Der KFC Uerdingen hat sich zurückgemeldet

Sieg in Braunschweig : Der KFC hat sich zurückgemeldet

Die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer einen 2:0-Sieg beim Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig gefeiert. Damit bleibt der KFC Uerdingen in der Spitzengruppe der Liga. Die Laune in Krefeld ist entsprechend gut.

Die Stimmung beim Auslaufen am Sonntag Morgen war bestens. Und sie wurde im Verlauf des Tages noch besser. Die Mannschaft des KFC Uerdingen hatte tags zuvor mit einem 2:0 (2:0)-Sieg bei Eintracht Braunschweig die optimalen Voraussetzungen für eine ausgelassene Sause zu Hoppeditz Erwachen in Köln geschaffen. Rädelsführer war Lucas Musculus. „Es fahren sicher ein paar Jungs mit“, sagte er, bevor es in eine Kneipe am Ring ging. Der Stimmungskanone liegen Freude und Feiern im Blut. Der Karneval wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, denn sein Opa war 1965 in Köln Prinz Georg I..

Lucas Musculus hatte geholfen, die Voraussetzungen für die Zwei-Tages-Feier zu schaffen, obwohl der Torjäger keinen Treffer erzielt hatte. Und er hatte auch keinen vorbereitet – oder? Er war quasi ohne Ballberührung am zweiten Tor der Blau-Roten beteiligt. Musculus setzte den nach dem 0:1-Rückstand verunsicherten Braunschweiger Kapitän Felix Burmeister derart unter Druck, dass er sich einen katastrophalen Fehlpass leistete. Ali Ibrahimaj erlief den Ball, behielt die Nerven und verwandelte eiskalt zum 2:0. „Wir haben das Spiel im Kopf verloren“, meinte Burmeister zerknirscht.

Es war Ibrahimajs zweite ganz starke Szene. Der 27 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler hatte mit einem öffnenden Pass auf die linke Seite Christian Dorda geschickt, der nicht nur den Raum nutzte, sondern dann auch beherzt mit einem Flachschuss ins lange Eck traf. Das war der Schlüssel zum Sieg in einer bis dahin ausgeglichenen Partie.

Zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters prägten die hektische Schlussphase. Zunächst entschied der Unparteiische nach einem vermeintlichen Foul von Dorda auf Elfmeter. Der sehr aufmerksame, gute Torhüter René Vollath parierte den allerdings schwach geschossenen Strafstoß von Philipp Hofmann. Und dann zeigte der Unparteiische David Sauerland die Rote Karte, der Tanju Öztürk angegangen hatte – zu hart.

„Wenn der Elfmeter drin gewesen wäre, hätten wir noch mal eine heiße Schlussphase erlebt“, meinte Trainer Stefan Krämer. „Ich freue mich sehr für die Jungs.“

Kapitän Christopher Schorch freute sich sichtlich: „Wir haben einen Elfer bekommen, der keiner war und auswärts zu null gewonnen. Was will man mehr.“ Zu den Diskussionen der vergangenen Tage sagte er: „Der KFC ist ein besonderer Verein, da ist der Druck groß. Aber Herr Ponomarev unterstützt uns mit allem, was wir brauchen.“

Aber auch der Coach hatte erheblichen Anteil an dem Sieg, denn er hatte die Mannschaft nicht nur gut eingestellt, sondern bezüglich Personal und Taktik die richtige Idee umgesetzt. Und seine offensive Formation hatte die Momente vor der Pause genutzt. Von der Systemumstellung hatte natürlich vor allem Lucas Musculus profitiert. „Er hatte um seine Chance gekämpft und hat sie bekommen. Dass er Tore machen kann, hat er oft bewiesen.“ Allerdings auch, dass er spielerisch limitiert ist. Bei der Ballannahme hapert es manchmal, die Pässe sind nicht genau genug. Doch sein Torriecher und seine Abschlussstärke sprechen für ihn. „Ich denke, dass wir die Spieler haben, um mit zwei Spitzen zu spielen. Wir haben gezeigt, dass es geht“, sagte er und ging feiern.

Mehr von RP ONLINE