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Eishockey: EVD: Fritzmeier lässt den Bart sprießen

Eishockey : EVD: Fritzmeier lässt den Bart sprießen

Die meisten seiner Jungs sind viel zu jung, um es auf einen vorzeigbaren Playoff-Bart zu bringen. Also muss Füchse-Trainer Franz Fritzmeier höchstselbst aufs Rasieren verzichten.

Tradition ist schließlich Tradition. Gerade in den Playoffs. Doch seien wir ehrlich, der 31-jährige Coach des Duisburger Eishockey-Oberligisten sieht bislang nicht sehr verwegen und furchterregend aus.

Da muss noch was wachsen. Und es wächst ja auch weiter. Der EV Duisburg hat mit dem 8:4 über den EV Regensburg vom Dienstag das Halbfinale in den Playoffs zur Zweiten Liga erreicht. Bis Dienstag ist Pause, dann beginnt die nächste Runde, die wieder drei Siege verlangt. Fritzmeier kann es sprießen lassen und derweil sein Team auf die nächste Aufgabe vorbereiten, "denn wir hoffen alle, dass unser Weg noch weit führt", sagte der Coach am Dienstagabend glücklich über den besenreinen 3:0-Erfolg in den Spielen gegen Regensburg.

Wer da an der nächsten Wegkreuzung steht, dass lässt sich heute nicht sagen. Die Füchse schafften als einzige Mannschaft im Viertelfinale einen "Sweep", also das glatte Ausfegen des Gegners ohne Niederlage. Trotz der langen Pause wird die spezielle Vorbereitung auf den Partner beim Tanz in der Vorschlussrunde kurz ausfallen. Ohne Gegner lässt es sich wenig über Taktik und Strategie nachsinnen.

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Wahrscheinlich ist eine Begegnung mit den Elchen aus Dortmund. Mögliche Gegner sind aber auch die Selber Wölfe, Leoparden Füssen und die Roten Teufel aus Bad Nauheim. Halle oder Tölz trifft man frühestens im Finale. Dortmund führt in der Serie gegen Selb mit 2:1. Nauheim liegt gegen Tölz mit 1:2 zurück, Füssen mit 1:2 gegen Halle. Der EVD, in den Playoff-Liste an Zwei hinter Tölz gesetzt, muss abwarten, was am Freitag oder spätestens am Sonntag passiert. Durchaus vorteilhaft wäre es, wenn sich Nauheim durchsetzen könnte. Dann hätten die Füchse auch im Finale zunächst Heimrecht.

Doch solche Diskussionen kann man mit Franz Fritzmeier nicht führen. Der Coach klammert sich an die Binsen der Weisheit, man denke nur von Spiel zu Spiel. Vielleicht vertreibt man sich die Zeit mit einem Blick zurück: Der Einzug ins Halbfinale darf als Erfolg gewertet werden, der vor der Saison nicht zu erwarten war. So viel zum großen Ganzen. Fritzmeier gelang am Dienstag auch im Detail Beeindruckendes. Er führte seine schlampernde Mannschaft, die zweimal mit zwei Toren zurück lag, durch die Stromschnellen. Das Team bewies Moral und nutzte seinen Konditionsvorteil im Schlussspurt aus.

Üben sollte man an geeigneter Gegenwehr, wenn die Konkurrenz offensiv verteidigt. In der Gruppenphase schickte Halle den EVD so in die Niederlage. Regensburg ließ das Team mit dieser Taktik 50 Minuten am Rande der Niederlage taumeln. Auch das Überzahlspiel könnte effizienter sein. Die spielfreien Tage lassen sich also prima nutzen. Fritzmeiers Bart wächst derweil auch ohne weiteres Zutun, und vielleicht zeigt sich ja auch bei seinen Jungs bald ein sanfter Flaum.

(kew)