KFC Uerdingen: Trainer Heiko Vogel ist stolz auf Kevin Großkreutz

Weltmeister will schlichten und wird geschlagen : Trainer Vogel ist stolz auf Kevin Großkreutz

Abwehrspieler Kevin Großkreutz des KFC Uerdingen will einen Streit schlichten und wird selbst geschlagen. Anschließend wird er beschuldigt – zu Unrecht, wie Videoaufnahmen beweisen.

Kevin Großkreutz läuft und grätscht und kämpft, als sei nichts gewesen. „So ein unschönes Erlebnis muss man erst einmal weg stecken“, sagt Heiko Vogel. Vor dem Training hatte der Trainer des KFC Uerdingen seinen Schützling beiseite genommen und ihn gefragt, ob alles okay sei. „Ich bin froh, dass er nicht verletzt worden ist und bin stolz darauf, wie er gehandelt hat. Das war sehr reif. Ich weiß nicht, wie viele von zehn geschlichtet hätten und wie viele abgehauen wären. Das war sehr mutig von Kevin.“

Was war passiert? Kevin Großkreutz besuchte ein Spiel des VfL Kemminhausen III gegen den FC Brambauer II. Dabei kam es zum Streit. Er habe versucht zu schlichten und sei daraufhin selbst verprügelt worden. Auf seinem Instagram-Profil  scheibt er: „Egal wo, ich werde immer probieren zu schlichten, und wenn dann noch auf Familienväter mit Kindern und Frauen draufgehauen wird, dann finde ich, dass es ein Muss ist. Dass ich dann alles abbekomme und die mit zehn Mann draufgehen, ist es mir einfach wert. Ich kann nicht einfach wegschauen. Ich werde nie wegschauen.“

Doch damit nicht genug. Laut den „Ruhr Nachrichten“ erhob der Vorsitzende des FC Brambauer, Ahmet Elikalfa, schwere Vorwürfe gegen den Uerdinger. „Der Auslöser war Kevin Großkreutz.“ Er habe sich mit einem Zuschauer angelegt. Videoaufnahmen von „Soccerwatch“ beweisen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Sie zeigen, dass Großkreutz zu den aufgebrachten Spielern geht und versucht, die Situation zu beruhigen. Die Polizei kam, doch Großkreutz verzichtete darauf, Anzeige zu erstatten. Großkreutz, der früher mehrmals durch Eskapaden für Schlagzeilen gesorgt hatte, will nur noch seine Ruhe haben, Fußball spielen und das Familienleben genießen. Wahrscheinlich wird er am Mittwoch zum zweiten Mal Vater. Entsprechend eilig hatte er es, nach dem Training nach Hause zu kommen.

Ein anderer fehlte beim Training: Maximilian Beister. Er wurde am Dienstag am Außenmeniskus operiert. „Es ist kein großer Eingriff“, berichtete Trainer Vogel. „Aber es muss irgendwann gemacht werden. Deshalb hat er sich dazu entschieden, es jetzt machen zu lassen.“ Damit wird er dem KFC in dieser Saison in den beiden noch ausstehenden Begegnungen nicht mehr zur Verfügung stehen – weder gegen den SV Wehen Wiesbaden (18. Mai), noch im Endspiel um den Niederrheinpokal beim Wuppertaler SV (25. Mai).

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