Jüchen/Hochneukirch: Fridays for Future-Gruppen überdenken ihr Konzept

Fridays for Future : Weniger Demos für den Klimaschutz

Aktivisten aus Jüchen und Hochneukirch demonstrieren nicht mehr jeden Freitag. „Kohle ersetzen“ kündigt sogar einen „Winterschlaf“ an.

Ruhiger ist es um die Fridays for Future-Gruppen (FFF) in Jüchen und Hochneukirch geworden. Sie hatten sich im Frühjahr und Sommer 2019 gegründet und mit teilweise spektakulären Aktionen am Tagebaurand von sich reden gemacht.

Ruhiger ist es allgemein geworden bei FFF. Allerdings sorgt FFF aktuell durch die Debatte und die Demonstrationen um das Engagement des Siemens-Konzerns in einer australischen Kohlemine und das abgelehnte Mitwirkungsangebot an FFF-Mitbegründerin Luisa Neubauer wieder für Schlagzeilen. In Jüchen wird laut fff-Gründerin Anna Kubat an diesem Freitag wieder ab 15.30 Uhr am Markt demonstriert. Allerdings planen die Jüchener Aktivisten jetzt nur noch jeden dritten Freitag im Monat eine Aktion.

 Laut Anna Kubat ist auch wieder eine Kleidertauschparty geplant, wie es sie bereits im Vorjahr gegeben hatte. Sie kündigt an: „Wir wollen auch konkrete Forderungen an die Kommunalpolitik stellen, damit sich etwas Konkretes verändert. Zur Diskussion mit den örtlichen Politikern stehen wir weiterhin bereit“, bietet die 16-Jährige an.

Christina Schliesky, die die FFF-Gruppe Hochneukirch ins Leben gerufen hatte, wollte eigentlich am vergangenen Sonntag in einem Plenum für die Region die Aktivitäten für 2020 planen. Das musste aber aus Krankheitsgründen verschoben werden. „Da normale Demonstrationen nicht den erwünschten Effekt bringen, werden wir über andere Aktionsformen nachdenken, um neue Menschen in Jüchen und Hochneukirch zu uns einzuladen“, sagt sie. Auch Schliesky kündigt an: „Wir werden kommunale Forderungen an die Stadt Jüchen erarbeiten, die von Wissenschaftlern überprüft und hoffentlich im ersten Halbjahr 2020 veröffentlicht werden können. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass 2020 ein spannendes und aktionsreiches Jahr für die gesamte Klimabewegung wird und 2019 noch lange nicht das Ende war“, bekräftigt die 17-Jährige und kündigt zugleich einen „größeren Druck auf die Politik“ an.

Möglicherweise erhält die Fridays for Future-Bewegung im laufenden Jahr weitere Mitglieder. Denn die Aktivisten von „Kohle ersetzen“, die auch regelmäßig an den Aktionen und Tagebaubesetzungen in Hochneukirch beteiligt waren, haben jetzt angekündigt, sich vorläufig zur Ruhe zu setzen. Sie bereiten nach eigenen Angaben für dieses Jahr keine neue Aktion vor. Die Aktivisten kündigen an, ihre Aktionen und Orgaprozesse der vergangenen Jahre „zu einem guten Ende“ bringen zu wollen und sich anderen Aktionen in der Klimagerechtigkeitsbewegung anschließen zu wollen. „Wir schicken unsere Strukturen in einen Winterschlaf“, heißt es in einer Mitteilung von „Kohle ersetzen“.