KFC Uerdingen: Bittroff brennt auf seine Chance

KFC Uerdingen : Bittroff brennt auf seine Chance

Der 30 Jahre alte Abwehrspieler hadert mit seiner Rolle auf der Bank. Aufgrund der Sperre von Kevin Großkreutz könnte der rechte Außenverteidiger gegen Rostock wieder auf seiner ehemaligen Stammposition zum Einsatz kommen.

Alexander Bittroff ist unzufrieden. Eigentlich geht müsste es ihm gut gehen: er ist gesund, spielt Fußball, verdient gutes Geld. „Ja, das ist alles okay“, sagt der Abwehrspieler des KFC Uerdingen. „Aber ich kann es nicht nachvollziehen, dass ich nicht spielen kann.“

Bittroff ist enttäuscht. Der Defensivspieler, der 167 Mal in der Zweiten und 50 Mal in der Dritten Liga gespielt hat, ist derzeit zweite Wahl. In der vergangenen Saison war das noch anders. Da hat er kaum eine Minute gefehlt, war als rechter Verteidiger gesetzt.

In dieser Saison stand er beim verpatzten Saisonauftakt gegen Unterhaching (1:3) auf dem Platz. Danach kam er nur noch zu zwei Kurzeinsätzen in Braunschweig und in Cottbus. Bei elf Begegnungen gehörte er nicht einmal dem Kader an. Bittroff versteht die Welt nicht mehr: „Ich würde gerne wissen: wieso, warum weshalb? Ich bin der einzige Stammspieler der vergangenen Saison, der außen vor ist. Aber wenn der Kevin hinten rechts spiel, ist es schwierig.“ Kevin Großkreutz, Deutschlands Weltmeister von 2014, spielt jetzt dort, wo in der vergangenen Saison Bittroffs Stammplatz war.

Am Samstag allerdings nicht, da ist Großkreutz wegen der fünften Gelben Karte gesperrt. Bittroff brennt auf seinen Einsatz, doch darf er spielen? „Was der Trainer macht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall würde ich mich freuen.“

Und was macht Trainer Stefan Krämer? Er muss sich zwischen Bittroff und Jan Holldack entscheiden. Aber er attestiert Bittroff, aber auch den anderen Ersatzspielern eine professionelle Einstellung. „Die Jungs ohne Einsatzzeiten lassen sich nicht hängen“, sagt der Coach. „Der Konkurrenzkampf ist groß.“

Bittroff ist jedenfalls auf einen Einsatz gegen Rostock vorbereitet. „Hansa ist ein guter Gegner“, sagt er. „Sie waren gegen Osnabrück das bessere Team und sind nach einem Rückstand zurück gekommen. Wir müssen in der Defensive gut stehen, müssen nicht unbedingt schön spielen. So ist das in der Dritten Liga: Wer da defensiv besser steht, der gewinnt das Spiel.“

Bittroff kennt den unterschied zwischen der Zweiten und Dritten Liga gut. Mit Blick auf die fußballerische Qualität des Uerdinger Kaders sagt er: „Mit dieser individuellen Klasse müssten wir eigentlich ganz anders spielen. Aber das ist in der Dritten Liga nicht möglich. Da bekommst du keinen Meter Raum. Der Fußball ist ein völlig anderer als ein, zwei Klassen höher. Deshalb haben wir uns jetzt angepasst.“

Tatsächlich haben die Blau-Roten ihre Spielanlage verändert. „Wir bespielen die Räume jetzt etwas anders, vor allem in jenen Bereichen, in denen wir Fehler produziert haben“, sagt Krämer. Die Fehler wurden reduziert, und wenngleich nicht alle vermeidbar sind, so ist die Reaktionsmöglichkeit eine andere.

Auch gegen Hansa Rostock wird es wieder darauf ankommen, Fehler zu vermeiden. Bittroff würde gerne dabei helfen, den vierten Sieg in Folge ohne Gegentor zu feiern. Aber ganz gleich ob er spielt oder nicht: „Ich denke nicht mehr drüber nach, sondern gebe einfach Gas.“

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