Duisburg: Caritas beklagt Kinderarmut in der Region

Kinderarmut im Ruhrgebiet : Jedes dritte Kind gilt hier als arm

Caritas im Ruhrbistum fordert Kindergrundsicherung für Familien im Hartz-IV-Bezug.

(RP) Wenn es um Armut geht, ist das Ruhrgebiet die Problemregion Nummer Eins in Deutschland. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht hervor, den der Paritätische Wohlfahrtsverband jetzt veröffentlicht hat. Als größter Ballungsraum Deutschlands mit 5,8 Millionen Einwohnern weist das Ruhrgebiet eine Armutsquote von 21,1 Prozent auf; in Nordrhein-Westfalen sind es 18,1, bundesweit liegt die Armutsquote dem Bericht zufolge bei 15,5. „Die gesamtgesellschaftliche Dramatik für die betroffenen Menschen und Kommunen in der Ruhrregion wird besonders sichtbar, wenn man die Quote der unter 15-Jährigen in den Blick nimmt, die SGB II-Leistungen beziehen“, sagt Angelika Wagner, Armuts-Referentin im Caritasverband für das Bistum Essen. Laut Sozialbericht NRW waren 29 Prozent aller unter 15-Jährigen in Duisburg im Jahr 2018 von Hartz IV abhängig (NRW: 18,5 Prozent). „Angesichts solcher katastrophaler Zahlen ist es dringend erforderlich, dass Sozialleistungen für Kinder transparent, gebündelt und unbürokratisch beantragt und gewährt werden können“, so Wagner, „die Kindergrundsicherung, die derzeit politisch diskutiert wird, würde dies ermöglichen.“ Auch im Ruhrgebiet unterscheiden sich die Regionen erheblich. Die Städte und Gemeinden im ländlichen Bereich zeigen laut Sozialbericht NRW ein deutlich höheres Einkommensniveau. Im Ennepe Ruhr-Kreis liegt das verfügbare Pro-Kopf-Einkommen bei ca. 23.000 Euro; dagegen liegt das Pro-Kopf-Einkommen in Duisburg bei rund 16.500 Euro. Im Zehnjahresvergleich von 2008 zu 2018 ist laut der Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes die Armut im Ruhrgebiet fast viermal so schnell angestiegen wie im gesamten Bundesgebiet.

Den Raum Duisburg/Essen trifft die Entwicklung besonders, hier ermittelt die Untersuchung eine Steigerung der Armutsquote in den letzten zehn Jahren von 14,8 auf 20,9 Prozent.