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Bundesliga: SC Freiburg schießt Köln tief in den Keller - Mainz verliert bei Svensson-Debüt

Streich-Elf siegt 5:0 : Freiburg schießt Köln tief in den Keller - Mainz verliert bei Svensson-Debüt

Der SC Freiburg hat mit dem fünften Sieg in Serie einen Vereinsrekord aufgestellt und den 1. FC Köln noch stärker in Bedrängnis gebracht. Der 1. FSV Mainz 05 ist beim Debüt seines neuen Trainer auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt.

Die neuen Rekordhalter des SC Freiburg haben den 1. FC Köln ganz tief in den Tabellenkeller geschossen. Die Breisgauer siegten am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga 5:0 (2:0) gegen die erschreckend schwachen Rheinländer. Damit holte der SC erstmals in seiner Klubgeschichte fünf Siege in Folge und gewann erst zum dritten Mal überhaupt derart deutlich.

Ermedin Demirovic (18.), Nicolas Höfler (39.), Roland Sallai (59.), Philipp Lienhart (69.) sowie Lucas Höler (79.) trafen für die Freiburger (23 Punkte), die seit sieben Partien ungeschlagen sind und in der kommenden Partie bei Meister Bayern München ran müssen.

Die Kölner (11) kassierten dagegen nach fünf Auswärtsspielen ohne Niederlage wieder eine Pleite. Zudem verlor Trainer Markus Gisdol zum ersten Mal in seiner Karriere gegen Freiburg.

Beim Geisterspiel in Freiburg, vor dem Gisdol seinen Kollegen Christian Streich als "besten Trainer der Liga" bezeichnet hatte, stand FC-Angreifer Anthony Modeste zum ersten Mal in der laufenden Saison in der Startelf. Der Franzose sollte dafür sorgen, dass die Kölner mehr Wucht in der Offensive entwickeln.

In der Anfangsphase waren es allerdings die Gastgeber, die ohne Jonathan Schmid, Chang-Hoon Kwon, Mark Flekken und Janik Haberer auskommen mussten, die das Geschehen bestimmten. Die Kölner, bei denen Sebastian Andersson weiterhin fehlte, konzentrierten sich zunächst auf die Defensive.

Das führte dazu, dass es in der ersten Viertelstunde vor keinem der beiden Tore richtig gefährlich wurde. Das änderte sich nach einem starken Pass des Ungarn Sallai auf Demirovic. Beim zweiten Saisontor des Bosniers machte FC-Torwart Timo Horn keine gute Figur.

Das Gegentor brachte die Kölner aus dem Konzept, die Abwehr offenbarte Schwächen. Das zweite Tor der Freiburger lag in der Luft, Baptiste Santamaria hatte die beste Gelegenheit in dieser Phase (28.).

Erst nach rund einer halben Stunde fingen sich die Gäste wieder, der agile Marius Wolf sorgte zum ersten Mal für Gefahr im Freiburger Strafraum (32.). Den Treffer erzielte allerdings Höfler für den SC nach einem haarsträubenden Fehler von Salih Özcan, für den er zur Pause ausgewechselt wurde.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drängte der Sport-Club auf die Vorentscheidung. Von Köln kam weiter nicht viel, alles deutete auf einen ungefährdeten Freiburger Sieg hin. Nur bei einem Distanzschuss von Wolf musste SC-Torwart Florian Müller eingreifen (56.).

Kurz darauf legte Demirovic für Sallai auf, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Auch Lienhart wurde es bei seinem Kopfballtor nach einer Ecke nicht schwer gemacht.

Mainz verliert bei Svensson-Debüt - Frankfurt beendet schwarze Serie

Neuer Trainer, altes Leid: Auch unter Bo Svensson taumelt der FSV Mainz 05 immer stärker dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga entgegen. Bei seinem Debüt als Cheftrainer der Rheinhessen musste der Däne am 15. Spieltag ein 0:2 (0:1) im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt hinnehmen. Durch den Sieg von Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim stürzte Mainz sogar auf den letzten Platz ab.

Mit weiter nur sechs mickrigen Punkten auf dem Konto wird die Mission Klassenerhalt immer schwieriger - auch angesichts des Mammut-Programms. Am kommenden Samstag gastieren die 05er bei Vizemeister Borussia Dortmund, danach folgen schwierige Heimspiele gegen den VfL Wolfsburg und RB Leipzig.

Durch die Treffer von Andre Silva (24./72., beide Foulelfmeter) beendete die Eintracht hingegen eine schwarze Serie und feierte im 13. Gastspiel den ersten Bundesligasieg überhaupt in Mainz. Gleichzeitig jubelten die Frankfurter über den dritten Dreier in Serie und nehmen mit nun 23 Punkten die Europacupplätze immer mehr ins Visier.

