KFC Uerdingen: Trainer Heiko Vogel vermisst Mentalität

Niederlage zum Saisonabschluss : Trainer Heiko Vogel vermisst Mentalität beim KFC Uerdingen

Drittligist KFC Uerdingen verabschiedet sich mit einer 2:3-Niederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden aus der Duisburger Arena, in der er weder heimisch, geschweige denn glücklich wurde. Trainer Vogel vermisst Mentalität.

Die meisten der wenigen Zuschauer verließen die Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg zwar nicht freudig, aber doch irgendwie erleichtert, manch einer gar hoffnungsfroh. Nicht erfreut, weil die Mannschaft des KFC Uerdingen trotz einer ansprechenden Leistung mit 2:3 (1:2) verloren hatte. Erleichtert, weil es das letzte so genannte Heimspiel in der Arena an der Wedau war, in der die Blau-Roten nie heimisch wurden. Hoffnungsfroh, weil sie in der nächsten Saison gerne einmal dort hin zurück kehren: zum Derby beim MSV Duisburg.

Das letzte Saisonspiel spiegelte vieles wider. Zum einen gelang auch im neunten Anlauf des Jahres 2019 kein Heimsieg. Trainer Heiko Vogel gestand zwar, dass in Duisburg das heimische Gefühl fehlte, aber das war für ihn nicht entscheidend für die Niederlage. Auch war es nicht das fehlende Glück, dass Roberto Rodriguez bei seinem Lattentreffer und Osayamen Osawe bei seinem Pfostenschuss hatten. Aber es passte wunderbar ins Bild der Uerdinger, die dort nicht glücklich wurden.

Der Grund für die Niederlage gegen Wiesbaden war das schlechte Defensivverhalten. Und das war so schlecht, dass Vogel überaus verärgert war und ein Urteil fällte, das Konsequenzen nach sich ziehen wird. „Für die Dritte Liga reicht es mit diesem defensiven Gewissen nicht“, sagte der Trainer. „Der Ärger über die Gegentore ist sehr groß. Es tut mir leid für die Innenverteidiger. Sie werden von Mannschaftsteilen im Stich gelassen.“ Vogel legt den Finger in die Wunde, er will keinen harmonischen Saisonausklang, sondern nach einer deutlichen Analyse die Weichen für die kommende Saison stellen.

Wenngleich alle seine Vorgänger über den guten Charakter der Mannschaft sprachen, die auch gegen Wiesbaden nach dreimaligem Rückstand Moral bewies und jeweils auf den Ausgleich drängte, so hat Vogel zumindest bei einigen Spielern „fehlende Mentalität“ ausgemacht. „Sie haben nicht alles investiert“, sagte er. „Wie sie sich vor dem zweiten Gegentor verhalten haben, das macht mich traurig.“

Johannes Dörfler, der sich zwei Minuten zuvor für seinen Ausgleich hatte feiern lassen, war nicht nachgegangen, hatte nicht nach hinten gearbeitet. Für den 22 Jahre alten Außen endet die Zeit beim KFC. „Der Vertrag wird nicht verlängert“, bestätigte er. „Wohin es geht, weiß ich noch nicht. Da muss ich mit meinem Berater sprechen.“

Vogel sah aber auch, was die Fans erfreute. Es gab einige schöne Kombinationen und durchaus schwungvollen Offensivfußball. „Wir haben genügend Offensivpower“, meinte der Coach. „Was wir bei Ballbesitz machen, ist schon sehr ordentlich. Aber Defensiv müssen wir anders auftreten. Wir haben auf Ballverluste zu schlecht reagiert.“ Das sei dann eben eine Frage der Mentalität. „Denn dann sind Läufe notwendig, die weh tun. Und das war zu wenig.“

Ein Blick auf das Torverhältnis untermauert Vogels Erkenntnisse. Der KFC hat in dieser Saison 62 Gegentore kassiert – nur Absteiger Fortuna Köln musste noch zwei Gegentreffer mehr hinnehmen.

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