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Großes Bauprojekt in Nieukerk: Abriss und Neubau am Elisabeth-Haus

Großes Bauprojekt in Nieukerk : Abriss und Neubau am Elisabeth-Haus

Das Altenheim in Nieukerk wird von Grund auf erneuert. Für sechs neue Hausgemeinschaften weicht der Anbau aus den 70er Jahren.

Der Altbau ist von 1884, ein historisches Gebäude, denkmalgeschützt – und das soll auch so bleiben. Aber alles rund um das Elisabeth-Haus wird ab kommendem Jahr Geschichte sein. Der Anbau aus den 70er Jahren wird abgerissen. Stattdessen soll dort ein neues Gebäude entstehen, in dem 72 Bewohner in Hausgemeinschaften wohnen werden.

„Wir haben hier hauptsächlich klassische Altenpflege, heute würde man altmodisch sagen“, sagt Karl Döring, Vorstand des Caritasverbandes Geldern und Kevelaer. „Überwiegend Doppelzimmer mit Charme der 70er Jahre.“ Spätestens mit der gesetzlichen Quote von 80 Prozent Einzelzimmern war klar, dass sich im Elisabeth-Haus etwas ändern muss. Dafür nimmt der Caritasverband Geldern-Kevelaer 10,8 Millionen Euro in die Hand.

Nun liegen die Abbruch- und Baugenehmigungen vor, im April soll der 40 Jahre alte Anbau weichen. Der historische Teil des Gebäudes ist bereits komplett leer geräumt. Dort werden derzeit die Zimmer umgestaltet für 13 Bewohner, die während der Bauarbeiten in dem Haus bleiben. Die anderen 57 Bewohner werden bis dahin auf andere Unterkünfte der Caritas verteilt.

„Der Bau ist eine Herausforderung“, sagt Döring. Das historische Gebäude muss mit dem Neubau so verbunden werden, dass die Höhenunterschiede und Versetzungen die Bewohner nicht stören.

In einem Rutsch soll der Anbau abgerissen werden. Stattdessen entsteht dort ein neues Gebäude in U-Form, in dem auf drei Etagen sechs Hausgemeinschaften entstehen. In jeder sollen zwölf Personen wohnen, die Wohngemeinschaften sollen durch ein offenes Wohnzimmer mit Küche verbunden sein. Dort können die Bewohner gemeinsam mit den Pflegern kochen, Wäsche waschen und sich beschäftigen. Zwischen den Gebäudeflügeln ist ein Sinnesgarten geplant. „Der wird eingefriedet sein, damit auch Demenzpatienten mit einer Tendenz zum Weglaufen selbstständig nach draußen gehen können“, sagt Markus Kremer, Leiter des Elisabeth-Hauses. 2021 sollen die Bauarbeiten des 3180 Quadratmeter großen Hauses beendet sein.

In einem zweiten Bauabschnitt wird das denkmalgeschützte Gebäude umgebaut. Dort sollen im Erdgeschoss Büros, eine Großküche und ein Café für Besucher entstehen. „Das Altenheim soll kein geschlossenes Gebäude sein, wir wollen es auch für Anwohner öffnen“, so der Leiter. „Die Bewohner sollen Teil des Gemeinwesens sein, nicht isolierte, abgeschobene Leute, wie es früher häufig in Seniorenheimen der Fall war.“

Dafür soll vor allem das Café sorgen, das mit einer großen Terrasse auch den Bürgerpark aufwerten soll. Im oberen Geschoss sind fünf Wohnungen geplant für eigenständig lebende Menschen, die aber eine Anbindung an die Pflege des Elisabeth-Haues haben wollen. Dieser Teil soll im Jahr 2022 beendet sein.

Mit dem neuen Gebäude soll auch ein neues Konzept ins Elisabeth-Haus ziehen. Dazu gehören die Wohngemeinschaften, in denen die Senioren zusammenleben. „Entscheidend ist dabei, dass die Pflege nicht im Vordergrund steht, sondern die Wünsche und Gewohnheiten der Bewohner“, sagt Markus Kremer. Das bedeutet auch, dass rund um die Uhr Pfleger vor Ort sein werden, sogenannte Präsenzkräfte. „Das wird deutlich personalintensiver und teurer als in der klassischen Pflege“, sagt Kremer. „Aber das ist es uns wert.“ Zudem rücken die Wohngemeinschaften durch die gemeinsamen Wohn- und Essbereiche näher zusammen. Und auch die anderen Etagen sind über Aufzüge erreichbar.