Dritte Liga: So steht es vor dem Saisonstart um den KFC Uerdingen

Nach Abstieg aus der Zweiten Liga : So steht es um den MSV vor dem Drittliga-Saisonstart

Für den MSV Duisburg geht die Saison in der ungeliebten Dritten Liga los. Wir zeigen, unter welchen Voraussetzungen. Ex-Trainer Friedhelm Funkel traut der Mannschaft viel zu.

Wie ist die Ausgangslage?

Der MSV Duisburg musste nach dem Abstieg aus der Zweiten Bundesliga viele Abgänge hinnehmen und geht mit einem runderneuerten Kader an den Start. Bislang hat der MSV 16 neue Spieler verpflichtet. Dass solch ein Umbruch eine gewisse Zeit der Akklimatisierung voraussetzen wird, sollte niemanden überraschen. Auch deshalb wünschen sich die Verantwortlichen Zeit für die Entwicklung der Mannschaft.

Was ist realistisch mit dem aktuellen Kader?

Der MSV gleicht vor dieser Spielzeit einer Wundertüte. In Ansätzen ähnelt das Duisburger Vorgehen dem des SC Paderborn. Auch die Zebras versuchen, vielversprechende Spieler aus tieferen Ligen (Ben Balla, Bitter, Budimbu, Mickels, Scepanik) zu integrieren und sie zu potenziellen Stammspielern aufzubauen. Demgegenüber steht der Königstransfer der Zebras: Marvin Compper. Der ehemalige Bundesligaspieler soll die unerfahrene Mannschaft führen. Viel wird vom Start in die Saison abhängen, der direkt schwere Auswärtspartien in Ingolstadt und Braunschweig bereithält. Realistisch erscheint ein Platz in der oberen Tabellenhälfte. Ausschläge nach oben oder nach unten sind dabei nicht auszuschließen.

Wie nimmt das Umfeld die neue Drittliga-Saison an?

Die Fans des MSV sind nach den vergangenen Jahren an Kummer gewöhnt. In der vergangenen Spielzeit wurden die Unmutsbekundungen allerdings heftiger, da man sich nicht mit der Spielweise der Mannschaft identifizieren konnte. Der Vorwurf: Der MSV arbeite keinen Fußball mehr. Herz und Leidenschaft fehlen. Auch deshalb sah sich der Klub verpflichtet, sich eigene Leitplanken zu setzen. Die Basis der Spielkultur solle entsprechend der Vereinskultur „kämpferisch und physisch stark“ sein. Das könnte bei den Fans gut ankommen – falls es denn auch wirklich in die Tat umgesetzt wird.

Was passiert, wenn am Saisonende ein weiteres Jahr Dritte Liga steht?

Der MSV ist chronisch klamm. Nicht umsonst betont Präsident Ingo Wald gebetsmühlenartig, dass Spielzeiten in der 3. Liga ein „Tod auf Raten“ sind. Ein Jahr in der Dritte Liga bedeutet für Duisburg einen ungefähren Verlust von drei Millionen Euro. Nicht schwer auszurechnen, dass man sich mehr als zwei Spielzeiten in der Drittklassigkeit nicht leisten kann.

Was sagt Ex-Trainer Friedhelm Funkel? "Torsten Lieberknecht hat über mehr als ein Jahrzehnt bewiesen, dass er ein hervorragender Trainer ist. Der MSV hat es nach einem Abstieg aber natürlich schwer. Es sind viele Spieler gegangen. Die Mannschaft ist neu formiert und muss mit der Dritten Liga erst wieder zurechtkommen. Das ist nicht einfach. Aber sie haben schon bewiesen, dass sie es können, als sie 2017 direkt wieder aufgestiegen sind. Ich traue ihnen das obere Drittel ohne Frage zu."

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