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Fußball: Hamborn 07 feuert Heinlein

Fußball : Hamborn 07 feuert Heinlein

Wenn der Fußball-Niederrheinligist morgen den TuS Bösinghoven empfängt, ist der Trainer nicht mehr mit dabei. Der Verein reagierte damit auf die Zusagen von Heinlein, Frank Golomb und Hans-Werner Schwarz beim DSV 1900.

Gestern weilte Heiko Heinlein auf einer Messe in Nürnberg. Morgen Nachmittag schaut er sich das Niederrheinliga-Spiel zwischen Hamborn 07 und dem TuS Bösinghoven. Das ist keine Nachricht. Wohl aber, dass er dies von der Tribüne aus tun wird. Denn Heinlein ist seit Donnerstagabend nicht mehr Trainer der "Löwen".

Die Führungsriege um den Vorsitzenden Ernst Schneider entband den 34-Jährigen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben. Den Ausschlag gaben die Geschehnisse vom Montagabend. Da hatte Heinleins künftiger Verein, der Landesligist DSV 1900, zum Pressetermin geladen. Mit dabei: Frank Golomb und Hans-Werner Schwarz, die Ende Februar bei Hamborn 07 ihre Rücktritte als Sportlicher Leiter bzw. Geschäftsführer erklärten — und beim DSV künftig ähnliche Aufgabengebiete übernehmen. Um ihre Verbundenheit mit dem neuen Klub zu zeigen, ließen sich Heinlein, Golomb und Schwarz vor dem Vereinslogo und mit DSV-Schal ablichten.

Ali Güzel übernimmt

Für den Hamborner Vorstand war dies der berüchtigte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die offizielle Stellungnahme liest sich so: "Aufgrund der Presseveröffentlichungen der letzten Tage über die Zusammenarbeit von Heiko Heinlein mit Duisburg 1900 sieht es der Vorstand als nicht gewährleistet an, dass sich Heinlein noch mit dem Engagement für Hamborn 07 einsetzt, das für die Qualifikation für die Oberliga Niederrhein erforderlich ist." Zudem seien vom neuen Vorstand des DSV 1900 inzwischen Versuche unternommen worden, Hamborner Spieler abzuwerben.

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Heiko Heinlein bestreitet dies vehement: "Davon kann keine Rede sein." Nachvollziehen kann der Ex-Coach die Entscheidung nicht: "Ich wäre sehr gerne bis zum Saison-Ende Trainer von Hamborn 07 gewesen. Dafür bin ich Profi genug. Marco Reus spielt ja schließlich auch noch für Borussia Mönchengladbach."

Bis zum Saisonende leitet Ali Güzel, bislang Trainer der zweiten Mannschaft, gemeinsam mit Co-Trainer Armin Dimmel die Geschicke an der Seitenlinie. "Ich bin schon sehr lange im Verein. Natürlich helfe ich sofort, wenn ich gefragt werde", erklärte Güzel, der die Ziele des Vorstandes prompt verinnerlicht hat: "Wir haben den 13. Platz im Blick, müssen jetzt unsere Kräfte bündeln und alles in die Waagschale werfen, um schon gegen Bösinghoven zu punkten."

Beim morgigen Heimspiel wird Güzel nicht viel umstellen: "Ich habe keinen Zauberstab und kann nicht mal eben die ganze Mannschaft umbauen. Auch wenn uns Spieler wie Patrick Schneider, Marco Ferreira und Dawid Klopacz fehlen, bin ich zuversichtlich."

Ob Güzel über die Saison hinaus Trainer der "Löwen" bleibt, steht noch in den Sternen: "Ich bin beruflich sehr eingebunden, aber wenn der Verein keinen passenden Kandidaten findet, stehe ich bereit." Gespräche zwischen dem Vorstand und dem bisherigen Reserve-Coach sind schon gelaufen.

(tiwi)