KFC Uerdingen: Teamchef Stefan Reisinger schlägt Alarm

0:3-Pleite gegen Kaiserslautern : „Mannschaft hat körperlich nicht die Basis, um in der 3. Liga zu bestehen“

Der Auftritt bei der 0:3-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern war ähnlich desolat wie Ende September beim 0:3 gegen Mannheim. Damals musste Trainer Heiko Vogel gehen. Jetzt muss in der Mannschaft etwas passieren.

Der 1. FC Kaiserslautern ist ein Vorbild für den KFC Uerdingen, zumindest was die sportliche Führung und die Mannschaft betrifft. Denn wenn ein Team in der Dritten Liga so beherzt auftritt wie die Roten Teufel, mit einer derartigen Laufbereitschaft, Kampfgeist, Siegeswillen und Disziplin, hat es gute Chancen, erfolgreich zu sein. Allerdings trafen die Pfälzer beim ihrem 3:0-Sieg auch auf eine blutleere Uerdinger Mannschaft, die es ihnen leicht machte und all das vermissen ließ.

Die Führung der Gäste war etwas glücklich, durchaus vermeidbar und erinnerte in frappierender Weise an das 0:1 in Duisburg. Dort hatte sich Verteidiger Oliver Streuer weggedreht, diesmal griff er erneut nicht an. Die Flanke von Dominik Schad fälschte Jan Kirchhoff leicht ab, anschließend spang der Ball von Assani Lukimyas Bauch ins Tor. Was sich dann aber abspielte, nachdem Tom Boere die Chance zum Ausgleich vergeben hatte, spottet jeder Beschreibung. Der KFC ließ sich wie eine Schülermannschaft nach allen Regeln der Kunst auskontern. Nach einer Ecke für Uerdingen verliert Boubacar Barry ein Kopfballduell und es fällt das zweite Gegentor. Beim dritten läuft Timmy Thiele den Uerdingern Adam Matuschyk und Jan Kirchhoff einfach davon.

Was die Blau-Roten offensiv und defensiv zeigten, war ungenügend. Die Chance von Boere nach 50 Minuten war die einzige klare Möglichkeit. Dass sich der KFC kaum Chancen erspielt, ist nicht neu, was die Statistik untermauert, die das Team als zweitschlechteste Offensive der Liga ausweist. Wenn es schon nicht möglich ist, Chancen aus der Dominanz heraus zu kreieren, so müssen sie nach Ballgewinnen durch schnelles Spiel gesucht werden. Doch auch das funktioniert nicht.

Die in den vergangenen Wochen stabilisierte Defensive wurde jeweils nach den Rückständen in Duisburg und gegen Kaiserslautern ausgehebelt. Sie stand aber von Beginn an nicht sicher, weil es an körperlicher und geistiger Frische mangelte.

Teamchef Stefan Reisinger sieht die Defizite vor allem im körperlichen Bereich. „Die Mannschaft hat körperlich nicht die Basis, um in der Dritten Liga bestehen zu können“, sagte er und untermauerte damit seine Kritik an dem ehemaligen Trainer Heiko Vogel. Obwohl er damals Co-Trainer war, übernimmt er dafür nicht die Verantwortung: „Da war ich in beratender Funktion, jetzt bin ich in entscheidender.“

Allerdings widerspricht ihm Alexander Bittroff. „Wir haben kein Fitnessproblem, sondern nicht die richtige Einstellung“, sagt der Verteidiger. Ein Mentalitätsproblem. Manuel Konrad sieht in den kommenden Tagen Redebedarf. Der ist ebenso angezeigt wie die Ankündigung von Reisinger: „Wir müssen gnadenlos arbeiten.“

Mehr von RP ONLINE