KFC Uerdingen: Die Zwischenbilanz stimmt

Vor dem Auswärtsspiel in Chemnitz : Die Zwischenbilanz stimmt

13 Punkte hat der KFC Uerdingen nach dem Trainerwechsel aus sieben Spielen geholt. Am Samstag sollen drei weitere beim Chemnitzer FC hinzu kommen. Kapitän Jan Kirchhoff und Adam Matuschyk sind wieder dabei.

Das Abschlusstraining fand am Freitag Vormittag am Stadion Grotenburg statt. Es war aber nur eine sehr kurze Einheit. Das lag aber weniger daran, dass Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel pünktlich mit dem Taxi zum Düsseldorfer Flughafen wollten, von wo aus es nach Dresden ging und von dort mit dem Bus nach Chemnitz. Vielmehr lag es an den Platzbedingungen, denn der Rasen in der Grotenburg ist nach den Regenfällen nur anfangs, und da auch noch schlecht, bespielbar. „Wenn man darauf 20 oder 30 Minuten gearbeitet hat, ist es eine Rutschbahn“, berichtet Steuernagel. „Da nimmt die Verletzungsgefahr von Minute zu Minute zu.“

Dabei wird die Grotenburg schon die Woche über geschont. Da trainiert der KFC in Vorst. „Da sind die Platzverhältnisse vernünftig“, sagt Steuernagel, der sich aber auch über das Engagement der Gastgeber dort freut: „Der Greenkeeper ist morgens schon da, wenn wir kommen; und sobald wir den Platz verlassen haben, walzt er ihn.“ Dass die Bedingungen für einen Fußball-Drittligisten ungewöhnlich, um nicht zu sagen unterirdisch schlecht sind, thematisiert der Trainer nicht. Und Teamchef Stefan Reisinger, der es in Uerdingen nicht anders kennt, sagt nur: „Über die Bedingungen werden wir nicht reden, wir werden den Spielern kein Alibi liefern.“

Deshalb ist die Mannschaft auch nach Dresden geflogen, damit sie ausgeruht und nicht etwa mit müden Beinen von der Busfahrt am Samstag (14 Uhr) beim Chemnitzer FC antritt. „Da müssen wir wieder genau so kompakt auftreten wie zuletzt in Würzburg“, sagt Steuernagel. Der Coach ist mit den Resultaten nach dem Trainerwechsel zufrieden. 13 Punkte holte der KFC aus sieben Begegnungen – hätte er diesen Schnitt vorher geholt, stünde das Team auf Rang zwei. Doch von derlei Rechenspielen will Steuernagel nichts wissen. „Die Tendenz stimmt, aber wir haben noch Luft nach oben“, sagt er. „Zum Beispiel müssen wir die Bälle vorne besser fest machen und uns trotz hoher Geschwindigkeit behaupten. Das war auch ein Schwerpunkt im Training in dieser Woche.“

Die fehlende Geschwindigkeit in der Abwehr muss hingegen durch ein gutes Stellungsspiel aufgefangen werden. Notfalls hilft auch mal ein Foul. Dass der KFC die drittmeisten Gelben Karten hinter Münster und Unterhaching kassiert hat, hat damit nur sehr bedingt zu tun. So führt zum Beispiel Franck Evina die Liste mit acht Gelben Karten an, ein Offensivspieler mit lockerem Mundwerk.

Die Abwehr steht dennoch im Blickpunkt. Zum einen, weil positive Resultate nur mit einer stabilen Defensive zu erzielen sind, zum anderen, weil Trainer Steuernagel hier die Qual der Wahl hat. Kapitän Jan Kirchhoff und Adam Matuschyk, die zuletzt gesperrt waren, kehren in den Kader zurück. Dominic Maroh hat seine Sache in der Innenverteidigung aber gut gemacht. „Nach langer Pause und der Vorgeschichte“, ergänzt Reisinger anerkennend. Flugs fügt er hinzu: „Das muss man aber auch von einem ehemaligen Bundesligaspieler und international erfahrenen Mann verlangen können. Und das müssen wir Woche für Woche abrufen. Wir müssen zeigen, dass wir dazu imstande sind, eine Serie zu starten.“

So bleibt die Frage, ob Maroh wieder für Kirchhoff weichen muss? Oder Kirchhoff ins defesive Mittelfeld vorrückt? Oder zunächst auf der Bank Platz nimmt. Und Rückkehrer Matuschyk? Er könnte im defensiven Mittelfeld Jean-Manuel Mbom verdrängen.

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