KFC Uerdingen spielt 1:1 in Unterzahl beim Chemnitzer FC

Boere verwandelt Foulelfmeter : KFC spielt 1:1 in Unterzahl beim Chemnitzer FC

Der KFC Uerdingen erkämpft in Chemnitz in Unterzahl ein 1:1. Kevin Großkreutz sieht Gelb-Rot, Uerdingens Torjäger Tom Boere trifft per Foullfmeter, Rafael Garcis gleicht aus.

Drei Punkte waren eigentlich angepeilt worden, doch am Ende ging es nur noch darum, das 1:1 zu halten. Kevin Großkreutz hatte nämlich in der 67. Minute die Gelbe und neun Minuten später die Gelb-Rote Karte gesehen. So musste der KFC Uerdingen beim Chemnitzer FC vor 3.544 Zuschauern die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten. Es blieb in der turbulenten Schlussphase bei der gerechten Punkteteilung.

Trainer Daniel Steuernagel und Teamchef Stefan Reisinger hatten gegenüber dem 2:1-Sieg in Würzburg die Anfangsformation nur auf einer Position verändert. Der wieder spielberechtigte Kapitän Jan Kirchhoff kehrte ins Team zurück, wo ihn zuletzt Dominic Maroh gut vertreten hatte. Das System wurde geändert: anstatt mit einer Viererkette spielte der KFC mit einer Dreier- bzw. Fünferkette. Dafür musste in Boubacar Barry ein offensiverer Mittelfeldspieler weichen. Adam Matuschyk, dessen Sperre ebenfalls abgelaufen war, musste aber auf der Bank Platz nehmen. Verständlich, hatte der ehemalige polnische Nationalspieler Anfang der Woche wegen einer Erkältung noch mit dem Training pausieren müssen.

Die Begegnung begann erst um 14.16 Uhr. Der Grund: Der KFC war zum Aufwärmen auf dem Rasen, als es einen lauten Knall gab. Die Spieler zuckten zusammen. Grund war aber nicht etwa ein Böller, den Fans gezündet hatten, sondern die Lautsprecheranlage im Stadion an der Gellertstraße. Das war für längere Zeit allerdings auch der letzte Mucks, den sie von sich gab. Da eine intakte Lautsprecheranlage allerdings die Voraussetzung für ein Drittligaspiel ist, entschied Schiedsrichter Jonas Weickenmeier aus Frankfurt, den Anpfiff um mindestens eine Viertelstunde zu verschieben. Laut Statuten muss eine Ersatzanlage vor Ort sein. Das war der Fall, sodass eine Absage kein Thema war. Sie wurde an einen zweiten Kreis angeschlossen, die Zuschauer konnten informiert werden und der Referee die Partie anpfeifen. Die zweite Anlage funktionierte auch nicht. So herrschte eine eigenartige, gespenstische Atmosphäre – ohne Musik und ohne das Verlesen der Mannschaftsaufstellungen. Vor dem Chemnitzer Block geschah dies per Megaphon. Doch der Schiri hatte ein Herz mit den Fans und pfiff die Partie an. Und ab der Pause funktionierte dann auch die Anlage.

Die Uerdinger, die in acht Auswärtsspielen zuvor nur zwei Mal verloren hatten, waren von Beginn an überlegen. Doch nach 20 Minuten konnten sich die Gastgeber, die nur eins ihrer zurückliegenden sechs Heimspiele verloren hatten, sich etwas befreien. Es war ein Abnutzungskampf im Mittelfeld, in dem Strafraumszenen eine Seltenheit waren. So resultierte die beste Aktion der ersten halbe Stunde aus einem Freistoß, bei dem Patrick Pflücke an seinem 23. Geburtstag den Torwinkel nur um Zentimeter verfehlte. Die Gastgeber verzeichneten einen Distanzschuss von Tarsis Bonga, der über das Tor zischte. Glück hatte KFC-Torhüter Lukas Königshofer, dass seine Aktion gegen Bonga vom Unparteiischen nicht als regelwidrig bewertet wurde. So ging es torlos in die Pause. „Den Elfer kann man, muss man aber nicht geben“, meinte KFC-Geschäftsführer Niko Weinhart. „Vielleicht hatten wir in der Szene etwas Glück, aber auf der anderen Seite gab es eine ähnliche, wo auch nicht gepfiffen wurde.“

Die Chemnitzer kamen besser aus der Pause, was dem Spiel gut tat. Allerdings gab es weiterhin kaum mal eine Strafraumszene. Nach dem Platzverweis für Großkreutz spitzte sich die Partie zu. Die Uerdinger bekamen nach einem Foul an Christian Kinsombi einen Elfmeter zugesprochen, den Tom Boere in der 83. Minute eiskalt verwandelte. Doch den Gastgebern glückte vier Minuten später der nicht unverdiente Ausgleich durch Rafael Garcia.