 Jahren könne man mit gut entwickelten Obstbäumen rechnen und Ernteerfolge erzielen.

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Warum sind Streuobstwiesen wichtig?

„Streuobstwiesen sind ein wichtiges Kulturgut. Sie kommen aus dem Süden und haben sich mit der Zeit auch am Niederrhein etabliert — damals noch zur Selbstversorgung“, erklärt Richterich. Heute stehe besonders der ökologische Aspekt im Vordergrund: „Es ist eine sehr artenreiche Fläche, ein wichtiger Erholungsraum für Menschen und Lebensraum vieler Tierarten. Auch mannigfaltige Pflanzen und Pilze finden wir dort“, erklärt der Naturschützer.

 

Was kosten die Anlage und der Unterhalt einer solchen Wiese?

Der Nabu hat die 5400 Quadratmeter Grünland in Oberkrüchten für einen symbolischen Wert von einem Euro gepachtet. „Man ist froh, dass die Fläche jetzt wieder gepflegt wird und sich naturnah entwickelt“, erläutert Richterich. Den Unterhalt könne man nicht beziffern: „Es sind Leistungen von Freiwilligen, die man nicht bemessen kann.“

 

Wo gibt es bereits Streuobstwiesen in Niederkrüchten?

Der Naturschutzbund unterhält drei Streuobstwiesen im Gemeindegebiet. Eine Streuobstwiese liegt nördlich der Ortschaft Oberkrüchten, man kenne die Region auch unter dem Namen „Hennesgarten“. Dort wurden auf knapp 10.000 Quadratmetern 45 Apfelbäume sowie einige Süß- und Sauerkirschen gepflanzt. Eine weitere Wiese mit etwa 5400 Quadratmetern liegt unmittelbar vor der Siedlung Venekoten. Auf ihr stehen bislang nur wenige, kleine Obstbäume. Die neu bepflanzte Fläche am Schmutzersweg in Oberkrüchten ist die dritte Nabu-Streuobstwiese.

 

Plant der Nabu noch weitere Streuobstwiesen?

„Wenn wir Möglichkeit haben, noch weitere Flächen zu pachten, würden wir das mit Sicherheit tun“, sagt Richterich. Aber auch wenn Menschen sich selber eine Streuobstwiese anlegen möchten, unterstütze der Nabu gerne mit seiner Expertise in der Standort- und Sortenauswahl.