Rommerskirchen: FDP-Parteitag wählt Delegierte für Europawahl

Kreis-FDP-Chef Djir-Sarai : „Kein Roter Teppich für Erdogan“

In Frixheim wählte der FDP-Kreisparteitag Delegierte für die Aufstellung der Kandidaten zur Europawahl 2019. Thema war auch die Bundespolitik.

FDP-Kreisparteitage sind eine absolute Seltenheit in Rommerskirchen. Dass sich jetzt knapp 70 FDP-Vertreter aus dem Kreisgebiet im Schützenhaus Frixheim trafen, um die Delegierten zu wählen, die für die Nominierung der FDP-Kandidaten für die Eurowahl 2019 zuständig sind, liegt nicht zuletzt an der in den vergangenen Jahren erstarkten FDP vor Ort. Direkt von der Klausurtagung der FDP-Bundestagsfraktion in München angereist war der FDP-Kreisvorsitzende Bijan Djir-Sarai.

„Sehr gut“ stehe es um die Rommerskirchener FDP, die „lange das Sorgenkind“ der Kreis-Liberalen gewesen sei. „Innerhalb kürzester Zeit ist hier aus dem Nichts viel entstanden“, würdigte Sarai das Engagement des örtlichen FDP-Chefs Stephan Kunz. Nach der Europawahl 2019 gelte „die volle Konzentration“ der Kreis-FDP den 2020 anstehenden Kommunalwahlen. „Ich glaube, dass die CDU sich große Sorgen machen muss. Erstmals tritt auch eine starke FDP an“, sagte deren Kreischef. Kunz hatte als offizielles Wahlziel der Liberalen proklamiert, „wieder in Fraktionsstärke in den Rat einzuziehen.“ Zudem initiierte er unter den Delegierten eine Spendenaktion zugunsten des vom Rhein-Kreis Neuss geschlossenen Feldbahnmuseums Oekoven.

Stephan Kunz ist Chef der FDP in Rommerskirchen. Foto: Berns, Lothar (lber)

Bundespolitisch gilt es Sarai zufolge „nicht nur Parolen“ in die Welt zu setzen: Vielmehr sei die Bundesregierung gefordert, „Lösungen zu entwickeln.“ Dass diese mit CSU-Chef Seehofer gefunden werden können, glaubt der FDP-Bundestagsabgeordnete nicht: „Er wird nach der Wahl in Bayern nicht mehr Innenminister sein.“ Seehofers Parteifreunde würden bei einem schlechten Abschneiden der CSU im jetzigen Innenminister den Schuldigen finden, ist Sarai überzeugt. Mit Blick auf die am 11. September, stattfindende Bundestagssitzung bezog der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion auch zum Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan Stellung. „Die Rahmenbedingungen für diesen Staatsbesuch sind problematisch“, sagte Sarai. „So lange dort deutsche Staatsbürger festgehalten werden, kann man nicht den Roten Teppich ausrollen“, meinte er.

Delegierte für die Landesvertreterversammlung wurden Bijan Djir-Saral mit 36 Stimmen, Jochen Dürmann, Torsten Günzel und Karl Trautmann (je 33), Markus Schumacher (32) sowie Onur Büyükgök (30). Ersatzdelegierte sind Stephan Kunz, Steffen Büttgenbach, Thomas Betz, Michael Fielenbach, Christian Schmitz und Günter Milz. Delegierte für die Bundesvertreterversammlung sind Bijan Djir-Sarai (37 Stimmen), Wayne Powils und Markus Schumacher (je 33), Karl Trautmann (32) sowie Jochen Dürrmann und Maxim Chalotra (je 31). Ersatzdelegierte: Stephan Kunz, Thomas Betz, Steffen Büttgenbach, Gerd Schorn, Günter Milz, Christian Schmitz.

(S.M.)
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