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Schutzzentrale gibt Entwarnung: Keine Hochwasser-Katastrophe in Düsseldorf

Schutzzentrale gibt Entwarnung : Keine Hochwasser-Katastrophe in Düsseldorf

Bis Mittwoch wird der Rheinpegel in Düsseldorf bis auf 7,70 Meter steigen. Die Stadt hat deshalb bereits Straßen gesperrt und die Düssel umgeleitet. Mehrere Fähren sind nicht mehr im Einsatz. Zu einer Hochwasserkatastrophe wie in Süd- und Ostdeutschland wird es aber im Rheinland erst einmal nicht kommen.

Die in Köln sitzende Hochwasserschutzzentrale gab am Dienstag Entwarnung für das Rheinland. Zwar stiegen die Rheinpegel in Nordrhein-Westfalen am Dienstag noch an, doch sehr viel langsamer als am Vortag. In Düsseldorf erwarten die Experten noch einen Anstieg des Wassers um 20 bis 30 Zentimeter.

Die heftigen Niederschläge in Süddeutschland und die daraus resultierenden Hochwasser haben auch für einen Anstieg des Rheinpegels in der Landeshauptstadt gesorgt. Bis Mittwoch wird der Pegel in Düsseldorf laut Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auf bis zu 7,70 Meter steigen. Im Diagramm des Wasser- und Schiffahrtsamtes Duisburg-Rhein sehen Sie, wie der Rheinpegel gestiegen ist.

Die Abkürzung HSW bezeichnet den höchsten Schifffahrtswasserstand. Bei Erreichen dieser Marke (Hochwasser) treten unterschiedliche Beschränkungen, beispielsweise Sperrungen, für die Schifffahrt in Kraft.

NNW steht für den niedrigsten bekannten Wasserstand, das Kürzel HHW entspricht dem höchsten bekannten Wasserstand. Der Hochwasserschutz der Stadt Düsseldorf trifft deshalb jetzt erste Vorkehrungen zum Schutz vor dem Wasser. "Wir handeln nach dem so genannten Hochwasserschutzplan. Darin ist genau festgelegt, was bei welchem Pegelstand zu tun ist", erklärt Stadtsprecher Manfred Blasczyk.

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Derzeit müsse die Stadt jedoch noch keine großen Maßnahmen treffen, um das Rheinwasser vom Ufer fernzuhalten. "Im Moment sperren wir nur einige Straßen am Uferbereich des Rheins ab und auch das Wasser der Düssel wird umgeleitet", so Blasczyk.

Diese fließt an zwei Stellen in der Altstadt in den Rhein. Wenn dieser Hochwasser hat, drängt sich das Wasser in die beiden Zulaufstellen der Düssel und kann so Überschwemmungen in der Innenstadt auslösen. Um das zu verhindern, wurde der Zulauf zum Rhein blockiert und die Düssel stattdessen in den Kittel- und den Brückerbach geleitet.

Sperrungen gab es zudem im Süden Düsseldorfs wie an der Fußgängerbrücke am Altrhein in Urdenbach. Ein erstes Hochwassertor wird zudem ab 7,50 Meter in Hamm geschlossen. Trotz erster Vorkehrungen versichert die Stadt jedoch: Es besteht keine akute Hochwasser-Gefahr. "Unser Hochwasserschutz geht derzeit eher davon aus, dass der Pegel am Oberrhein bald wieder sinken und der Rhein in Düsseldorf damit nicht weiter steigen wird", sagt Manfred Blasczyk.

Brenzlig wird es in Düsseldorf ab einem Pegelstand von acht Metern: Dann wird auch das untere Rheinwerft geflutet, die Hochwassertore in der Innenstadt und in Kaiserswerth müssen geschlossen werden und die Gastronomen entlang des Rheinufers ihren Platz räumen.

"Die meisten Deiche bekommen erst ab elf Metern ein Problem. Deshalb sind derzeit noch keine Aktionen zu deren Sicherung geplant", so Blasczyk.

Probleme haben auch die Fährbetreiber im Düsseldorfer Süden und Norden: Sowohl die Urdenbacher als auch die Kaiserswerther Fähre fahren nicht. "Die Rampe ist überschwemmt und wir können nicht mehr anlegen", sagt Rosemarie Schäfer, Betreiberin der Rheinfähre in Kaiserswerth. Sie hofft jedoch, den Betrieb der Fähre bereits am kommenden Wochenende wiederaufnehmen zu können.

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(anch/hav)