Brand in Duisburg Feuer auf der Schrottinsel – Rauchwolke weithin zu sehen

Update | Duisburg · Auf der Schrottinsel im Hafengebiet in Duisburg-Ruhrort ist am Morgen ein Feuer ausgebrochen. Erst am Nachmittag hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Die Qualmwolke soll keine Gesundheitsgefahren mit sich bringen. Das gilt auch für Ruß, der in einigen Stadtteilen herabrieselte.

Brand Duisburg Schrottinsel: Fotos von der großen Rauchwolke
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So sieht es beim Großbrand auf der Schrottinsel aus

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Foto: Alexander Forstreuter

Inzwischen hat die Feuerwehr das Geschehen weitgehend im Griff. Am Nachmittag hieß es, der Brand sei unter Kontrolle. Derzeit wird das noch vorhandene Brandgut mithilfe von Baggern auseinandergezogen und abgelöscht. Diese Nachlöscharbeiten werden voraussichtlich noch bis in die späten Abendstunden anhalten.

Die Rauchwolke, die von der Schrottinsel ausgeht, war am späten Nachmittag noch immer kilometerweit zu sehen. In einem Recyclingbetrieb waren rund 100 Tonnen Schrott und alte Autos in Brand geraten. Verletzt wurde niemand. Das eingesetzte Löschwasser wird aufgefangen, damit es nicht ins Hafenbecken läuft und das Wasser verschmutzt.

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Foto: dpa/Marcel Kusch

Die Feuerwehr Duisburg war heute Morgen gegen 7.30 Uhr über einen Brand auf der Schrottinsel in Duisburg-Ruhrort informiert worden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatten bereits rund 100 Tonnen Altmetall und Schrottfahrzeuge in Vollbrand gestanden. Die Rauchwolke, die von diesem Brand ausging, zog über das Duisburger Stadtgebiet. Eine Gefährdung für die Bevölkerung bestand jedoch nicht. Die Feuerwehr und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) nahmen an verschiedenen Örtlichkeiten Messungen vor. Die riesige Qualmwolke sei demzufolge nicht gesundheitsgefährdend.

Die KAT-Warn-App alarmierte auch nur wegen der Geruchsbelästigung. Der Brandherd befand sich im Hafengebiet, unmittelbar angrenzend gibt es keine Wohnbebauung. Da, wo der Rauch hinzieht, ist es empfehlenswert, die Fenster geschlossen zu halten. Über die Brandursache ist noch nichts bekannt. Im Verlauf des Tages kam es insbesondere in den Stadtteilen Duissern, Neudorf und Meiderich zu einem Rauchniederschlag bis in Bodennähe.

Die Löscharbeiten dauern an und könnten noch bis in die späten Abendstunden anhalten. Daher wurden bereits weitere Kräfte, eine sogenannte Feuerwehrbereitschaft der Bezirksregierung Düsseldorf, die sich aus Feuerwehrkräften der Städte Essen, Mülheim und Oberhausen zusammensetzt, angefordert. Die zusätzlichen Einheiten sollen im weiteren Verlauf die bereits seit dem Morgen eingesetzten Einsatzkräfte ablösen.

Die Duisburger Feuerwehr wird dabei auch von Einsatzkräften aus den Nachbarstädten Düsseldorf, Krefeld, Moers, Ratingen und Oberhausen unterstützt. Auch Werksfeuerwehren aus Dormagen und Marl sind im Einsatz. Insgesamt sind rund 250 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Auch Hilfskräfte des THW und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) sind im Einsatz.

In dem Recyclingbetrieb werden normalerweise Autos und anderer Schrott zerlegt und aufbereitet. Die Schrottinsel selbst war auch in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz größerer Brände. Das Problem dabei ist meist eine ungeheure Hitzeentwicklung, die es den Einsatzkräften schwer macht, sich dem eigentlichen Brandherd zu nähern.

Der Brand entstand auf dem Firmengelände des Schrottrecyclingunternehmens TSR. In der dortigen riesigen Aufbereitungsanlage sollen künftig 450.000 Tonnen Schrott pro Jahr aufbereitet werden. Einer der Abnehmer des Recyclingprodukts mit der Bezeichnung „TSR 40“ ist Thyssenkrupp Steel. Der Stahlkonzern verwendet diesen Stoff, um ihn dem Roheisen hinzuzugeben, sodass damit in der Stahlproduktion Ressourcen geschont werden. Recycelt werden bei TSR hauptsächlich alte Autos und Haushaltsgroßgeräte wie Waschmaschinen.

Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen.

Die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen.

Foto: Alexander Forstreuter

Im Mai 2014 waren bei einem Großbrand auf der Insel mehrere Feuerwehrleute bei Löscharbeiten verletzt worden. Damals war der Brand durch einen Betriebsunfall ausgelöst worden. Funkenflug bei Arbeiten soll späteren Untersuchungen zufolge damals Öl in Brand gesetzt haben, was dann einen Großbrand zur Folge hatte. Schon im September 2010 hatte es auf der Schrottinsel ein großes Feuer gegeben. Damals waren die Feuerwehrleute 24 Stunden im Einsatz gewesen, auch das Löschboot war von der Wasserseite her im Einsatz. Ein kleineres Feuer hielt im August 2021 insgesamt 50 Brandbekämpfer in Atem.

(mtm)
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