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Bundesliga: Der 1. FC Köln mit der nächsten Heimniederlage, Union Berlin gewinnt in Bremen

Bundesliga : Köln mit nächster Heimpleite - Union siegt in Bremen

Der 1. FC Köln bleibt auch 2021 seiner Heimschwäche treu und verlor zum Jahresauftakt gegen den FC Augsburg. Union Berlin holte sich die nächsten drei Punkte bei Werder Bremen, während die TSG Hoffenheim am 14. Spieltag der Bundesliga gegen den SC Freiburg verlor.

Keine Fans in Müngersdorf, kein Heimsieg für den 1. FC Köln - diese Formel gilt auch im neuen Jahr: Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol unterlag zum Start aus der Mini-Winterpause dem FC Augsburg mit 0:1 (0:0) und konnte ihre bemerkenswerte Schwäche in Geister-Heimspielen damit auch 2021 vorerst nicht überwinden. Iago (77.) traf entscheidend für die Gäste.

Seit nun zehn Monaten und 13 Ligaspielen wartet der FC auf einen Heimsieg, der letzte Erfolg gelang im letzten Spiel vor Zuschauern: Ende Februar 2020 gegen Schalke 04 (3:0). Köln bleibt mit elf Zählern im Bereich der Abstiegsplätze. Augsburg, mit erst dem zweiten Sieg aus den jüngsten acht Ligaspielen, hat acht Zähler mehr auf dem Konto.

Bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt entwickelte sich zu Beginn das erwartete Spiel zwischen zwei Teams, die vor allem Abstand zu den gefährlichen Tabellenregionen wollen: Über intensive Zweikämpfe versuchten beide Mannschaften, Kontrolle zu gewinnen, Spielfluss kam so zunächst kaum auf.

Augsburg war zu Beginn wacher, provozierte eher frühe Ballverluste beim Gegner und wäre so fast in Führung gegangen: Marco Richters Flanke beförderte Florian Niederlechner per Kopf ins Tor - stand dabei aber im Abseits (8.).

Was folgte, war ein Abnutzungskampf ohne Höhepunkte. Beinahe wäre die gesamte erste Halbzeit ohne Schuss auf eines der Tore geblieben, dann trat Ondrej Duda einen Eckball für die Kölner, FC-Verteidiger Sebastiaan Bornauw scheiterte aus kurzer Distanz an Rafal Gikiewicz im Gäste-Tor (36.).

Nach der Pause änderte sich kaum etwas - die Begegnung wurde allerdings noch verbissener geführt. Immer deutlicher wurde, dass der erste grobe Fehler das Spiel würde entscheiden können. Und den erlaubten sich beide Teams zunächst weiterhin nicht.

Einen abgefälschten Schuss von Kölns Marius Wolf (54.) entschärfte Gikiewicz mit Mühe, auf der anderen Seite rettete Rafael Czichos bei einem Augsburger Freistoß im letzten Moment (63.).

Viel tat sich nicht vor den Toren, Köln spielte jetzt aber etwas entschlossener in die Spitze und kam wiederholt zu zumindest halbwegs gefährlichen Abschlüssen, einigen Eckbällen und gefährlichen Freistößen: Im Anschluss an einen solchen vergab Wolf (69.) aus etwa zwölf Metern freistehend.

Mehr und mehr deutete nun auf ein Unentschieden oder aber einen Kölner Sieg hin - dann traf Iago nach einem Moment der Unachtsamkeit in der Kölner Defensive.

Union bleibt auch 2021 stark: Verdienter Sieg bei Werder Bremen

Union Berlin bleibt auch im neuen Jahr eine der ganz großen Überraschungen der Fußball-Bundesliga. Die Köpenicker gewannen am Samstag bei Werder Bremen mit 2:0 (2:0) und setzten sich damit erst einmal im oberen Tabellendrittel fest. Gegen eine ganz schwache Bremer Mannschaft erzielten Sheraldo Becker (12. Minute) und Taiwo Awoniyi (28.) die Treffer für die Gäste, für die es bereits der dritte Dreier in der Fremde in dieser Saison war. Werder konnte den Schwung nach den beiden Siegen kurz vor Weihnachten dagegen nicht mitnehmen und agierte wie ein Abstiegskandidat.

Union hatte die Partie im Weserstadion von Beginn an im Griff. Zwar musste Trainer Urs Fischer weiter auf den verletzten Max Kruse verzichten, dafür stand Marcus Ingvartsen aber wieder zur Verfügung. Und im Sturm konnte Fischer weiter auf Becker und Awoniyi setzen, die die Bremer Abwehr ein ums andere Mal durcheinanderwirbelten. So auch in der zwölften Minute, als Becker auf Zuspiel von Awoniyi zum 1:0 einschoss.

Die Gastgeber waren danach völlig von der Rolle. Werder-Coach Florian Kohfeldt war bereits während der Woche im Training laut geworden, weil ihm die Einstellung seiner Spieler nicht gefallen hatte. Wirkung schienen die mahnende Worte von Kohfeldt aber nicht entfaltet zu haben. Denn auch im ersten Spiel des Jahres wirkte das Bremer Team erstaunlich leblos. Nach vorne lief so gut wie gar nichts zusammen. Josh Sargent hing als einzige Spitze in der Luft, die offensive Dreierreihe dahinter mit Leonardo Bittencourt, Yuya Osako und Romano Schmid war ein Totalausfall.

