KFC Uerdingen: Das 1:1 in Chemnitz gibt Rätsel auf

Schwache Offensive : Das 1:1 des KFC Uerdingen in Chemnitz gibt Rätsel auf

Der KFC Uerdingen bringt aus Chemnitz einen Punkt mit. Die Defensivleistung ist ordentlich, offensiv zeigt der Drittligist jedoch viel zu wenig. Am Ende wird eine schmeichelhafte Führung noch verspielt, was ärgerlich ist.

Das Spiel hatte der Mannschaft ein Rätsel aufgegeben, das die Spieler auf der achtstündigen Rückfahrt beschäftigte: Hatte der KFC Uerdingen beim 1:1 in Chemnitz einen Punkt gewonnen oder zwei Zähler verloren? Dass es ein gerechtes Ergebnis war, darüber gab es keine zwei Meinungen. Doch das Zustandekommen war für die Gäste gleichermaßen ärgerlich wie bitter.

75 Minuten lang hatte alles, aber auch wirklich alles auf ein torloses Remis hingedeutet. Das Schöne aus Sicht der Uerdinger daran war, dass die Defensive sicher stand und so gut wie nichts zu ließ. Das Enttäuschende war, dass es erneut überhaupt kein Offensivspiel gab. Der Freistoß von Patrick Pflücke, der an seinem 23. Geburtstag den Winkel nur um Zentimeter verfehlte, war der einzige Schuss auf das Chemnitzer Tor.

Dem Abnutzungskampf im Mittelfeld, aus dem keinerlei Strafraumszenen resultierten, folgte eine ziemlich turbulente Schlussviertelstunde. Ausgangspunkt war der Platzverweis für Kevin Großkreutz. Der Weltmeister von 2014 hatte es in der 67. Minute gewagt, Schiedsrichter Jonas Weickenmeier, der sich ansonsten nicht gerade als Heimschiedsrichter entpuppt hatte, zu widersprechen. Dafür wurde Großkreutz aber nicht nur verwarnt, sondern der Unparteiische hatte ihn fortan auf dem Kieker. Und neun Minuten später zückte er nach einem Allerweltsfoul Gelb-Rot.

Von der zweiten durchaus strittigen Entscheidung profitierte der KFC allerdings, denn als Christian Kinsombi in der 83. Minute im Strafraum abhob, entschied er auf Elfmeter. Torjäger Tom Boere verwandelte eiskalt zur Führung. „Es gab einen Kontakt“, bestätigte Kinsombi, räumte aber ein: „Den kann man geben, muss man aber nicht.“ Das galt allerdings auch für eine Szene kurz vor der Pause, als KFC-Keeper Lukas Königshofer vor Tarsis Bonga am Ball war, den Stürmer aber mit abräumte. Königshofer war auch der Ausgangspunkt zum Ausgleich: Der Schlussmann beförderte den Ball zu kurz ins Seitenaus. Nach dem Einwurf wurde die Flanke nicht verhindert und Boubacar Barry hinderte Garcia nicht am Kopfball.

So ärgerlich es war, dass dem KFC drei Minuten vor Schluss zwei Punkte entrissen wurden, so gerecht war die Punkteteilung. Zwei Schüsse aufs Tor sind bei allem Respekt vor einer ordentlichen Defensivleistung doch viel zu wenig. Und das darf nicht der Umstellung des Systems von einer Vierer- auf eine Fünferkette angelastet werden, die schließlich bei Ballbesitz als Dreierkette interpretiert werden kann.

Die Defensivleistung war ordentlich, vor allem was Assani Lukimya und Dominic Maroh zeigten. Von Alexander Bittroff oder Kevin Großkreutz wäre der eine oder andere Vorstoß nach vorne wünschenswert gewesen, von Jan Kirchhoff die eine oder andere Umschaltaktion. Manuel Konrad spielte solide, von Jean-Manuel Mbom muss ein saubereres Passspiel erwartet werden. Der zuletzt schwächere Franck Evina zeigte sich verbessert, dafür erreichte Patrick Pflücke bei weitem nicht seine Normalform. Tom Boere wartete vergebens auf seine Chance aus dem Spiel heraus. Vom Punkt her nutzte er sie.

Bleibt die Frage, ob der KFC einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hat. Die Spieler rätselten auch am 1. Advent noch, ohne eine Antwort darauf zu finden. Die gibt es erst am 16. Mai gegen 15.20 Uhr, wenn die Saison beendet ist.

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