Fußball : Trainerwechsel keine Randerscheinung

In der vergangenen Saison lebte die Fußball-Bezirksliga vor allem von der Spannung im Abstiegskampf. Auffällig viele Vereine tauschten ihre Übungsleiter aus. Spitzenreiter war der TSV Wa.-Wa., der drei verschiedene Trainer hatte.

Es gab nur eine feste Konstanze in der zurückliegenden Bezirksligasaison. Fichte Lintfort meldete relativ früh seinen Anspruch auf den Meistertitel an, stieg auch am Ende mit einem Vorsprung von 15 Punkten auf. Da gab es um den zweiten Aufstiegsplatz schon mehr Gerangel. Hier setzte sich der GSV Moers durch. Mit einem Sieg und einem Unentschieden gegen die Sportfreunde Hamborn 07 besiegelten die Moerser dann auch den Aufstieg in die Landesliga. Spannung pur hatte die Liga in Sachen Abstiegskampf zu bieten, denn erst am letzten Spieltag fielen hier die Würfel. Aber auch verschiedene Trainerwechsel sorgten immer wieder für Abwechslung. Der Rückzug des MSV Moers nach dem 19. Spieltag gehörte ebenfalls zu einem nicht unbedeutendem Ereignis. Die Saison aus Sicht der Gelderland-Teams:

TSV Wachtendonk-Wankum: Mehrere Trainerwechsel gab es beim TSV zu verzeichnen. Schon in der Hinserie ging es los, als Thomas von Kuczkowski das Handtuch warf und als Trainer beim SV Sonbeck einstieg. Kurzfristig konnte der TSV dann Stefan Houben gewinnen, der als Coach bis zur Winterpause zur Verfügung stand. Mit Günter Abel wurde dann der dritte Trainer verpflichtet, der nun aber auch in der kommenden Saison als das sportliche Sagen hat. Dass viele Trainerwechsel innerhalb einer Saison der sportlichen Leistungen nicht unbedingt zuträglich sind, musste auch der TSV erfahren. Lange spielte man um den Relegationsplatz für den Aufstieg mit, am Ende reichte es aber nur zum vierten Tabellenplatz.

GSV Geldern: Etwas überraschte es schon als der Trainer Peter Streutgens zur Winterpause seine Zelte beim GSV Geldern abbrach und zum SV Sonsbeck wechselte, wo er dann für Scouting und die Spielanalyse zuständig war. Das sorgte dann doch für ein wenig Unruhe im Verein, die sich aber schnell legte, als Co-Trainer Timo Pastoors die Verantwortung als Cheftrainer übernahm. Sportlich lief es bis dato auch recht gut bei den Geldernern, die wie die Wachtendonker um den zweiten Tabellenplatz mitspielten. Auch in der Rückrunde konnte Pastoors die Leistungskurve hoch halten und die Saison auf dem fünften Tabellenplatz beenden.

DJK Twisteden: Respekt für Aufsteiger Twisteden, der als drittbester Gelderlandverein die Saison auf Platz acht beendete. Nach einer soliden Hinserie wurde es für die DJK in der Rückserie aber noch einmal eng. Auch die Twistedener gerieten nach einer Negativserie zu Beginn der Rückrunde in den Abstiegskampf, da war das Guthaben aus der Hinrunde schnell aufgebraucht. Doch die Mannschaft von Trainer Andreas Holla meisterte diese Krise, auch dank der individuellen Klasse einiger Spieler wie etwa Jan van de Meer, der mit seinen 23 Toren zweitbester Torschütze der Liga wurde.

Sportfreunde Broekhuysen: Am letzten Spieltag hatten die Broekhuysener spielfrei, konnten sich aber entspannt zurück lehnen, weil man sich den Klassenerhalt schon zwei Wochen vorher mit dem 2:1-Heimsieg gegen den SV Walbeck gesichert hatte. Ganz unten in der Tabelle standen die Broekhuysener während der Saison eigentlich nie, waren aber immer in latenter Abstiegsgefahr, vor allem, als zwischenzeitlich mal die Heimstärke verloren ging. Dass man am Ende auf dem elften Tabellenplatz mit nur drei Punkten Vorsprung auf Absteiger Hülser SV ins Ziel kam, zeigt aber auch, wie eng es im Abstiegskampf zuging.

SV Walbeck: Die mageren elf Punkte zur Winterpause sorgten beim SV Walbeck für eine angespannte Situation. Die Spargeldörfler galten als einer der klaren Abstiegskandidaten. Am Bergsteg wurde die Notbremse gezogen, auch hier gab es einen Trainerwechsel. Auf John Hesen folgte Jens Jütten, der nun gemeinsam mit Jörg Hegmans die Geschicke lenkte. Die Erfolge stellten sich ein, mit einigen spektakulären Siegen gegen die Top-Teams der Liga ging es aufwärts. Entscheidend konnten sich aber auch die Walbecker dem Abstiegskampf nicht entziehen. Bei den wichtigen Spielen gegen die direkten Kurrenten ließ man zu viele Punkte liegen. Auf dem zwölften Tabellenplatz konnte man aber die Klasse halten.

FC Aldekerk: Besonders spektakulär war der Klassenerhalt der Aldekerker. Trotz des 1:0-Sieges im letzten Spiel bei Viktoria Goch fehlte dem FC am Ende nur ein Tor, um die Gocher auf den Relegationsplatz zu verweisen. So musste die Mannschaft in die Relegation und kassierte im ersten Spiel auf eigenem Platz eine 1:2-Niederlage gegen die DJK Willich. Doch im Rückspiel schaffte es die Mannschaft von Trainer Marc Kersjes dann doch noch. Mit einer kämpferisch beeindruckenden Leistung und einem am Ende verdienten 3:1-Erfolg sichert sich der FC die Liga.

SV Sevelen: Auch beim SV Sevelen versuchte man durch einen Trainerwechsel dem drohenden Abstieg zu entkommen. Gunnar Gierschner kam während der Rückrunde für Thorsten Fronhoffs und sorgte nach einer kleinen Erfolgsserie für neue Hoffnung. Doch nicht immer wurden die Sevelener bei ihrer Aufholjagd belohnt, zu viele Unentschieden in wichtigen Spielen ließen den SV nicht entscheidend vom Fleck kommen. Das Ruder konnte nicht mehr herumgerissen werden. Dafür blieb auch dem neuen Trainer Gunnar Gierscher zu wenig Zeit, der jetzt mit den Sevelenern einen Neustart in der A-Kreisliga macht.