Der frühere Publikumsliebling Svensson, der von 2007 bis 2019 in Mainz bereits als Spieler und Juniorentrainer tätig war, hatte von seiner Mannschaft eine Rückkehr zu den "Mainzer Tugenden" Leidenschaft und Zusammenhalt gefordert - entsprechend engagiert begannen die 05er. Mainz attackierte die Eintracht früh und investierte viel, in der Offensive waren die Bemühungen der Gastgeber aber oft zu überhastet und ungenau.

Frankfurt gelang es immer wieder, das Mainzer Pressing mit schnellen Kombinationen zu überspielen. Nach einem Steilpass von Amin Younes zog Moussa Niakhate SGE-Stürmer Silva im Strafraum am Trikot, der ging zu Boden und verwandelte den fälligen Strafstoß zur Führung.

Nach dem 1:0 gewann Frankfurt immer mehr Kontrolle, Mainz lief oft nur noch hinterher. Gefährlich wurde es vor beiden Toren jedoch kaum, das änderte sich aber direkt nach dem Seitenwechsel, die Eintracht kam bissig aus der Kabine. Erst strich ein Distanzschuss von Ex-Weltmeister Erik Durm knapp über die Latte, wenige Augenblicke später köpfte Silva aus kurzer Distanz zu hoch (beide 48.).

Und auch Mainz wachte auf und tauchte sogar auf einmal brandgefährlich vor Frankfurt-Keeper Kevin Trapp auf. Erst verfehlte Jonathan Burkardt (54.) das Tor aus spitzem Winkel, zwei Minuten später köpfte er an den Pfosten, und auch eine dritte Großchance (64.) vergab der 20-Jährige gegen den herausstürmenden Trapp.

Die Partie wurde immer hitziger, nach einem Foul von Niakhate an Martin Hinteregger gab Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) erneut Elfmeter für die Eintracht. Und auch diesmal blieb Silva eiskalt.

Union Berlin verspielt Sieg gegen Wolfsburg

Union Berlin hat in der Fußball-Bundesliga eine weitere Überraschung verspielt. Die Köpenicker kamen am 15. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg trotz langer Überzahl nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Die nun in der Liga seit fünf Spielen ungeschlagenen Berliner sind dennoch im oberen Tabellendrittel etabliert und liegen weiter vor den punktgleichen Wolfsburgern.

Renato Steffen (10.) und Wout Weghorst (65., Handelfmeter nach Videobeweis) trafen für Wolfsburg, das nach einer Roten Karte für Maximilian Arnold (Notbremse, 50.) fast eine Halbzeit in Unterzahl spielte. Sheraldo Becker (29.) und Robert Andrich (52.) waren für Berlin erfolgreich.

Union-Trainer Urs Fischer vertraute im Wesentlichen der zuletzt in Bremen erfolgreichen Elf, einzig Sebastian Griesbeck ersetzte den gelbgesperrten Grischa Prömel. VfL-Coach Oliver Glasner nahm im Vergleich zur jüngsten Niederlage gegen Borussia Dortmund keine Änderungen vor.

In einer offensiv geführten Begegnung hätte Union früh in Führung gehen müssen. Becker umkurvte nach einem Konter VfL-Torhüter Koen Casteels, schob den Ball dann aber aus rund 16 Metern am leeren Tor vorbei (2.). Diese Nachlässigkeit sollte sich rächen.

Wolfsburg ließ sich von der Schrecksekunde nicht aus dem Konzept bringen und übernahm die Spielkontrolle. Dabei nutzten die Gäste die Anfälligkeit der Berliner auf den Außen, vor allem über die linke Seite kreierte der VfL Chancen. Torjäger Wout Weghorst scheiterte nach einer Hereingabe zunächst an Unions Schlussmann Andreas Luthe (9.). Die anschließende Ecke köpfte der nur 1,70 m große Steffen unbedrängt zur Führung.

Auch in der Folge suchte Wolfsburg den Weg nach vorne, Union hatte Mühe, den Spielaufbau der Wölfe zu unterbinden. Fischer stauchte sein Team an der Seitenlinie lautstark zusammen.

Union reagierte und legte die Zurückhaltung ab. Die Berliner wurden in präsenter in den Zweikämpfen, offensiv ragte Becker heraus, der den anfänglichen Fauxpas mit starken Läufen auf dem Flügel und dem Ausgleich wettmachte. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem beide Mannschaften vor der Pause hätten erhöhen können.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung turbulent. Nach Arnolds Notbremse entschied Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) zunächst auf Elfmeter, verlegte das Foul nach einem Hinweis des Video-Referees aber außerhalb des Strafraums. Für Andrich war das kein Problem - der Mittelfeldspieler traf sehenswert per Freistoß.

Es blieb nicht der einzige Einsatz von Video-Assistent Tobias Welz: Ein Handspiel von Unions Marcus Ingvartsen wurde erst nach Überprüfung der Bilder belegt, Weghorst verwandelte den fälligen Elfmeter.

(eh/sid)