1. Kultur

Geschichtsbuch von Autor Leo Peters erinnert an Napoleons Besuch in Geldern

Neues Buch von Historiker Leo Peters : Geschichtsbuch über einen Netzwerker zu Zeiten Napoleons

Mehr als 100.000 Dokumente hat Leo Peters für die Biografie von Clemens Wenzeslaus, Graf und Marquis von und zu Hoensbroech, ausgewertet. Der promovierte Historiker setzt das Leben des Grafen in Bezug zu der politischen, aber auch wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Epoche.

Wie hat sich der Adel an Rhein und Maas in den turbulenten Jahrzehnten der großen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche zwischen 1789 (Französische Revolution) und 1815 (Wiener Kongress) positioniert? Wie ist er mit seinem Machtverlust umgegangen? Diesen Fragen geht eine quellenbasierte Biografie des Marquis und Grafen Clemens Wenzeslaus von und zu Hoensbroech (1776-1844) nach, die in diesen Tagen als 460 Seiten starkes, reichlich illustriertes Buch erscheint.

Der Graf aus Geldern hatte Napoleon und Kaiser Alexander I von Russland zu Gast auf Schloss Haag, er war geladener Teilnehmer an der Kaiserkrönung Napoleons in Paris, er war Kantonalpräsident von Geldern und französischer Leutnant der Wolfsjagd.

Autor ist der in Nettetal lebende Historiker Leo Peters, Ehrenvorsitzender des Historischen Vereins für den Niederrhein und langjähriger Kulturdezernent des Kreises Viersen. Er ist in der Vergangenheit mit zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten zur rheinischen Adelsgeschichte vom 14. bis 19. Jahrhundert hervorgetreten. Peters ist Honorarprofessor am Historischen Seminar der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit einem Lehrauftrag für Rheinische Landesgeschichte. Zehn Jahre lang beschäftigte er sich intensiv mit Clemens Wenzeslaus, gut 100.000 Dokumente wurden von ihm ausgewertet. Das Material fand er insbesondere im Depot der rheinischen Adelsarchive in Schloss Ehreshoven bei Lindlar. Dort befinden sich Unterlagen des Gräflich von Hoensbroech‘schen Archivs.

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Der Reiz des neuen Buches besteht darin, dass es das Leben Clemens Wenzeslaus‘ von Hoensbroech nicht nur unter politischen Aspekten untersucht, sondern auch die wirtschaftlichen, kulturellen und privaten Rahmenbedingungen seines Lebens und seiner Familie darstellt. Hoensbroechs politische Orientierung wechselte nach seiner Sozialisierung im Klima des spätbarocken Katholizismus von antirevolutionärem Eifer über Napoleon-freundliche Anpassung zu politischer Zurückgezogenheit in der Metternich-Ära. Angesichts seiner vielen Kontakte würde man ihn heute als Netzwerker im besten Sinne bezeichnen.

Das mit Unterstützung der Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post erschienene Buch kann für 29 Euro über den Buchhandel oder die Mespilvs Gesellschaft zur Förderung des Stadtarchivs Geldern bestellt werden.