Borussia Mönchengladbach: Die Niederlage gegen Hertha BSC war absehbar

Faktencheck zur 0:3-Niederlage : Borussia bleibt gegen Hertha im Rhythmus

Zum fünften Mal gab es zwei Saison-Niederlagen gegen die Berliner – dahinter steht ein Schema. Mit dem 0:3 wurde ein Vereinsrekord verpasst, doch immerhin steht ein Bestwert im Borussia-Park. Salomon Kalou entwickelt sich zum Problemfall für Gladbach.

Die 13 hat Borussia kein Glück gebracht – nach zwölf Heimsiegen in Serie ging das 13. Spiel mit 0:3 gegen Hertha BSC verloren. Mit der ersten Liga-Heimniederlage seit dem 18. Februar 2018 (0:1 gegen Dortmund) verpasste Gladbach einen Vereinsrekord, damit teilt sich das derzeitige Team die Zwölf-Heimsiege-am-Stück-Bestmarke mit dem von 1983/84, hat aber immerhin einen Borussia-Park-Bestwert aufgestellt. Was verloren ging: Platz eins in der Heimtabelle dieser Saison, den hat nun der BVB inne.

Lars Stindl, Gladbachs Nummer 13, hätte dem Spiel vielleicht eine andere Geschichte geben können, nach 14 Minuten hatte er eine gute Schussgelegenheit, schoss den Ball aber rechts am Tor vorbei. Der produktivste Offensiv-Borusse war Alassane Plea, der fünfmal das Berliner Tor anvisierte und drei Torschüsse von Kollegen vorbereitete – doch Masse war an diesem Tag nicht Klasse. Plea ist seit drei Spielen ohne Treffer. Auch der größere Ballbesitz (65 Prozent) war nur ein Scheinvorteil, Hertha war deutlich effektiver und hatte die deutlich besseren Chancen. 1,25 zu 2,22 lautet die Bilanz bei den „expected Goals“, die die Qualität der Tormöglichkeiten bewerten. Danach war Hertha wie im Hinspiel (3,96 zu 2,65) der wahrscheinlichere und letztlich verdiente Sieger.

Zwei Saison-Niederlagen gegen die Berliner gab es in Borussias Bundesliga-Geschichte zum fünften Mal. Dass es in dieser Saison passiert, war statistisch durchaus nicht unwahrscheinlich, haben die Doppel-Niederlagen gegen die „alte Dame“ doch einen Rhythmus: Vor zehn Jahren, vor 20 Jahren, vor 40 Jahren und vor 50 Jahren kam es dazu. Vor 30 Jahren gab es das Duell nicht, da war Hertha Zweitligist. 1968/69 verlor Borussia 0:1 und 1:2, 1978/79 erst 0:1 und dann 0:2 (dazu kam ein 0:2 im Pokal), 1998/99 gewannen die Berliner 4:1 und 4:2 und 2008/2009 1:0 und 2:1. Nun gab es ein 2:4 und ein 0:3.

Salomon Kalou entwickelt sich derweil zum Problemfall für die Borussen. Schon zum sechsten Mal traf er am Samstag gegen Gladbach, nun gegen Hannover 96 ist er ebenso erfolgreich. Kalou ist damit im aktuellen Kader das Pendant zu Thorgan Hazard, der siebenmal für Gladbach gegen Berlin traf. Hazard gab nun beim 0:3 drei Torschüsse ab, blieb aber ohne Treffer. Die besten Torschützen dieses Duells sind dei Gladbach Jupp Heynckes (zehn Treffer) und bei Hertha Michael Preetz (acht). Beide sind die Top-Torschützen des jeweiligen Klubs.

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