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Dormagen: Behörde prüft Gewerbe am See

Dormagen : Behörde prüft Gewerbe am See

Die Bezirksregierung lässt auf ein interkommunales Gewerbegebiet Dormagen/Neuss hoffen. Punkten soll das Areal mit Infrastruktur, etwa dem geplanten Anschluss Delrath – dessen Umsetzung indes in den Sternen steht.

Die Bezirksregierung lässt auf ein interkommunales Gewerbegebiet Dormagen/Neuss hoffen. Punkten soll das Areal mit Infrastruktur, etwa dem geplanten Anschluss Delrath — dessen Umsetzung indes in den Sternen steht.

Die Bürgermeister von Dormagen und Neuss, Peter-Olaf Hoffmann und Herbert Napp, haben die Köpfe längst zusammengesteckt. Auf der Suche nach raren Gewerbeflächen haben die Stadtchefs das Areal rund um den Silbersee als mögliches interkommunales Gewerbegebiet ins Gespräch gebracht. Hoffnung, dass die Idee realisiert werden kann, macht nun die Bezirksregierung Düsseldorf.

Aus Sicht der Behörde "sind Teile des Silberseegeländes für ein interkommunales Gewerbegebiet geeignet". Das erklärte Sprecherin Stefanie Paul auf NGZ-Nachfrage. Wie groß dieser Bereich sei, werde derzeit unter Berücksichtigung vieler fachlicher Belange geprüft. Der Prozess wird sich indes noch hinziehen. Laut Aussage der Bezirksregierun soll es im Frühjahr 2013 einen Erarbeitungsbeschluss für die Fortschreibung des Regionalplanes geben. Ob die in Rede stehende Fläche Bestandteil der Planänderungen sein wird, sei derzeit offen.

Der Neusser Bürgermeister Napp ist zuversichtlich, dass das gemeinsame Areal zustande kommen wird. Die Bezirksregierung begleite die Idee, die die Stadt im Rahmen ihres "Masterplans Industrie" entwickelt hat, sehr positiv. Gute Chancen dafür sieht der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Thiel, der im Regionalrat sitzt: "Ein Kriterium für den neuen Regionalplan lautet alt vor neu." Und zumindest Teile des interkommunalen Gewerbegebiets sind schon jetzt als "gewerblich-industriell" ausgewiesen.

Dormagens Stadtplaner Gregor Nachtwey bremst indes die Euphorie ein wenig: "Das Gebiet ist topografisch schwierig, es gibt Höhenunterschiede von mehreren Metern." Bei größeren Erdbewegungen müssten Altlasten durch die Zinkhütte beseitigt werden. Erst danach könne geprüft werden, ob übliche Quadratmeterpreise von 70 oder 80 Euro erzielt werden könnten. Ein Gutachten, das Versorger RWE als Eigentümerin des Geländes in Auftrag gegeben hat, soll die Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt erkunden.

Ein wichtiges Argument bei der Vermarktung soll zudem der geplante Autobahnanschluss Delrath sein, dessen Umsetzung aufgrund der Nähe zum Unternehmen Gerling, Holz & Co. (GHC), das mit giftigen Gasen arbeitet, in den Sternen steht. Ein Gutachten des TÜV Nord soll für Klarheit sorgen. GHC-Chef Peter Stampe: "Am Montag war der TÜV noch einmal auf unserem Gelände, um finale Informationen zu sammeln."

Damit wäre die Datenerfassung abgeschlossen. Noch im Laufe dieses Jahres soll ein Ergebnis präsentiert werden. Über den genauen Zeitplan durfte Sibille Mayer, die für den TÜV an dem Gutachten arbeitet, gegenüber der NGZ keine Auskunft geben.

(NGZ/rl)