So hatten die Berliner leichtes Spiel, die Partie zu kontrollieren und die Führung sogar auszubauen. Nach einem Fehlpass von Marco Friedl bediente Robert Andrich den starken Awoniyi, der Bremens Torwart Jiri Pavlenka schlecht aussehen ließ. Zwar beschwerten sich die Bremer danach lautstark, weil sie ein Foul an Friedl gesehen haben wollten. Schiedsrichter Tobias Stieler gab den Treffer aber - nie zuvor lag Union in der Bundesliga in einem Gastspiel so früh mit zwei Toren vorne.

Kohfeldt versuchte zur Pause, seinem Team durch die Einwechslungen von Davie Selke und Jean-Manuel Mbom neues Leben einzuhauchen. Doch gegen die körperlich sehr robusten Berliner fanden die Grün-Weißen auch in der zweiten Halbzeit keine Mittel. Union-Torwart Andreas Luthe verlebte einen sehr ruhigen Jahresauftakt und musste nicht einmal wirklich eingreifen. Die beste Bremer Chance vergab Selke in der 72. Minute. Auch das ersehnte Comeback von Torjäger Niclas Füllkrug in der Schlussviertelstunde verpuffte.

Rabenschwarzer Tag für Hoffenheim: 1:3 gegen SC Freiburg

Die TSG 1899 Hoffenheim hat einen denkbar unglücklichen und bitteren Jahresauftakt in der Fußball-Bundesliga erwischt. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß unterlag am Samstag im leeren Sinsheimer Stadion dem badischen Rivalen SC Freiburg mit 1:3 (0:3). Dabei mussten bei den Kraichgauern gleich in der Anfangsphase Jubilar Sebastian Rudy und Kevin Akpoguma verletzt vom Platz. Dazu kassierte die TSG einen blöden Handelfmeter und erzielte durch Kasim Adams (42. Minute) ein Eigentor.

Baptiste Santamaria (7. Minute) mit seinem Premierentor in der Liga und Vincenzo Grifo (34.) per Strafstoß trafen für die Gäste. Ihlas Bebou gelang der Treffer zum 1:3 (58.). Der Sport-Club baute damit seinen Vorsprung in der Tabelle auf die Hoffenheimer auf fünf Punkte aus. Zudem bescherten die Breisgauer Christian Streich zu Beginn seines zehnten Jahres als Chefcoach den vierten Sieg hintereinander. Der SC ist nun seit sechs Partien ungeschlagen.

Hoffenheim wollte nach dem 2:1 in Mönchengladbach kurz vor der Winterpause eigentlich eine Aufholjagd starten - muss aber diesen gebrauchten Tag erstmal verarbeiten.

Für den personell ohnehin geschwächten Europa-League-Teilnehmer begann die Partie mit einem Schrecken: Unmittelbar vor dem 0:1 versuchte Rudy SC-Kapitän Christian Günter beim Flanken zu stören und verdrehte sich dabei das linke Knie. Ausgerechnet in seinem 300. Bundesliga-Spiel musste der WM-Teilnehmer von 2018 mit einem dicken Verband in die Kabine geführt werden und kam zur Untersuchung ins Krankenhaus. Den Gegentreffer hatte Rudy mit seinem Einsatz auch nicht verhindern können: Der Franzose Santamaria stand am langen Pfosten und traf den Ball perfekt.

Nur kurz darauf verzeichneten die Hoffenheimer ihren zweiten Ausfall: Abwehrspieler Akpoguma musste mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ebenfalls raus. So war das Hoeneß-Team erstmal aus dem Rhythmus und lieferte eine desolate erste Halbzeit ab. Ohne Rudy und den fehlenden Florian Grillitsch hatten sie keinen Ballverteiler. Die Freiburger nutzten ihre Chancen mit kühlem Kopf.

Der nächste Rückschlag für die TSG ließ nicht lange auf sich warten: Nicolas Höfler köpfte dem eingewechselten Melayro Bogarde im Strafraum an die Hand - Grifo ließ sich die Elfmeterchance nicht entgehen und erhöhte auf 2:0. Der Ex-Hoffenheimer hat damit bereits sieben Saisontore erzielt, so viele wie noch nie in einer Spielzeit.

Mit dem Eigentor durch Adams zum 0:3 gingen die TSG-Profis demoralisiert in die Kabine. Den ersten gefährlichen Schuss im zweiten Durchgang gab Bogarde ab. Immer mehr schüttelten die Hffenheimer die miserablen ersten 45 Minuten ab. So düpierte Bebou die unsortierten Freiburger mit einem satten Schuss unter die Latte zum Anschlusstreffer. Andrej Kramaric hätte fast das 2:3 geköpft, als der Ball über SC-Keeper Florian Müller segelte, der Torjäger traf aber nur das Außennetz.

(stj/sid/dpa)