KFC Uerdingen: JHV - Sanierung der Grotenburg zieht sich weiter hin

Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen : Sanierung der Grotenburg zieht sich hin

Die Mitgliederversammlung des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen verläuft überaus harmonisch. Bei den Themen Stadion und Trainingsgelände nimmt der Uerdinger Vorstand die Stadt ausdrücklich in Schutz.

Mitgliederversammlungen sind immer dann besonders gut besucht, wenn es sportlich nicht läuft, wirtschaftlich schwierig ist oder es Knatsch im Verein gibt. Erinnert sei dabei an die Versammlungen beim FC Schalke 04 in den 70er und 80 Jahren, wo es oft bis weit nach Mitternacht turbulent zuging. Und es ist erst ein paar Tage her, dass in Dortmund die Mannschaft an der Versammlung teilnehmen musste und beim Betreten der Halle von den Mitgliedern ausgepfiffen wurde. Wenn es hingegen – zumindest einigermaßen – rund läuft und es an Brisanz mangelt, ist das Interesse der Mitglieder gering. So darf es durchaus als gutes Zeichen gewertet werden, dass zur Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen nur 76 stimmberechtigte Mitglieder in den Burghof nach Fischeln kamen. Das war vor eineinhalb Jahren noch anders, als rund 400 kamen und das Saal aus allen Nähten platzte.

Und es ging auch lange Zeit ziemlich ruhig zu. Das hatte sich gleich zu Beginn abgezeichnet, als Präsident Mikhail Ponomarev ankündigte: „Ich werde heute nicht viel sagen. Wir wollen für Transparenz sorge und informieren.“

Die Informationen gab es zunächst vom Steuerberater Markus Heinze. Im Jahr 2017 habe der Verein einen Verlust von etwas über einer Million Euro gemacht; im Jahr 2018, nachdem die erste Mannschaft in die GmbH ausgegliedert war, knapp 132.000 Euro. Der Gesamtfehlbetrag des Vereins belaufe sich auf 2,78 Millionen Euro. Nervös machte das aber niemanden aus einem Grund. „Die ganze Finanzierung basiert auf Präsident Mikhail Ponomarev“, so Heinze.

Frank Strüver, dritter Vorsitzender, präsentierte ein Organigramm. Der Verein strebe ein zertifiziertes Qualitätsmanagement in vielen Bereichen an. In puncto Sicherheit sei das bereits gelungen, berichtete er sichtlich stolz. In den Bereichen Marketing und Merchandising machte Strüver einen Projektfortschritt von jeweils 60 Prozent aus, bei der Homepage sogar von 80 Prozent.

Dann kam endlich das lange erwartete Thema Stadion und Trainingsgelände auf den Tisch. Dabei sorgte Strüver erst einmal für Klarheit: in Planungsbüro sei beauftragt, nicht aber der Bauunternehmer. Für die Bauleistungen gibt es aber noch keinen konkreten Zeitplan. „Seit zweieinhalb Jahren ist nichts passiert“, schimpfte ein Mitglied. „Es sieht genau so aus wie damals.“

Die ungeduldigen Fans beschwichtigte Strüver. „Ich muss einmal eine Lanze für die Stadt brechen“, sagte er. „Sie muss so viele Vorschriften beachten, und solch eine Stadionsanierung macht man nicht alle paar Jahre.“ Es scheint, als seien Stadt und Verein wieder um eine gute Zusammenarbeit bemüht. „Wir befinden uns in einem neuen Stadium“, sagte Strüver und stellte für Mitte Januar einen gemeinsamen Informationsabend mit der Stadt und dem Planungsbüro in Aussicht. Auch was das Trainingsgelände angeht, arbeite die Stadt auf Hochtouren. Abschließend gab es lang anhaltenden Applaus für Präsident Mikhail Ponomarev.

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