Transferbilanz: In der 3. Liga ist so viel Geld wie noch nie geflossen

Transferbilanz vor dem Saisonstart : In der 3. Liga ist so viel Geld wie noch nie geflossen

Noch nie ist in der am Wochenende startenden 3. Fußball-Liga so viel Geld für Transfers geflossen wie in diesem Sommer - vor allem dank der Rückkehr der Zweitvertretung von Rekordmeister FC Bayern München.

Fußball-Deutschland wartet seit Wochen auf weitere Transfers von Rekordmeister FC Bayern München. Die Zweitvertretung verhilft derweil der 3. Fußball-Liga zu neuen finanziellen Höhen. In diesem Sommer floss bereits vor dem Saisonstart am Freitag zwischen dem TSV 1860 München und SC Preußen Münster (19.00 Uhr) so viel Geld wie noch nie.

Rekordtransfer: Acht Jahre benötigte die zweite Mannschaft des FC Bayern München, um in die 3. Liga zurückzukehren. Dort starteten die Karrieren von Thomas Müller und Holger Badstuber und David Alaba. Und Georg Niedermeier wechselte 2010 zum VfB Stuttgart - für 3,5 Millionen Euro. Trotz der im Profi-Fußball stetig steigenden Transfersummen war das bislang deutscher Drittliga-Rekord. Nun wird Woo-Yeong Jeong als teuerster Transfer der Drittliga-Geschichte geführt. Wohl etwa 4,5 Millionen Euro bezahlte Bundesligist SC Freiburg für den 19-jährigen Südkoreaner. Dabei spielte der vorige Saison zumeist in der Regionalliga - und nur je einmal in der Bundesliga und der Champions League - eben für Bayern München.

Millioneneinnahmen: Da auch Maxime Awoudja (VfB Stuttgart) und Jonathan Meier (Mainz 05) für mehr als eine Million Euro wechselten, hat die Zweitvertretung des Rekordmeisters soviel Geld umgesetzt wie kein Drittligist zuvor. Ebenfalls mehr als eine Million Euro Ablöse erhielt der FC Ingolstadt für Paulo Otavio (VfL Wolfsburg).

Reinvestition: Vor allen für U18-Nationalspieler Leon Dajaku (VfB Stuttgart U19), aber auch für Sarpreet Singh (Wellington Phoenix) und Timo Kern (Waldhof Mannheim) gaben die Münchner insgesamt mehr als zwei Millionen Euro aus. Ähnlich viel investierte zuvor nur RB Leipzig in der Durchmarsch-Saison 2013/14. Auch Ingolstadt (Maximilian Beister vom KFC Uerdingen) und Braunschweig (Nick Proschwitz vom SV Meppen) verpflichteten dank ihrer Einnahmen verhältnismäßig teuer Torjäger von Drittliga-Konkurrenten.

Hochkaräter: Dem KFC Uerdingen gelang der Transfer des Dänen Andreas Maxsö, der in der vorigen Saison Stammspieler beim Schweizer Europa-League-Teilnehmer FC Zürich war. Der MSV Duisburg holte den ehemaligen deutschen Nationalspieler Marvin Compper (195 Bundesliga-Einsätze) vom schottischen Serienmeister Celtic Glasgow. Mit dem Isländer Andri Runar Bjarnason (1. FC Kaiserslautern), dem Kanadier Marcus Godinho (FSV Zwickau), dem Bulgaren Georgi Sarmow (Chemnitzer FC) und dem Libanesen Hilal El-Helwe (SV Meppen) wechselten auch aktuelle Nationalspieler in die dritte Liga - der beim Afrika-Cup aktive Namibier Manfred Starke von Jena nach Lautern.

Umbrüche: Wie gewohnt mussten die vor allem die Zweitliga-Absteiger einen großen personellen Umbruch vollziehen, wenn auch in etwas geringerem Maße als in Vorjahren. Der MSV Duisburg und 1. FC Magdeburg kommen bislang auf je 34 Zu- und Abgänge. Die Würzburger Kickers verloren gleich acht Spieler an die Drittliga-Konkurrenz, darunter fünf der zehn meist eingesetzten Akteure der vorigen Saison.

Kurzauftritt: Die Aufsteiger aus der Regionalliga hielten ihre Kader wieder weitgehend beisammen, vor allem der SV Waldhof Mannheim. Auch Unterhaching tätigte nur 14 Transfers, wobei es eigentlich einer mehr war, doch der Belgier Arne Naudts löste nach nicht einmal einem Monat „aus familiären Gründen“ seinen Vertrag wieder auf.

Verlängerung: Insgesamt hatten die 20 Vereine bis zum Dienstagabend 457 Transfers getätigt (217 Zu- und 240 Abgänge) - und sich damit auf dem hohen Vorjahresniveau bewegt, als es 463 Spielerwechsel vor dem Saisonstart waren. Das Transferfenster schließt allerdings erst am 2. September, so dass die Drittligisten noch fast sieben Wochen Zeit haben, personell nachzubessern.

(ako/dpa)
Mehr von RP ONLINE