MSV Duisburg: Vizepräsident Bernard "Ennatz" Dietz tritt zurück

„Meine Meinung war nicht mehr gefragt“ : MSV-Legende Bernard Dietz tritt zurück

Bernard Dietz zieht sich nach sechs Jahren aus dem Vorstand des MSV Duisburg zurück. Die Vereinsikone war laut eigener Aussage nicht immer mit den Entscheidungen des Vereins einverstanden.

MSV-Legende Bernard „Ennatz“ Dietz zieht sich nach sechs Jahren aus der MSV-Vorstandsarbeit zurück. Dies bestätigte der Verein am Sonntag. Der 71-Jährige informierte seine Vorstandskollegen Ingo Wald, Robert Philipps und Udo Steinke am Freitag. „Er hat uns gegenüber persönliche Gründe für seinen Schritt genannt“, sagte Wald. „Wir bedauern seine Entscheidung außerordentlich und haben auch versucht, ihn umzustimmen, müssen seinen Entschluss aber schweren Herzens akzeptieren.“

Dietz, als Spieler des MSV Duisburg Kapitän der deutschen Europameistermannschaft von 1980, hatte sich in den sechs Jahren, in denen er als Vorstand des MSV aktiv war, durchaus immer als kritischer Geist gezeigt. Im Herbst 2018 hatte er einen Herzinfarkt erlitten.

„Über seine Verdienste in der Vergangenheit als Spieler oder auch Trainer für den MSV müssen wir nicht reden, diese Fakten sprechen für sich“, sagte Wald. „Explizit möchte ich mich hier im Namen meiner Kollegen im Vorstand aber für seine Mitarbeit in den vergangenen, schweren Jahren bedanken. Unsere persönliche Freundschaft wird von diesem Rücktritt unberührt bleiben.“

Der Vorstand bleibt auch als dreiköpfiges Gremium handlungsfähig. „Wir führen bereits erste Gespräche, wollen auch weiterhin Duisburger Fußballkompetenz in den Gremien dabei haben“, sagte Wald.

Eine Wahl in den Vorstand kann satzungsgemäß erst bei der nächsten Mitgliederversammlung 2020 erfolgen. Bis dahin könnte ein potenzielles künftiges Vorstandsmitglied bereits beratend den Vorstand begleiten und unterstützen.

„Natürlich spielen nach meinen Herz-Operationen und einer Augen-OP auch gesundheitliche Gründe eine Rolle. Doch ich war in den letzten Monaten auch nicht immer mit den Entscheidungen des Vereins einverstanden“, sagte Dietz nach seiner Entscheidung zu „Bild“ und ergänzte: „Mir erschien es oft so, als sei meine Meinung nicht mehr gefragt und Entscheidungen schon vorher getroffen.“

(pabie)
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