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Fußball: Verband legt Reform auf Eis

Fußball : Verband legt Reform auf Eis

Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) sagt den außerordentlichen Verbandstag ab. Jetzt wird ein neues Konzept erarbeitet. Ein Kreis Duisburg-Mülheim ohne die Dinslakener Vereine ist damit wohl vom Tisch. Die Basis freut das.

Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) hat die Reißleine gezogen. FVN-Präsident Walter Hützen sagte in einem Schreiben an die Vorsitzenden der 14 Fußball-Kreise den außerordentlichen Verbandstag ab, zu dem bereits eingeladen worden war.

Bei dem für Samstag, 28. April, in der Sportschule Wedau geplanten Treffen sollte über die heftig umstrittene Strukturreform, die eine Reduzierung der Kreise von 14 auf acht vorsah, abgestimmt werden. Das Thema liegt jetzt erst einmal auf Eis. Das hat das Präsidium jetzt beschlossen. Der Verband sorgt damit dafür, dass ihm eine Abstimmungsniederlage erspart bleibt.

Denn schon seit einiger Zeit ist klar, dass die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit nicht steht. Im November haben die Kreise Rees-Bocholt, Kleve-Geldern, Duisburg-Mülheim-Dinslaken und Solingen bei einer Beiratssitzung gegen das Vorhaben gestimmt. Sie verfügen bei einem Verbandstag über 57 Delegiertenstimmen — Rees-Bocholt (16 Delegierte), Solingen (8), Duisburg/Mülheim/Dinslaken (17) und Kleve/Geldern (16). Maximal 54 Gegenstimmen wären nötig gewesen, um das Vorhaben umzusetzen. Das Präsidium zog die Konsequenzen daraus, dass die vier Kreise bei ihrer Ablehnung geblieben sind.

Jetzt soll ein neues Konzept erarbeitet werden. Der vom Beirat favorisierte Plan hatte vorgesehen, dass der bisherige Kreis Kempen/Krefeld in weiten Teilen mit dem Kreis 4 (Mönchengladbach/Viersen) fusionieren soll. Ursprünglich war die Überlegung, die Krefelder Vereine zum Kreis Neuss und die Clubs aus Kempen und Umgebung Mönchengladbach/Viersen zuzuteilen, doch das ist längst vom Tisch.

Der Kreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken zum Beispiel sollte nach den FVN-Plänen deutlich verkleinert werden und künftig ohne die Dinslakener Vereine spielen. "Ein Unding", wie der Kreisvorsitzende Frank Adams findet. Der Kreis Rees-Bocholt sollte dagegen erweitert werden — um den Kreis Oberhausen/Bottrop und Vereine aus Dinslaken, Voerde sowie Hünxe.

"Dieser riesige Kreis mit mehr als 110 Vereinen wäre organisatorisch nur schwer zu handhaben gewesen. Ich freue mich, dass es wohl nicht zu diesem Monstrum kommt", sagt Hans-Achim Peters, Vorsitzender des Kreises Rees-Bocholt. Er hatte wie auch Frank Adams — der im Kreis 9 aktuell rund 110 Clubs und etwa 1000 Mannschaften vertritt — von den Vereinen seines Kreises den Auftrag erhalten, sich gegen die Reform zu wehren.

Dass das Projekt scheiterte, hat vor allem zwei Gründe. Erstens: Viele Vereine ärgerten sich, dass sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Die Reformpläne wurden von einem so genannten Lenkungsausschuss, dem keine Vertreter der Kreise angehören, ausgearbeitet. Zweitens: Der Verband hielt trotz aller Kritik daran fest, die Zahl der Kreise auf acht zu verringern. Das hätte bedeutet, dass der neue Kreis Rees-Bocholt und die zusammengelegten Kreise Kleve-Geldern und Moers mehr als die Hälfte des Verbandsgebiets ausgemacht hätten.

"Wir hätten bei einer Abstimmungsniederlage beim Verbandstag keine Möglichkeit mehr gehabt, das Thema fortzusetzen. Jetzt ist die Chance für einen Neuanfang nicht verbaut", sagte Wolfgang Jades, Fußball-Obmann des Verbandes Niederrhein. FVN-Präsident Walter Hützen erklärte in seinem Schreiben an die Vorsitzenden der Fußball-Kreise: "Es ist zu erkennen, dass die Vereine und Kreise auf dem Weg in neue Strukturen noch mehr mitgenommen werden sollen". Die Einsicht kam spät.

(RP/rl)