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Die Verwaltungen im Kreis versuchen, eine Ausgangssperre zu vermeiden.

Verantwortliche in Behörden zu Corona : Kein Alleingang bei Ausgangssperre

Immer noch werden „Corona-Partys“ gefeiert. Landrat und Bürgermeister appellieren an die Vernunft.

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus appellieren die Verantwortlichen an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben. Doch offenbar hält sich längst nicht jeder daran, in der Region wird von Corona-Partys berichtet, Jugendliche treffen sich zum „Abhängen“, konsumieren Alkohol, von Vorsichtsmaßnahmen wegen des Virus halten manche offenbar wenig. Leverkusen verhängt als erste Stadt in NRW drastische Maßnahmen: Ab sofort (20. März) sind dort Zusammenkünfte von zwei oder mehr Personen unter freiem Himmel untersagt. Auf Anfrage unserer Redaktion zieht Landrat Wolfgang Spreen solche Maßnahmen nicht in Erwägung. Er sagte am Freitagmorgen: „Der Kreis Kleve wird definitiv keine Ausgangssperre verhängen.“ Seine Marschroute sei Folgende: Die Bevölkerung mit den notwendigen Gegebenheiten informieren und sie nicht noch weiter beunruhigen.

Bürgermeister Dominik Pichler in Kevelaer etwa hat beobachtet, dass immer noch Jugendliche in Gruppen durch die City von Kevelaer ziehen. Er warnte daher jetzt noch einmal eindrücklich davor, die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen. „Dass viele Dinge so restriktiv gehandhabt werden, hat seine Gründe. Denn wir haben auch bei uns festgestellt, dass viele vernünftig sind und sich an den Ratschlag halten, zu Hause zu bleiben.“ Doch einige scheinen offenbar zu glauben, das sei Unsinn. Das gehe so weit, dass manche glauben, es wäre schon in Ordnung, wenn man sich anstecke. Schließlich sei man ja jung. Darüber kann Pichler nur den Kopf schütteln. „Allen muss klar sein, dass wir richtig Probleme kriegen, wenn wir die hohe Infektionsgefahr durch Corona nicht in den Griff kriegen.“

Jeder solle auch daran denken, dass er durch solches Verhalten Leute gefährde, die nicht über ein so stabiles Immunsystem verfügen. Man sollte im Auge haben, dass es auch die eigenen Eltern und Großeltern sind, die man dadurch in Gefahr bringe. Sein klarer Appell: „Bleiben Sie zu Hause.“ Denn klar sei, wenn sich weiter viele nicht an die Anweisungen halten, dann drohe eine Ausgangssperre.

Noch habe er allerdings den Eindruck, dass die Vorsichtsmaßnahmen in der Marienstadt funktionieren und akzeptiert werden. „Für eine Ausgangssperre in Kevelaer sehe ich noch keinen Anlass. So eine Maßnahme wäre derzeit noch unverhältnismäßig“, so Bürgermeister Dominik Pichler.

Auch in Weeze fallen dem Ordnungsamt Gruppen von Jugendlichen auf, die sich draußen treffen. Wenn so etwas auffalle, greife man ein, so Georg Coenen vom Ordnungsamt. Man habe die Hoffnung, dass auch die schlechtere Witterung dafür sorgt, dass die Menschen zu Hause bleiben. Im Auge hat die Gemeinde auch die gesperrten Spielplätze. Bislang würden sich die Leute hier aber offenbar an das Betretungsverbot halten, heißt es.

Auch in Kerken werden die Regeln offensichtlich eingehalten. „Wir konnten bisher keine größeren Menschenansammlungen beobachten. Die Allermeisten gehen hier augenscheinlich sehr verantwortlich mit dem Thema um“, erklärte Bürgermeister Dirk Möcking auf unsere Anfrage. „Ich halte in dieser schwierigen Situation nichts von Einzelgängen. Die Corona-Krise ist eine gemeinschaftliche (Herkules-)Aufgabe, und man sollte auch hier – so weit wie möglich – gemeinschaftlich handeln. Außerdem beraten Bund und Länder das Thema Ausgangssperre am Wochenende“, ergänzt Kerkens Verwaltungschef.