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Handball: Schwerer Gang zum Ex-Klub

Handball : Schwerer Gang zum Ex-Klub

Jörg Förderers Wechsel von Bayer Uerdingen auf die Trainerbank des OSC Rheinhausen sorgte im Dezember nicht nur für nette Abschiedsworte. Am Sonntag kehrt der 39-Jährige im Derby an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Es war ein Trainerwechsel, der bei den Handball-Fans der Region für jede Menge Gesprächsstoff sorgte: Im Dezember beerbte Jörg Förderer Achim Schürmann nach knapp fünf Jahren in seinem Trainerposten beim Drittligisten OSC Rheinhausen.

Mitten in der Saison schloss sich Förderer dem Liga- und Lokalrivalen seines Krefelder Ex-Vereins Bayer Uerdingen an. Seine vorrangigen Beweggründe für den überraschenden Wechsel waren die Verbundenheit zum Verein — Förderer spielte früher selbst für den OSC — und die langfristig bessere sportliche Perspektive.

"Einige Uerdinger Spieler hatten damals kein Verständnis für meine Entscheidung. Sicherlich war der Zeitpunkt ziemlich unglücklich. Aber ich stehe auch heute noch voll hinter meiner Entscheidung", spricht der Coach knapp drei Monate später über seinen Wechsel nach Rheinhausen.

Am Sonntag um 16.30 Uhr kehrt Jörg Förderer nun im Ligaalltag zurück an seine alte Wirkungsstätte. Eine kurze, gewiss aber keine leichte Reise: "Dieses Spiel ist sicherlich ein besonderes. Es ist unumstritten ein Derby und geprägt von den Geschehnissen der letzten Monate. Ich werde mit gemischten Gefühlen zurück nach Uerdingen fahren — wohlwissend, dass einige dort meinen Wechsel verstehen konnten, andere dagegen nicht."

Wäre in der Dritten Liga alles nach Plan gelaufen, hätte der OSC-Coach den schweren Gang zu seinem Ex-Verein, bei dem er fast zehn Jahre als Spieler und Trainer erfolgreich war, schon längst hinter sich gebracht. Ursprünglich sollte das Lokalderby zum Rückrundenauftakt im Januar über die Bühne gehen.

Dass die Partie bedingt durch eine Einladung des Deutschen Handballbundes an OSC-Kreisläufer Dennis Backhaus um knapp zwei Monate verschoben wurde, kam Förderer ganz recht: "Ich denke, dass man in Uerdingen in den vergangenen Spielen gesehen hat, dass es auch ohne mich geht. Insofern sind die Wunden mittlerweile vielleicht ein wenig geleckt".

Trotzdem: Angeheizt wird die Atmosphäre am Sonntag im Bayer-Sportpark allemal sein. Dass von Seiten der Uerdinger Fans auch negative Stimmen laut werden könnten, lässt den 39-Jährigen aber kalt: "Jeder hat seine Meinung und soll diese äußern. Wie diese mir gegenüber aussieht, ist mir in diesem Moment mehr oder weniger egal."

Unterdessen setzt Förderer für das Derby auf die Rheinhauser Fans: "Ich gehe davon aus, dass unsere Anhänger das Ganze zu einem Heimspiel machen, wie es in den letzten Jahren auch der Fall war."

(tob)