KFC Uerdingen: Alexander Bittroff steht wieder auf dem Platz

Bisher kaum Einsätze : Alexander Bittroff steht wieder auf dem Platz

In der vergangenen Saison versäumte der 30-jährige Defensivallrounder beim KFC kaum ein Spiel. In der Dritten Liga wurde er zuletzt nur eingewechselt.

Im Profifußball liegen Hochs und Tiefs bisweilen so eng beieinander wie in kaum einem anderen Lebensbereich. Gestern noch umjubelter Torschütze morgen eine schwere Verletzung, die vielleicht sogar das Karriereende bedeutet. Bis gestern Stammspieler mit über 30 Saisoneinsätzen, morgen ständiger Tribünengast. Letzteres widerfährt gerade Alexander Bittroff. Im Sommer 2017 gab der damals viertklassige KFC die Verpflichtung des 30-jährigen Defensivallrounders bekannt, was aufhorchen ließ. Schließlich standen 167 Zweit- und 49 Drittligaspiele in der fußballerischen Vita Bittroffs. Und der ließ diesen Vorschusslorbeeren Taten folgen. Der Rechte in der Viererkette, die maßgeblich zum Aufstieg in die 3. Liga beitrug, hieß in 99 % der Spiele Bittroff. Ein Spiel verpasste er verletzungsbedingt, dazu ein versäumtes wegen der fünften Gelben Karte. „Ich glaube schon am Aufstieg in die 3. Liga meinen Anteil zu haben“, sagt er denn auch selbstbewusst ohne dabei aber überheblich zu wirken.

Und eine Spielklasse höher schien es zunächst so weiter zu gehen. Im Auftaktspiel gegen Unterhaching bekleidete Bittroff wieder seine Position. Doch nach der 1:3-Heimniederlage krempelte Trainer Stefan Krämer sein Team um, ab sofort spielte Kevin Großkreutz rechts in der Abwehrkette. Für Bittroff blieb nicht einmal ein Platz im 18er-Kader, er saß meistens sogar nur auf der Tribüne, was in Teilen auch der U23-Regel geschuldet war. Doch Bittroff mutierte nicht zum Stinkstiefel, sondern verhielt sich Profihaft. „Bittroff hat bei mir meistens gespielt, aber wenn mal nicht, hat er sich im Training stets vorbildlich verhalten“, wundert sich Uerdingens Ex-Profi Rudi Bommer, der Bittroff in Cottbus trainierte, nicht. Auch Krämer, Bittroffs aktueller Trainer schlägt in die gleiche Kerbe. „Alex hat sich in der ganzen Zeit immer wieder im Training angeboten“, sagt Krämer. Und wurde im vergangenen Spiel in Braunschweig mit der einwechslung auf einer defensiven Position im Mittelfeld belohnt. „Er hat maßgeblich mit dazu beigetragen, dass wir unsere 2:0-Führung sauber zu Ende verteidigt haben“, lobt Krämer seinen Joker.

Mit seiner Frau hat Bittroff ein Heim in der Nähe des Forstwalds gefunden. Ideal nicht nur für die Menschen in der Familie Bittroff, sondern auch den Hund und die zwei Katzen. „Ich gebe zu, dass wir beide Sehnsucht in unsere Heimat haben, und ich würde gerne wieder mehr spielen“, formuliert Bittroff das, was ihn aktuell bewegt. Insgesamt gefällt es beiden in Krefeld, wo man sie auch schon im Theater gesehen hat, aber sehr gut.

Alexander Bittroff wurde am 19. September 1988 in Lauchhammer geboren. Die ersten Vereine waren VfB Senftenberg und FSV Brieske/Senftenberg. Mit 14 Jahren kam der Wechsel nach Cottbus, wo er seine fußballerische Ausbildung erhielt und 2008 zu den Profis kam. Bittroff war auch für den FSV Frankfurt und den Chemnitzer FC aktiv, ehe er 2017 zum KFC wechselte.

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