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Julian Niehues und Per Lockl schlagen sich gut in Gladbachs U23

In Borussias Regionalliga-Team : So schlagen sich Quizera, Niehues, Lockl und Co.

In Borussias U23 haben sich in einer durch den Corona-Virus gezeichneten Regionalliga-Saison Talente wie Julian Niehues und Per Lockl in den Vordergrund gespielt. Famana Quizera glänzte, hatte aber erneut Verletzungspech.

Nach 19 Spielen belegt Borussias U23 den sechsten Platz in der Regionalliga West. Das Nachholspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund folgt zum Abschluss der Hinrunde noch am 27. Januar, doch ein Zwischenfazit lässt sich bereits ziehen. Das Team von Heiko Vogel ist die jüngste Mannschaft der Liga, und hätte der massive Corona-Zwischenfall mit einer ganzen Reihe von infizierten Spielern nicht den einen oder anderen Punkt gekostet, könnte das Team sogar erster Verfolger der Spitzenmannschaften Rot-Weiss Essen und BVB II sein.

Das durfte man mit dem erneuerten Kader so nicht erwarten, doch der Tabellenplatz ist in einer Ausbildungsmannschaft immer nur ein Teil der Antwort. Gibt es Spieler, die sich näher an den Profikader gespielt haben?

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei stets dem „Juwel“ Famana Quizera. Der 18-jährige Portugiese hat in dieser Saison zwar immer wieder sein Können aufblitzen lassen, ließ aber die Konstanz noch vermissen. Aufgrund der Schulterverletzung, die er sich kurz vor Weihnachten zuzog, wird er wohl bestenfalls gegen Saisonende noch einmal eingreifen können.

Andere Spieler haben diese Konstanz hingegen schon gezeigt, und das in einem Fall sogar auf einer zunächst nicht eingeplanten Position. Denn Julian Niehues kam als Sechser aus der A-Jugend in die U23 und wurde vom neuen Trainer Heiko Vogel zum Innenverteidiger umgepolt, was auch mit dem Ausfall von Jordi Bongard zu tun hatte. In der zweiten Hälfte der bisherigen Spielzeit kam Niehues dann auch öfter vor der Abwehr zum Einsatz, zeigte sich auch hier als kluger Antreiber und Spieleröffner. In allen 19 Spielen wirkte er mit, schoss dabei auch drei Tore. „Auf die Stabilität, die er einbringt, können wir eigentlich kaum verzichten“, sagt Trainer Vogel.

Vom ersten Tag an voll da war auch der im Sommer aus der A-Jugend des VfB Stuttgart gekommene Per Lockl. Er stand 18 Mal auf dem Feld, und das in verschiedenen offensiven Rollen. Auch Lockl steuerte drei Treffer bei, ist stets anspielbar und viel auf dem Feld unterwegs, er ist eine der Säulen des Gladbacher-Spiels geworden. Die beiden 19-Jährigen, Lockl und Niehues, machen Spaß – und sicher auf dem Weg, nach „oben“ auf sich aufmerksam zu machen.

Aber Borussia kann noch jünger. Mitten ins Stammpersonal gespielt hat sich auch Luiz Skraback. Der 18-jährige A-Junior war oft für die rechte defensive Außenbahn zuständig, doch Vogel gab ihm immer wieder neue Aufgaben. So rückte er zuletzt auf der anderen Seite ins Mittelfeld. „Das interessiert den gar nicht, der liefert einfach ab“, ist der Coach sich begeistert von Skraback. Hier könnte sich Borussia den Nachschub auf der defensiven Außenbahn selbst liefern. Die Namen dieser drei Spieler fallen auch bei Scouts immer mal wieder.

Gar keine Sorgen muss sich Borussia im Tor machen. Sowohl der 18-jährige Stammkeeper Jan Olschowsky als auch sein Vertreter Jonas Kersken (vier Einsätze) agierten tadellos, das galt zuletzt auch einmal für A-Junior Max Brüll. „Da machen die Torwarttrainer Uwe Kamps und Frank Kackert eine grandiose Arbeit“, sagt Vogel.

Als 17-Jähriger noch A-Jugend-Jungjahrgang ist Noah Andreas, und Vogel scheute sich nicht, ihn zweimal in die Startelf zu beordern. Das tat er mehrfach auch mit dem 18-jährigen Verteidiger Michael Wenztel, der das Vertrauen ebenfalls voll zurückzahlte.

Klar ist, dass es inzwischen viel schwieriger geworden ist, es bei Borussia nach oben zu schaffen, als das noch im Abstiegskampf vor zehn Jahren der Fall war. Aber die frühen Senioren-Erfahrungen könnten sich auszahlen. Denn das Durchschnittsalter der 34 bisher eingesetzten Spieler liegt bei rund 21 Jahren – und da sind die Routiniers Thomas Kraus und Markus Pazurek jenseits der 30 mit eingerechnet.