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Wasserball: Ein Sturm im Wasserglas

Wasserball : Ein Sturm im Wasserglas

Die Wasserballer des ASC Duisburg haben sich in eindrucksvoller Manier für die Endrunde des DSV-Pokals qualifiziert. Im Viertelfinale setzten sich die Amateure bei Bayer Uerdingen mit 17:8 durch.

Rainer Hoppe war sich ganz sicher: "Wir können den Favoriten eliminieren", ließ der Trainer des SV Bayer Uerdingen, vor dem Pokal-Viertelfinale gegen den ASC Duisburg verlauten. Die Hoffnung auf eine Überraschung musste der 50-Jährige, der als Spieler des DSV 98 ein Großer der Wasserball-Zunft war, gestern Mittag früh begraben. Im Duell mit den Amateuren waren seine Krefelder von Beginn an chancenlos und kassierten eine ernüchternde 8:17 (0:4, 4:6, 2:5, 2:2)-Niederlage, die ohne weiteres noch deutlicher hätte ausfallen können.

Von Beginn an hoch überlegen

In den beiden Liga-Duellen hatte sich der ASCD gegen den Nachbarn schwer getan und jeweils erst im dritten Viertel die Entscheidung herbeigeführt. In der tropisch-schwülen Traglufthalle am Krefelder Waldsee hatten es die Gäste gestern indes eilig. Der frühere Uerdinger Sven Roeßing erzielte nach eineinhalb Minuten die Führung, der Paul Schüler, Tobias Kreuzmann und Jan Obschernikat bis zur ersten Viertelpause weitere Treffer folgen ließen. Beim Stande von 0:3 parierte Tim-Ole Fischer den Fünfmeter von Tim Wollthan, und schon war aus der vollmundigen Uerdinger Kampfansage ein Sturm im Wasserglas geworden. Bis Mitte des dritten Abschnitts setzte der ASCD seine Machtdemonstration fort, dann begann das "Ausschwimmen" unter Wettkampfbedingungen.

B-Jugendtrainer Marek Debski, der den gesperrten Chefcoach Arno Troost am Beckenrand vertrat, zeigte sich angetan vom Auftritt seiner Kurzzeit-Schützlinge: "Die Mannschaft hat diese Aufgabe sehr gut gelöst und dem Gegner früh gezeigt, wer hier als Sieger aus dem Becken gehen wird." Arno Troost verfolgte das wider Erwarten entspannte Treiben von der Tribüne aus und merkte nachher ironisch an: "Mit mir gewinnen wir zwei Mal knapp. Jetzt steht Marek am Becken, und die Jungs hauen Bayer weg. Wenn ich mir da mal keine Gedanken machen muss." Muss er natürlich nicht. In ferner Zukunft könnte Debski, der im Jugendbereich nachweislich sehr gute Arbeit leistet und sich dankbar zeigte für das in ihn gesetzte Vertrauen, aber selbstredend das Troost-Erbe antreten.

Nach dem überzeugenden Einzug in die Endrunde um den Deutschen Wasserball-Pokal stellt sich nun die Frage, ob Duisburg der Ausrichtungsort für die zweitägige Veranstaltung am 5. und 6. Mai sein kann. ASCD-Vorsitzender Axel Garnatz und sein Amtskollege Hans-Dieter Thomas von den Freien Schwimmern werden sich heute Abend zum ersten Mal zusammensetzen, um die Chancen einer gemeinsamen Ausrichtung auszuloten. "Die Anforderungen des Deutschen Schwimm-Verbandes sind enorm. Eines steht fest: Das darf für uns kein Zuschuss-Geschäft werden. Wir müssen sehen, was in der kurzen Zeit machbar ist", sagte Garnatz.

Die Damen der Freien Schwimmer haben am Samstag einen großen Schritt in Richtung Bundesliga-Playoffs gemacht. Gegen den Hohenlimburger SV behielten die Wedauerinnen mit 11:6 (2:2, 2:1, 3:3, 4:0) die Oberhand. Dabei trotzte der Tabellendritte den Ausfällen von Spielertrainerin Viktoria Bujka (Grippe) und Daniela Pagel, die sich einen Fingerbruch zuzog und operiert werden muss. "Das war eine reife Leistung. Die Mädels haben sich den Sieg mit einer kämpferisch ganz starken Vorstellung verdient."

(RP)