Ungleichheit gewachsen Armut ist überwindbar – durch harte Arbeit

Meinung | Düsseldorf · Die prekäre Lage der Unterschicht verfestigt sich. Fast 16 Prozent der Deutschen gelten als arm – knapp 13,2 Millionen Menschen. Das sagt der neueste Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Warum eigentlich?

 Hochhäuser im Kölner Stadtteil Chorweiler, der als sozialer Brennpunkt gilt, auf einem Archivfoto. Doch Armut muss nicht Dauerschicksal sein.

Hochhäuser im Kölner Stadtteil Chorweiler, der als sozialer Brennpunkt gilt, auf einem Archivfoto. Doch Armut muss nicht Dauerschicksal sein.

Foto: picture alliance / Geisler-Fotop/Christoph Hardt/imago

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Warum lässt sich dann hierzulande noch immer so viel Armut feststellen? Fast 16 Prozent müssen mit weniger als 60 Prozent der Nettobezüge eines durchschnittlichen Haushaltsmitglieds auskommen. Damit leben 13,2 Millionen Menschen unterhalb der Armutsschwelle. Eine Zahl, die sich seit 15 Jahren verfestigt hat, ja sogar leicht gestiegen ist. Gleichzeitig verfügen die 80.000 reichsten Deutschen über rund 20 Prozent des Nettovermögens des Landes. Im internationalen Vergleich ist die Ungleichheit in Deutschland seit 2000 so stark gewachsen wie in den USA, Großbritannien und Italien. Das ist die schlechte Nachricht aus dem neuesten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedet hat. Dass Deutschland die Gleichheit verwirklicht habe, so der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge, sei eine „Illusion, in der unsere Gesellschaft lebt“.