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Dormagen: Segnung und kurze Besinnung

Dormagen : Segnung und kurze Besinnung

Ungewöhnlich voll war es am Sonntag in der Autobahnkapelle St. Raphael in Nievenheim. Denn 40 Gläubige waren gekommen, um am bundesweiten "Tag der Autobahnkapellen" ihr Auto, aber auch ihr Fahrrad, segnen zu lassen.

Trotz Regen kamen sie mit ihrem Fahrrad: Marlies Hendriks und Ursula Luboda, beide aus Delrath, wollten an der Autobahnkapelle St. Raphael ihr Zweirad segnen lassen. Denn auch das war gestern, am bundesweiten "Tag der Autobahnkapellen", möglich. Monsignore Guido Assmann hatte allerdings noch eine besondere Einladung ausgesprochen: Der Kreisdechant hatte alle Rettungskräfte angeschrieben, die bei der Massenkarambolage auf der A 57 im Februar unermüdlich über Tage im Einsatz gewesen waren. Und so waren Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Malteser, des Kreisfeuerwehrverbandes sowie des Technischen Hilfswerk (THW) zur kleinen Kapelle gekommen. "Ich möchte den Einsatzkräften, die im Februar hier geholfen haben, alles Gute wünschen", sagt Hans-Peter Wierich vom DRK. Er selbst war im Februar nicht vor Ort gewesen, hatte aber, wie er sagt, in zweiter Reihe, nämlich vom Büro aus, Koordinierungsaufgaben erledigt. Herbert Palmen, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, findet gerade für die ehrenamtlichen Helfer den Zuspruch der Kirche wichtig.

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Ihr Auto zum ersten Mal segnen lassen Marianne und Hans-Dieter Brüls. "Wir haben es gar nicht weit, kommen direkt aus Dormagen, doch haben den Termin immer wieder vergessen. Dieses Mal habe ich das Datum an unsere Pinnwand gehangen", erzählt Marianne Brüls. Bevor jedoch Pfarrer Assmann bei strömendem Regen gut beschirmt die Zwei- und Vierräder segnete, wurde in der Kapelle, die bereits 36 Jahre alt ist, gebetet und gesungen, las Assmann die Geschichte von Tobias und dem Erzengel Raphael vor, und lobte nicht zuletzt die ehrenamtlichen Helfer der Kirchengemeinde St. Gabriel, die sich um die Kapelle kümmern, unter anderem dafür sorgen, dass immer genügend Kerzen da sind und die ausgebrannten entfernt werden.

Im Erzbistum Köln ist die "Nievenheimer Autobahnkapelle" (die zu Delrath gehört) die einzige ihrer Art. Viele Reisende, davon zeugen die Einträge im "Anliegenbuch", nutzen sie als Ort der inneren Einkehr, als kurzen Zwischenstopp, bevor sie sich wieder auf die volle und laute Autobahn begeben. Andere bitten dort um eine gute Weiterfahrt und stellen eine Kerze auf.

Obwohl 24 Stunden geöffnet gibt es in der Kapelle selten Vandalismus-Schäden. Wird an den Zapfsäulen neuer Sprit für den Wagen getankt, sind es in dem Gotteshaus mit seinen hohen schmalen Fenstern die Menschen, die dort innere Kraft tanken und gelegentlich sicher auch Zwiesprache mit dem Erzengel Raphael halten, denn auf die Plastik des Bildhauers Jochem Pechau fällt der Blick sofort, wenn man den sechseckigen Backsteinbau betritt.

(NGZ)